49 Zeichen der Hoffnung am Grünen Band Europa

Pan-Europäische Konferenz der Initiative Grünes Band Europa stellt Konzeption für den Fernwanderweg Grünes Band Europa vor

Das Grüne Band Europa ist ein Hotspot für die biologische Vielfalt, bietet aber wenig sozioökonomische Perspektiven. Im Rahmen des von der EU geförderten BESTbelt-Projekts haben in den vergangenen viereinhalb Jahren mehr als 80 Organisationen in 21 Ländern 49 Vorhaben zum Biodiversitätsschutz und zur Förderung des nachhaltigen Wirtschaftens umgesetzt. Die Ergebnisse der Kleinprojekte wurden im Rahmen einer Pan-Europäischen Grünes Band Konferenz vom 23. bis 25. Juni im italienischen Gorizia – nahe der Grenze zu Slowenien und damit am ehemaligen Eisernen Vorhang – mit mehr als 100 Teilnehmenden vorgestellt und diskutiert.

Ein Europäischer Fernwanderweg entlang des Grünen Bandes Europa ist eines der ambitioniertesten Vorhaben der Initiative; hier ein Abschnitt am Grünen Band Balkan. © Petar VanevDie Renaturierung wertvoller Lebensräume ist ein Schwerpunkt etlicher Vorhaben. Im Rahmen von zehn Projekten wurden insgesamt 30 Hektar Graudünen und 70 Hektar Wiesen und Weiden, 4 Hektar Feuchtgebiete sowie 6 Hektar Birkhuhn-Lebensraum renaturiert. Hinzu kommen fünf neue Fledermausquartiere, die aus der Konversion militärischer Bunker entstanden sind.

Eines der ambitioniertesten Vorhaben ist die Schaffung eines Europäischen Fernwanderwegs entlang des Grünen Bandes Europa. Im Rahmen des BESTbelt-Projekts haben EuroNatur, der BUND, die European Hiking Federation (ERA) und die European Union of Mountaineering Associations (EUMA) die Grundlagen für diesen rund 10.000 Kilometer langen Wanderweg erarbeitet. Einige Abschnitte vor allem an der Ostsee, am innerdeutschen Grünen Band und auf dem Balkan existieren bereits, müssen nun aber noch miteinander verbunden werden. Der Fernwanderweg macht das Grüne Band Europa unmittelbar erlebbar und gibt wichtige Impulse für die lokale Wirtschaft.

Naturschützerinnen und Naturschützer aus 21 Ländern haben sich Ende Juni im italienischen Gorizia getroffen. © BESTbelt„Mit BESTbelt ist es uns gelungen, viele kleine und bisher nur lokal tätige Akteure zu fördern", sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur. „So konnten wir das Potenzial der lokalen Gemeinschaften im Bereich des Naturschutzes und der Wiederherstellung der Biodiversität erheblich steigern, bei gleichzeitiger Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Was die Grenzen getrennt haben, vereint die Natur wieder", fasst Gabriel Schwaderer die Ergebnisse der Projekte zusammen. 

Hintergrundinformationen:
  • Das Grüne Band Europa verläuft entlang der früheren Grenze zwischen Nato und Warschauer Pakt, dem ehemaligen Eisernen Vorhang. In dessen Schatten konnte sich ein einzigartiges Biotopsystem mit einer erstaunlichen Artenvielfalt entwickeln. Es bietet Europas Großsäugern ebenso Lebensraum wie unzähligen bedrohten Wirbellosen und Pflanzenarten. Doch der Druck auf das Grüne Band wächst: Lebensraumzerstörung, Wilderei und nicht-nachhaltiger Tourismus nehmen zu.

  • Offizieller Vertragspartner von BESTbelt ist EuroNatur, die im Projektteam sehr eng mit dem BUND Fachbereich Grünes Band und dem BUND Mecklenburg-Vorpommern zusammenarbeitet. Die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur hat den Vorsitz des Vereins „European Green Belt Association" (EGBA) inne und leitet das Projekt in dieser Funktion. EuroNatur ist zudem Regionalkoordinatorin für den Abschnitt Grünes Band Balkan.
Über EuroNatur:
EuroNatur ist eine gemeinnützige, international tätige Naturschutzstiftung mit Sitz in Radolfzell am Bodensee. Ziel ist der grenzübergreifende Erhalt wertvoller europäischer Natur- und Kulturlandschaften mitsamt ihrer Artenvielfalt. Hauptbestandteil der Arbeit von EuroNatur ist es, Menschen und Natur zu verbinden – die Grundlage, um einen langfristigen Erfolg der Projekte zum Schutz von Wildtieren wie Wölfen, Bären, Luchsen, Zugvögeln und ihren Lebensräumen zu erreichen.

Kontakt: EuroNatur Stiftung, Christian Stielow | christian.stielow@euronatur.org | www.euronatur.org



     
        
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