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Umwelt | Klima, 16.06.2026

Extreme Vermögen verursachen Klimaschäden in Billionenhöhe

Neue FÖS-Studie im Auftrag von Greenpeace Africa

Eine neue Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace Africa zeigt, dass das reichste 0,01 Prozent der Weltbevölkerung für Klimaschäden in Höhe von ca. 992 Milliarden US-Dollar verantwortlich ist. Eine Summe, die fast den gesamten Klimafinanzierungsbedarf des Globalen Südens decken könnte.

Extreme Vermögenskonzentration befeuert die Klimakrise
© Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) und Greenpeace AfricaDie Klimakrise ist eng mit der Vermögenskonzentration verknüpft. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie „Understanding the Climate Debt of Extreme Wealth", die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace Africa erstellt hat. Die Studie zeigt, dass die weltweit Reichsten in besonders großem Umfang für die Klimaschäden verantwortlich sind. Ausschlaggebend dafür sind ihre Investitionen und Unternehmensbeteiligungen, die eine noch größere Rolle spielen als ihr Konsum.

Laut der Studie verursachte das reichste 0,01 Prozent der Weltbevölkerung im Jahr 2022 Klimaschäden von schätzungsweise 992 Milliarden US-Dollar (918 Milliarden Euro) allein durch Kapitalanlagen. Diese Summe entspricht der jährlichen Wirtschaftsleistung eines Landes wie den Niederlanden, verursacht von nur ca. 800.000 Personen. Das entspricht etwa der Einwohnerzahl Frankfurts. Die Summe könnte fast den gesamten Klimafinanzierungsbedarf der Länder des Globalen Südens decken, den das Climate Action Network auf ca. eine Billion US-Dollar pro Jahr schätzt.
 
Eigentumsbasierte Emissionen als blinder Fleck der Klimapolitik
Die Studie untersucht erstmals  die sogenannte „Klimaschuld" extrem vermögender Menschen und berücksichtigt dabei nicht nur Emissionen aus Konsum, sondern auch Emissionen, die über Kapitalanlagen und Unternehmensbeteiligungen verursacht werden.

Während das reichste Prozent etwa 16,5 Prozent der konsumbezogenen Emissionen verursacht, sind es bei den eigentumsbasierten Emissionen ganze 41 Prozent.
 
Die eigentumsbasierte Pro Kopf Klimaschuld des reichsten 0,01 Prozents ist sogar mehr als 130 mal so hoch wie die der reichsten 10%. Gleichzeitig konzentrieren sich diese Vermögen und die damit verbundene Emissionsverantwortung auf wenige wohlhabende Länder, während die ärmsten Regionen die größten Klimafolgen tragen, die größten Finanzierungsbedarfe haben und die geringsten Möglichkeiten, sich zu schützen.
 
Klimapolitik muss Vermögenskonzentration stärker berücksichtigen
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Klimakrise auch eine Folge der extremen Vermögenskonzentration ist", sagt Jana Leutner, Hauptautorin der Studie. „Die größten Vermögen treiben Emissionen nicht nur durch Konsum an, sondern vor allem durch Beteiligungen an emissionsintensiven Geschäftsmodellen. Diese Form der Verantwortung wird in der Klimapolitik bislang kaum berücksichtigt." Die Studie zeigt, dass neue politische Werkzeuge nötig sind, um die Klimafolgen extrem hoher Vermögen effektiv anzugehen. Neben der mangelnden Steuergerechtigkeit muss dabei vor allem auch die ökologische Lenkungswirkung ins Zentrum rücken. Da Emissionen bei den Reichsten 0,01% überproportional steigen, wäre eine progressive Besteuerung extrem großer Vermögen naheliegend, die zwischen CO2-intensiven und klimafreundlichen Beteiligungen und Investitionen unterscheidet.

"Emissionen aus Investitionen und Unternehmensbeteiligungen werden in der Klimapolitik bisher weniger beachtet als Emissoinen aus Produktion und Konsum. Kapitalentscheidungen verursachen langfristig hohe Emissionen und werden kaum erfasst und reguliert. Bei Alltagsverbräuchen passiert das viel stärker.", erklärt Leutner. "Damit das zielgenau und wirksam passieren kann, braucht es belastbare Daten und transparente Methoden zur Erfassung von Vermögen, Eigentumsstrukturen und deren Emissionen." 
 
Carolin Schenuit, geschäftsführende Vorständin des FÖS, ordnet die Ergebnisse ein: „Das Verursacherprinzip muss auch dort gelten, wo Emissionen durch Eigentum, Investitionen und Kapitalerträge entstehen. Während über Einsparungen im öffentlichen Haushalt und zusätzliche Belastungen für breite Bevölkerungsschichten diskutiert wird, zeigt unsere Studie, dass wirtschaftliche Macht und Klimaverantwortung stark an der Spitze der Vermögensverteilung konzentriert sind. Die Frage der Lastenverteilung in der Klimafinanzierung und die Besteuerung extremer Vermögen müssen deshalb stärker zusammengedacht werden: Wer die Klimakrise in besonderem Maße vorantreibt und zugleich über erhebliche finanzielle Mittel verfügt, sollte auch einen entsprechend größeren Beitrag zu ihrer Bewältigung leisten."
 

Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS) ist ein überparteilicher und unabhängiger politischer Think Tank. Es engagiert sich seit 1994 für eine Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft und ist gegenüber Entscheidungsträger:innen und Multiplikator:innen Anstoßgeber und Konsensstifter. Das FÖS setzt sich für eine kontinuierliche ökologische Finanzreform ein, die die ökologische Zukunftsfähigkeit ebenso nachhaltig verbessert wie die Wirtschaftskraft.

Kontakt: Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) e.V., Carolin Schenuit |  carolin.schenuit@foes.de | www.foes.de



     
        
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