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Nachhaltige ETFs - im Renditevergleich keine schlechte Wahl

Ökologisch sinnvoll anlegen

Chat-GPT
Klassische Anlageformen wie Sparbuch, Kapitallebensversicherung oder Staatsanleihen werfen schon geraume Zeit keine nennenswerte Rendite mehr ab. Anleger, die nach Investments mit vergleichsweise niedrigem Risiko suchen, sehen sich daher zunehmend gezwungen, alternative Anlageklassen in Betracht zu ziehen, um relevante Wertzuwächse zu erzielen. Seit einiger Zeit erfreuen sich auch in Deutschland börsengehandelte Fonds wachsender Beliebtheit unter Anlegern, denen der klassische Aktienmarkt zu komplex ist. 

Allerdings scheuen viele ein solches Investment, da sie befürchten, unbewusst in Unternehmen oder Branchen zu investieren, die ihren moralischen oder ethischen Vorstellungen widersprechen. Hier setzen sogenannte nachhaltige ETFs an, doch was kann man darunter verstehen und wie schneiden sie im Renditevergleich ab? 

ETFs einfach erklärt: Wie börsengehandelte Fonds funktionieren 

ETF steht für Exchange Traded Fund (deutsch börsengehandelter Fond) und bezeichnet eine Form von Investmentfonds, welche wie Aktien an der Börse gehandelt werden. Im Gegensatz zu Aktien, die immer nur Anteile an einem einzelnen Unternehmen darstellen, können ETFs einen ganzen Markt nachbilden und tausende verschiedene Unternehmen gleichzeitig in einem einzigen Investment bündeln. Einer der bekanntesten ETFs, der MSCI World, beinhaltet beispielsweise rund 1600 große Firmen weltweit, wodurch das Risiko im Gegensatz zu Aktieninvestments enorm gestreut werden kann. Weitere Vorteile von ETFs sind neben der breiten Risikostreuung vor allem: 

Einstieg mit kleinen Beträgen möglich: Viele ETFs ermöglichen regelmäßiges Sparen schon mit kleinen Summen (z. B. über Sparpläne). 

Geringe Kosten: Im Vergleich zu Aktien oder aktiv gemanagten Fonds fallen bei ETFs in der Regel deutlich niedrigere Verwaltungsgebühren an. 

Einfache Handelbarkeit: ETFs können während der Börsenzeiten jederzeit flexibel und unkompliziert gekauft und verkauft werden.  

Transparenz: Die Zusammensetzung eines ETFs ist jederzeit transparent und nachvollziehbar, da sie einem festen Index folgt. 

Langfristige Renditechancen: Durch die breite Marktabbildung eignen sich ETFs besonders gut für einen langfristigen Vermögensaufbau. 

Allerdings beinhaltet der MSCI World, wie viele andere ETFs auch, Öl- und Gaskonzerne, Rüstungsunternehmen, Big Tech oder die Pharmabranche, was nicht für jeden, aber für zunehmend mehr Verbraucher ein Ausschlusskriterium für ein Investment darstellt. Wer dennoch in ETFs investieren und von den Vorteilen profitieren möchte, findet in nachhaltigen ETFs eine gute Alternative. 

Nachhaltige ETFs: Was ist das? 

"Nachhaltige ETFs" unterscheiden sich von "normalen ETFs" prinzipiell nur durch einen speziellen Filter, die sogennanten ESG-Kriterien. ESG steht in diesem Fall für Environmental, Social, Governance – auf Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Der Bewertungsrahmen für Unternehmen betrachtet demnach nicht ausschließlich finanzielle Kennzahlen, sondern auch, wie nachhaltig und verantwortungsvoll ein Unternehmen handelt. Dabei werden insbesondere folgende Bereiche bewertet:  
  • E - Environmental (Umwelt)
    Klimaschutz und CO2-Emissionen 
    Energieverbrauch und erneuerbare Energien 
    Ressourcen- und Abfallmanagement

  • S - Social (Soziales)
    Arbeitsbedingungen und Arbeitssicherheit 
    Umgang mit Mitarbeitern, Lieferketten und Produzenten
    Gleichberechtigung, Menschenrechte 

  • G - Governance (Unternehmensführung)
    Transparenz und Korruption 
    Zusammensetzung von Vorständen
    Unternehmensethik und Kontrollsysteme

Nachhaltig investieren lohnt sich: ESG-ETF-Portfolio übertrifft 60/40-Strategie

Nachhaltigkeit bei der Geldanlage, das lässt sich auch im eigenen Depot umsetzen und die Rendite muss sich im Rückblick gar nicht verstecken, wie eine Auswertung von Musterdepots der Redaktion des Finanzportals  brokervergleich.de zeigt, welche in ihrem Ratgeber zum Thema ETFs kaufen verschiedene Portfoliovorschläge macht und deren 1- bis 5-Jahres-Renditen analysiert. 

So schneidet das ESG-Musterportfolio, bestehend aus vier ETFs, mit +15,05 bzw. +58,71 Prozent Rendite über ein bzw. fünf Jahre sogar deutlich besser ab als ein klassisches Portfolio aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen (+2,07 bzw. +38,57 Prozent Rendite über ein bzw. fünf Jahre) und übertrumpft sogar ein Allwetter-Portfolio aus Aktien, Anleihen, Gold und Rohstoffen (mit im hier vergleichenen Fall +10,60 bzw. +54,16 Prozent Rendite über ein bzw. fünf Jahre Laufzeit).

Was sollte man bei ESG-ETF-Investments beachten? 

ESG ist keinesfalls ein festgeschriebener Standard, vielmehr hängt die Bewertung von Unternehmen immer vom jeweiligen ETF-Anbieter ab. Was bei dem einen Anbieter als nachhaltig gilt, kann bei einem anderen Anbieter durchaus auch als nicht ESG-konform gelten. Daher ist es wichtig, sich ESG-ETFs im Detail anzuschauen und mit den eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen abzugleichen. Dazu kann man beispielsweise Faktenblätter und ESG-Reports lesen, um das dahinterstehende Prinzip sowie die Unterschiede zwischen ESG-ETFs und klassischen ETFs besser zu verstehen.

Zwar bieten ESG-ETFs durchaus großes Potenzial für Anleger, die bewusst auf Nachhaltigkeitsaspekte bei Investments legen, allerdings sind sie wie alle Anlageklassen auch mit Marktrisiken verbunden und können sowohl Kursanstiege als auch Kursrückgänge mitmachen. Wichtig ist, ETFs allgemein als langfristiges Investment mit guten Renditechancen zu begreifen und nicht als kurzfristige Spekulation.


     
        
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