66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Kreislaufwirtschaft: Wie Porsche defekte Fahrzeugbauteile aufbereitet

„Remanufacturing“ als fester Bestandteil der Fahrzeugentwicklung

Mit dem Ansatz des „Remanufacturing" sollen defekte Fahrzeugbauteile zu funktionsfähigen Ersatzteilen aufbereitet werden, um ihre Wiederverwendbarkeit bereits in der Fahrzeugentwicklung zu berücksichtigen.

Anlasser, Cayman S, 2025, Porsche AGMit einem „Ressortübergreifenden Pilotprojekt" möchte Porsche seine bestehenden Prozesse im Bereich der Wiederaufbereitung von defekten Bauteilen aus Porsche-Fahrzeugen weiter ausbauen und somit auch einen Beitrag zu Nachhaltigkeit leisten. Mit der Aufbereitung defekter Bauteile zu funktionsfähigen "As-good-as-new"-Ersatzteilen soll zu einem ressourcenerhaltenden Umgang im Produktleben beigetragen werden.

Das „Remanufacturing" soll bei Porsche in Entwicklungsprozesse von Fahrzeugprojekten integriert werden, um gezielt Anforderungen an die Wiederverwendbarkeit von ausgewählten Bauteilen bereits im Produktentstehungsprozess zu berücksichtigen. Dadurch möchte Porsche nicht nur Kreislaufkonzepte entlang der Wertschöpfungskette seiner Fahrzeuge fördern, sondern auch zu einem ressourcenerhaltenden Umgang mit Ersatzteilen beitragen.

Aufbereitung von Bauteilen in bisherigen und aktuellen Fahrzeugprojekten implementiert
Bereits heute wird ausgewählten defekten Bauteilen verschiedener Fahrzeugmodellreihen durch die gezielte Aufbereitung ein zweites Leben ermöglicht. Derzeit werden ca. 20 Komponentengruppen aufbereitet – darunter beispielsweise Getriebe, Navigationsrechner, Starter und Generatoren. Dabei gilt: das wiederaufbereitete Bauteil muss dieselben Qualitäts- und Sicherheitsstandards wie ein vergleichbares Neuteil aufweisen.

„Remanufacturing von Bauteilen ist für Porsche ein wichtiges Zukunftsfeld", sagt Albrecht Reimold, Vorstand für Produktion und Logistik. „Zum einen, um unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt und unserem Anspruch in puncto Ressourcenschonung gerecht zu werden. Aber auch, um unseren zahlreichen Kundinnen und Kunden mit Young- und Oldtimer-Fahrzeugen langfristig eine gute Ersatzteilverfügbarkeit zu bieten. Wir möchten in Zukunft den Anteil der für die Aufbereitung geeigneten Bauteile weiter erhöhen", erläutert Reimold, der im Vorstand auch die Patenfunktion für Nachhaltigkeit inne hat.

Defekte Bauteile, für die ein Aufbereitungsprozess existiert, werden gezielt von Händlern weltweit angefordert und zentral im Porsche-eigenen Ersatzteillager Sachsenheim eingelagert. Von dort aus werden die Teile in spezialisierte Aufbereitungsbetriebe – häufig die ursprünglichen Hersteller der Komponenten – überführt, wo sie einer sorgfältigen Reinigung, Zerlegung und umfassenden Prüfung unterzogen werden.
 
Nicht mehr verwendbare Einzelteile werden durch Neuteile ersetzt, während voll funktionsfähige Teile wiederverwendet werden. Nach dem fachgerechten Zusammenbau durchlaufen die aufbereiteten Komponenten die gleichen Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen wie neu produzierte Ersatzteile. Anschließend werden sie wieder den Porsche Händlern angeboten.

Proaktives „Remanufacturing" soll ein fester Bestandteil der Fahrzeugentwicklung werden
Porsche arbeitet kontinuierlich daran, den Anteil der für die Aufbereitung geeigneten Fahrzeugbauteile zu erhöhen. Nun konnten weitere Komponentengruppen mit einem signifikanten Potenzial für einen Aufbereitungsprozess identifiziert werden. Hierbei handelt es sich unter anderem um Bauteile, wie Scheinwerfer, elektrische Antriebe von Heckspoilern oder Ladeklappen oder weitere elektronische Steuergeräte.

Basierend auf den bisherigen erfolgreichen Beispielen verfolgt Porsche das Ziel, die Aufbereitung von Bauteilen nun fest in die Entwicklungsprozesse seiner Fahrzeuge einzubinden. Es ist geplant, die Aufbereitungsfähigkeit mittelfristig als eine feste Ergänzung in die Fahrzeugentwicklung zu integrieren. Zudem sollen aufbereitete Teile in einer noch früheren Phase des Fahrzeuglebenszyklus den Porsche Händlern zur Verfügung gestellt werden.

Durch das angestrebte Vorgehen möchte Porsche nicht nur die Lebensdauer seiner Fahrzeuge und der darin enthaltenen Bauteile verlängern, sondern auch zur Reduzierung von Umweltauswirkungen entlang des Lebenszyklus der Fahrzeuge – von der Rohstoffgewinnung bis zum Lebensende – beitragen.
 
Erste Berechnungsprognosen zeigen, dass die Wiederaufbereitung gebrauchter Bauteile Treibhausgasemissionen im Vergleich zur Herstellung neuer Teile um bis zur Hälfte reduzieren kann. Ergänzend kann eine Materialersparnis von bis zu 80 Prozent gegenüber einem vergleichbaren Neuteil erreicht werden.

Kreislaufwirtschaft bei Porsche
Porsche strebt einen verantwortungsvollen und ressourcenerhaltenden Umgang mit Rohstoffen sowie eine langanhaltende Nutzung der Fahrzeuge und der darin verwendeten Materialien an. Im Rahmen seines Nachhaltigkeitsstrategiefelds „Kreislaufwirtschaft" möchte Porsche unter anderem die Verwendung ökologisch nachhaltigerer Materialien sowie kreislauffähige Konzepte entlang der Wertschöpfungskette seiner Fahrzeuge fördern.
 
Dazu gehören Projekte wie zum Beispiel Kreislaufkonzepte für Hochvoltbatterien, der Einsatz zirkulärer Materialien, die Vermeidung von Abfällen und die Wiederaufbereitung von Fahrzeugkomponenten.

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
05
MÄR
2026
HAUS® 2026
Die große Baumesse in Dresden
01067 Dresden
10
MÄR
2026
Rechtliche Aspekte der Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft zwischen Green Deal und Praxis
kostenfreies Webinar
11
MÄR
2026
Circular Valley Convention 2026
Gestalten Sie mit uns die Zukunft der Kreislaufwirtschaft - Ticketrabatt für forum-Leser*innen!
40474 Düsseldorf
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Hinterzimmer in Davos
Christoph Quarchs Plädoyer für das persönliche Gespräch ohne Zuschauer als Königsdisziplin der Diplomatie
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Mercosur und europäische Verpackungsverordnung: Unterschätzte Falle PPWR

Kulturschonend gesammelt

Nachhaltig Ostern feiern

Bio-Branche weist GAK-Sparpläne entschieden zurück

Weiterbildungsangebot für Fachkräfte aus der Entwicklungszusammenarbeit

Glanzlichter der Nachhaltigkeit

Investment mit wirklichem Impact – Solar entfesselt Afrikas wirtschaftliche Potenz

Sozial und ökologisch vor Ort – für lebenswerte Städte und Gemeinden in Bayern

  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • toom Baumarkt GmbH
  • WWF Deutschland
  • Engagement Global gGmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • NOW Partners Foundation
  • SUSTAYNR GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • TÜV SÜD Akademie
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Global Nature Fund (GNF)
  • circulee GmbH