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Technik | Energie, 15.09.2025

Energiewende-Monitoring

Ausbremsen der Erneuerbaren schadet Klimaschutz und Standort

Germanwatch kritisiert Ankündigungen von Bundeswirtschaftsministerin Reiche und fordert eine Strategie für die nächste Stufe der Energiewende.

© akitada31; Pixabay.comDer heute veröffentlichte Monitoring-Bericht zur Energiewende liefert aus Sicht der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch Belege für einen weiterhin ambitionierten Ausbau der Erneuerbaren sowie von Elektrifizierung und Flexibilitäten, aber nicht für ein Ausbremsen der Energiewende. Christoph Bals, Politik-Vorstand bei Germanwatch: „Statt der von Wirtschaftsministerin Reiche geforderten Zeitenwende in der Energiepolitik brauchen wir ein entschlossenes Management der tatsächlichen Herausforderungen. Der Ausbau der Erneuerbaren hat in den vergangenen Jahren endlich Fahrt aufgenommen und ist gemeinsam mit der Elektrifizierung der Schlüssel für effektiven Klimaschutz und eine langfristig wettbewerbsfähige Industrie. Ein Zick-Zack-Kurs, wie ihn die Wirtschaftsministerin mit ihren Rufen nach einer Zeitenwende heraufbeschwört, verunsichert hingegen Unternehmen und Investoren. Das schadet dem Erfolgsprojekt Energiewende genauso wie dem Standort Deutschland."

Zu viele Gaskraftwerke schaden Klimaschutz und treiben Preise
Der enge Fokus auf die Stromerzeugung verstellt aus Sicht von Germanwatch den Blick auf die eigentlichen Gestaltungsaufgaben der Energiewende und die damit verbundenen Chancen. Simon Wolf, Leiter des Bereichs Deutsche und Europäische Klimapolitik bei Germanwatch: „Statt Investitionen in die Erneuerbaren auszubremsen, sollte die Wirtschaftsministerin die Gestaltung der nächsten Stufe der Energiewende vorantreiben. Es braucht jetzt den massiven Ausbau von Elektrifizierung, Flexibilität und Speichern. So kann Strom effektiv genutzt werden. Dann sinken auch die Preise. Die Elektrifizierung ist längst ein globaler Megatrend. Zu dieser Schlüsselfrage für die Energiewende und den Standort fehlt der Ministerin aber offensichtlich eine Strategie. So droht Deutschland abgehängt zu werden."

Der Monitoring-Bericht unterstreicht aus Sicht von Germanwatch zudem, dass sich aus den vorhandenen Studien zur Energiewende kein Bedarf für die von Reiche angestrebten 20 Gigawatt neuer Gaskraftwerke ableiten lässt. „Statt der einseitigen Förderung von Gaskraftwerken braucht es von Beginn an einen fairen Wettbewerb zwischen Kraftwerken, Speichern und Flexibilitätsoptionen um die günstigste Stromversorgung. Mit Ihren Ausbauplänen würde Katherina Reiche Deutschland hingegen ans fossile Zeitalter ketten. Jedes Gigawatt zuviel an Gaskraftwerken schadet dem Klimaschutz und ist ein Geschenk an die fossile Lobby, das die Stromkundinnen am Ende teuer bezahlen müssen", so Wolf weiter.  

Über die Mängel und Transparenzlücken in der Aufgabenstellung und die zugrunde gelegten Studien des Monitorings ist bereits Ende Juli eine Kurzstudie im Auftrag von Germanwatch erschienen.

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Kontakt: Germanwatch e.V., Stefan Küper | kueper@germanwatch.org | www.germanwatch.org



     
        
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