Garten-PV - Grüner Strom aus eigenem Anbau.

Jagdgesetzreform

Staatsregierung setzt Waldumbau aufs Spiel

Freiwilligkeit erschwert den in der Klimakrise wichtigen Waldumbau. Entscheidend ist die konkrete Umsetzung des Gesetzes durch die entsprechenden Ausführungsverordnungen. BN beim Thema Artenschutz weiter sehr wachsam.

© pixabayDer Bund Naturschutz in Bayern übt scharfe Kritik an den gestern vorgestellten Eckpunkten der geplanten Jagdgesetzreform. „Wenn die Reform so umgesetzt wird, wäre das ein schwarzer Tag für den Wald in Bayern. Der dringend notwendige Schutz des Waldes würde zu Gunsten der Jagd geschwächt", warnt der BN-Ehrenvorsitzende Hubert Weiger. „Die teilweise Abschaffung der Abschusspläne unter dem Deckmantel der ‚Entbürokratisierung‘ geht zu Lasten des Gemeinwohls und vor allem auch der kleinen Waldbesitzer!"

Der BN befürchtet, dass nach der neuen Regelung die Interessen vieler Waldbesitzer auf der Strecke bleiben. „In den derzeitigen roten Gebieten wird schon jetzt nicht ausreichend geschossen. Die geplante Freiwilligkeit wird die Situation weiter verschärfen. Die Interessen der privaten Waldbesitzer sind bisher durch die Forstverwaltung und die Abschussplanung geschützt – auch wenn die Abschusspläne freilich oftmals nicht eingehalten werden. Dieses Instrument nun der Freiwilligkeit zu überlassen, geht in die falsche Richtung", betont die stellvertretende BN-Vorsitzende Beate Rutkowski.   

„Auch wenn die forstlichen Gutachten Gott sei Dank erhalten bleiben, werden die genauen Ausführungsverordnungen des Gesetzes entscheidend sein, damit die Zielvorgaben dann auch eingehalten werden", erklärt Rutkowski. Zentrale Punkte des Gesetzes wie die Jagdkonzepte oder die Durchführung der Waldbegänge sind nämlich nicht klar definiert. „Da Hubert Aiwanger selbst Jäger ist, ist zu befürchten, dass hier die Jagdinteressen im Vordergrund stehen werden und nicht die Waldverjüngung. Wir fordern deshalb ein Mitspracherecht des Landwirtschafts- und Waldministeriums und der Forstverwaltungen vor Ort. Ministerin Michaela Kaniber darf sich hier nicht von Aiwanger über den Tisch ziehen lassen, sie muss die Interessen des Waldes verteidigen können!" 

Zum Artenschutz: Die Verlagerung der Zuständigkeiten für zahlreiche geschützte und bedrohte Rote-Liste-Arten aus dem Naturschutzrecht ins Jagdministerium konnte wohl verhindert werden – ein großer Erfolg für den BN! Die Aufnahme von Wolf und Goldschakal ins Jagdrecht birgt aber Gefahren. „Hier sind wir sehr wachsam. Eine Verstärkung des Wolfsabschusses ohne eine fachlich fundierte Feststellung des ‚guten Erhaltungszustandes‘ werden wir nicht akzeptieren. Und es gibt viele andere Arten, beispielsweise den Biber oder Eichelhäher, die von Hubert Aiwanger gerne als Feind hochstilisiert werden. Da werden wir sehr genau auf die Einhaltung der Naturschutzgesetze achten und früh genug unsere Stimme erheben." 

Rutkowski abschließend: „Ob alle von uns kritisierten und rechtswidrigen Inhalte des ersten Entwurfes nun wirklich Geschichte sind und der Schutz zahlreicher Arten unverändert bleibt, wissen wir aber erst, wenn wir den konkreten neuen Gesetzestext kennen."

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz
Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) ist mit 269.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Er setzt sich für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit über 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.

Kontakt: BUND Naturschutz in Bayern e. V., Landesfachgeschäftsstelle Nürnberg, Felix Hälbich | felix.haelbich@bund-naturschutz.de | www.bund-naturschutz.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
30
JUN
2026
Circular Tech Hub
Europe’s Largest Tech, Startup & Digital Investment Event
14055 Berlin
28
SEP
2026
Zertifikatskurs „Sustainability Management“
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Megatrends

Deutsche wünschen starke Führung
Christoph Quarch analysiert die neue Sehnsucht nach Macht und Herrschaft
B.A.U.M. Insights
Garten-PV - Grüner Strom aus eigenem Anbau.

Jetzt auf forum:

Teamgeist und Zusammenhalt

VerpackDG: Über §26 mehr europäisches Recycling fördern

Jean Ziegler: Unermüdlicher Kämpfer für das Recht auf Nahrung

Alles beginnt jetzt. Auf der Straße. Im Kopf. Im Herzen.

Neuer Marktplatz für Kreislaufwirtschaft in Planung

Lebensmitteltaugliche Rezyklate aus dem Gelben Sack – Interzero leistet Pionierarbeit

DGNB entwickelt neues Zertifizierungssystem für Bestandsquartiere

CBD im Alltag: Fünf Anwendungsformen und ihre Eigenheiten

  • ZamWirken e.V.
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • 66 seconds for the future
  • WWF Deutschland
  • circulee GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • TÜV SÜD Akademie
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • NOW Partners Foundation
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen