66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Jagdgesetzreform

Staatsregierung setzt Waldumbau aufs Spiel

Freiwilligkeit erschwert den in der Klimakrise wichtigen Waldumbau. Entscheidend ist die konkrete Umsetzung des Gesetzes durch die entsprechenden Ausführungsverordnungen. BN beim Thema Artenschutz weiter sehr wachsam.

© pixabayDer Bund Naturschutz in Bayern übt scharfe Kritik an den gestern vorgestellten Eckpunkten der geplanten Jagdgesetzreform. „Wenn die Reform so umgesetzt wird, wäre das ein schwarzer Tag für den Wald in Bayern. Der dringend notwendige Schutz des Waldes würde zu Gunsten der Jagd geschwächt", warnt der BN-Ehrenvorsitzende Hubert Weiger. „Die teilweise Abschaffung der Abschusspläne unter dem Deckmantel der ‚Entbürokratisierung‘ geht zu Lasten des Gemeinwohls und vor allem auch der kleinen Waldbesitzer!"

Der BN befürchtet, dass nach der neuen Regelung die Interessen vieler Waldbesitzer auf der Strecke bleiben. „In den derzeitigen roten Gebieten wird schon jetzt nicht ausreichend geschossen. Die geplante Freiwilligkeit wird die Situation weiter verschärfen. Die Interessen der privaten Waldbesitzer sind bisher durch die Forstverwaltung und die Abschussplanung geschützt – auch wenn die Abschusspläne freilich oftmals nicht eingehalten werden. Dieses Instrument nun der Freiwilligkeit zu überlassen, geht in die falsche Richtung", betont die stellvertretende BN-Vorsitzende Beate Rutkowski.   

„Auch wenn die forstlichen Gutachten Gott sei Dank erhalten bleiben, werden die genauen Ausführungsverordnungen des Gesetzes entscheidend sein, damit die Zielvorgaben dann auch eingehalten werden", erklärt Rutkowski. Zentrale Punkte des Gesetzes wie die Jagdkonzepte oder die Durchführung der Waldbegänge sind nämlich nicht klar definiert. „Da Hubert Aiwanger selbst Jäger ist, ist zu befürchten, dass hier die Jagdinteressen im Vordergrund stehen werden und nicht die Waldverjüngung. Wir fordern deshalb ein Mitspracherecht des Landwirtschafts- und Waldministeriums und der Forstverwaltungen vor Ort. Ministerin Michaela Kaniber darf sich hier nicht von Aiwanger über den Tisch ziehen lassen, sie muss die Interessen des Waldes verteidigen können!" 

Zum Artenschutz: Die Verlagerung der Zuständigkeiten für zahlreiche geschützte und bedrohte Rote-Liste-Arten aus dem Naturschutzrecht ins Jagdministerium konnte wohl verhindert werden – ein großer Erfolg für den BN! Die Aufnahme von Wolf und Goldschakal ins Jagdrecht birgt aber Gefahren. „Hier sind wir sehr wachsam. Eine Verstärkung des Wolfsabschusses ohne eine fachlich fundierte Feststellung des ‚guten Erhaltungszustandes‘ werden wir nicht akzeptieren. Und es gibt viele andere Arten, beispielsweise den Biber oder Eichelhäher, die von Hubert Aiwanger gerne als Feind hochstilisiert werden. Da werden wir sehr genau auf die Einhaltung der Naturschutzgesetze achten und früh genug unsere Stimme erheben." 

Rutkowski abschließend: „Ob alle von uns kritisierten und rechtswidrigen Inhalte des ersten Entwurfes nun wirklich Geschichte sind und der Schutz zahlreicher Arten unverändert bleibt, wissen wir aber erst, wenn wir den konkreten neuen Gesetzestext kennen."

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz
Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) ist mit 269.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Er setzt sich für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit über 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.

Kontakt: BUND Naturschutz in Bayern e. V., Landesfachgeschäftsstelle Nürnberg, Felix Hälbich | felix.haelbich@bund-naturschutz.de | www.bund-naturschutz.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026 ist erschienen

  • Geopolitische Spannungen, Aufrüstung und Unsicherheit prägen Märkte und Investitionsentscheidungen wie lange nicht. Die neue Ausgabe von forum future economy setzt bewusst einen Kontrapunkt: Sie gibt Stimmen Raum, die für Diplomatie, Deeskalation und zivile Lösungen eintreten – weil wirtschaftliche Stabilität ohne Frieden nicht denkbar ist.
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
10
MÄR
2026
Rechtliche Aspekte der Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft zwischen Green Deal und Praxis
kostenfreies Webinar
11
MÄR
2026
Circular Valley Convention 2026
Gestalten Sie mit uns die Zukunft der Kreislaufwirtschaft - Ticketrabatt für forum-Leser*innen!
40474 Düsseldorf
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Naturschutz

Der Mensch als Herr und Meister über die Natur?
Christoph Quarch weist auf das Schöpferische und Kreative im wilden Leben hin
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Industrial Accelerator Act: Dekarbonisierung als Sicherheitsstrategie

Handelsblatt Jahrestagung Stadtwerke 2026, 22./23. April, Berlin

Gute Politik bedient nicht Partikularinteressen

Zukunft braucht Frieden, Resilienz und Unabhängigkeit

Zukunft braucht Frieden

Atomkraft verstärkt die geopolitische Abhängigkeit Europas von Russland und ermöglicht erneutes nukleares Wettrüsten

Starke Partnerschaft für den polnischen Offshore-Markt

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil: Berufsbegleitende Zertifikate zu Dekarbonisierung und Lieferketten

  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • SUSTAYNR GmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • TÜV SÜD Akademie
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • toom Baumarkt GmbH
  • circulee GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Global Nature Fund (GNF)
  • NOW Partners Foundation
  • WWF Deutschland