Umwelt | Wasser & Boden, 24.07.2025
EU-Phosphorindex: EU-Phosphorimporte aus Russland steigen weiter an - trotz des Krieges
Trotz des anhaltenden Krieges Russlands in der Ukraine importiert die EU weiterhin Phosphor aus russischen Minen
Eine neue Analyse des schwedischen Umweltunternehmens Ragn-Sells zeigt, dass die Phosphorimporte aus Russland im ersten Halbjahr 2025 rund 500 Millionen Euro erreichten - ein Anstieg von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
"Es ist äußerst besorgniserregend, dass die EU in ihrer Abhängigkeit von Phosphor aus russischen Minen zugenommen hat", erklärt Pär Larshans, Chief Sustainability Officer der Ragn-Sells-Gruppe. "Wenn Europa ernsthaft daran interessiert ist, seine Widerstandsfähigkeit zu stärken und seine Ernährungssicherheit zu gewährleisten, müssen wir aufhören, uns auf importierte Rohstoffe zu verlassen, und damit beginnen, den Phosphor, den wir bereits in unseren Abwässern haben, zurückzugewinnen."Phosphor ist ein wesentlicher Bestandteil für die Herstellung von Mineraldüngern und Tierfutter. Heute stammt fast der gesamte in der EU verwendete Phosphor aus Minen außerhalb der Union - hauptsächlich aus Russland und Marokko.
Zwischen Januar und Juni 2025 haben Unternehmen in EU-Ländern nach vorläufigen Angaben der Europäischen Kommission verschiedene Arten von Phosphordüngemitteln und Phosphat aus Russland im Wert von rund 500 Millionen Euro erworben. Dies entspricht einer Steigerung von mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
"Die Schließung des Phosphorkreislaufs ist nicht nur eine Frage der Umwelt, sondern auch der Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit Europas. Kein Phosphor bedeutet keine Nahrung. Wir müssen Phosphor als die strategische Ressource behandeln, die er tatsächlich ist", erklärt Pär Larshans.
Das Innovationsunternehmen EasyMining von Ragn-Sells hat eine Technologie entwickelt, mit der über 90 Prozent des Phosphors aus Klärschlammasche zurückgewonnen werden kann. Das Ergebnis ist RevoCaP - ein hochreines, recyceltes Calciumphosphat, das importierten Phosphor ersetzen kann.
Die Europäische Kommission hat kürzlich die Verwendung von Produkten wie RevoCaP als Düngemittel im ökologischen Landbau genehmigt. Allerdings verbieten veraltete Vorschriften aus der BSE-Ära weiterhin die Verwendung in Tierfutter, obwohl moderne Verfahren das ursprüngliche Risiko beseitigt haben.
"Solange dieses Verbot besteht, besteht ein echtes Risiko, dass die Technologie außerhalb der EU exportiert wird. Durch die einfache Aktualisierung eines veralteten Anhangs in der Futtermittelverordnung könnte die EU eine grüne Milliardenindustrie erschließen, den Phosphorkreislauf schließen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken", erklärt Pär Larshans.
Lesen Sie dazu in forum 03/2025, Der Wert der Böden: "Die globale Düngemittelkrise. Sie die Landwirtschaft vor dem Kollaps gerettet werden kann".
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