66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen
Anzeige, Wirtschaft | CSR & Strategie, 18.07.2025

Zukunftsforum des Fraunhofer IAO, 02./03. Juli 2025

Innovative Arbeitsmodelle und gesellschaftliche Verantwortung im Wandel

Das Zukunftsforum 2025 des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO fand am 2./3. Juli 2025 auf dem Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung in Heilbronn statt und verzeichnete rund 250 Teilnehmende sowie etwa 50 Referentinnen und Referenten. Die Tagung stand unter dem Motto „Arbeit einfach machen – Aufbruch in Wirtschaft und Gesellschaft".

Podiumsdiskussion – Arbeit einfach machen, Tag 1 © Ludmilla Parsyak, Fraunhofer IAO
Während des Forums gaben Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der modernen Arbeitswelt. Prof. Dr. Katharina Hölzle, Leiterin des Fraunhofer IAO und des IAT der Universität Stuttgart, betonte die Bedeutung, den Mut zur Veränderung zu fördern und Technologie als Vorteil zu nutzen: „Mensch sein und arbeiten gehört zusammen." Sie hob hervor, dass nachhaltige und flexible Arbeitsmodelle notwendig sind, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Ihr Statement, „Wir müssen nicht mehr arbeiten, sondern besser!", unterstreicht die Dringlichkeit, in Schlüsselbereichen wie der Digitalisierung mutig voranzuschreiten.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass Anpassungsfähigkeit und der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung gewinnen. Thorsten Schäfer-Gümbel von der GIZ betonte, dass innovative Arbeitsmodelle, die auf Zusammenarbeit und Digitalisierung setzen, entscheidend für den gesellschaftlichen Fortschritt sind. Die Diskussionen zeigten, dass hybride Arbeitsmodelle nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch die Zufriedenheit der Beschäftigten erhöhen können.

Mit Nachhaltigkeit Mehrwert schaffen
Claudia Ricci, Nachhaltigkeitsexpertin am Fraunhofer IAO, während ihrer Session 'Mit Nachhaltigkeit Mehrwert schaffen' © Ludmilla Parsyak, Fraunhofer IAOModeriert von Claudia Ricci, Nachhaltigkeitsexpertin am Fraunhofer IAO, zeigte diese Session, wie Unternehmen durch ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategien nicht nur ökologischen, sondern auch wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert generieren können. Prof. Dr. Rupert Felder, Sebastian Gier von Footprint Intelligence GmbH und Wilhelm Mauß von Lorenz GmbH & Co. KG stellten praxisnahe Ansätze vor, wie Nachhaltigkeit integraler Bestandteil zukunftsfähiger Organisationen werden kann. Prof. Dr. Rupert Felder (Schork Kauffmann Bremenkamp) betonte unter dem Leitsatz »Es braucht Haltung UND Handlung« die Schlüsselrolle von HR für nachhaltige Transformation. Sebastian Gier (Footprint Intelligence) zeigte das Potenzial von KI im Nachhaltigkeitsmanagement und -reporting auf. Wilhelm Mauß (Lorenz GmbH & Co. KG) präsentierte ein erfolgreiches Kreislaufwirtschaftsmodell: Die Rücknahme und Aufbereitung gebrauchter Wasserzähler entwickelte sich von einer zunächst einfachen Idee zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell. Ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit wirtschaftlichen Erfolg fördert und Unternehmen resilienter macht.

KI ist kein Selbstzweck
In einer Diskussionsrunde über den sinnvollen Einsatz von KI äußerten Katharina Hölzle und Roland Hehn, Personalvorstand der Schwarz-Gruppe, ihre Gedanken zu diesem Thema. Hehn erkannte die Sorgen vieler Mitarbeitender, dass ihre Arbeitsplätze durch KI gefährdet sein könnten, und stellte klar: „KI ist kein Selbstzweck." Es gehe nicht darum, KI-Lösungen pauschal einzuführen, sondern diese gezielt zur Unterstützung der Mitarbeitenden zu nutzen.

Hehn betonte auch, dass KI-Anwendungen auf die spezifischen Anforderungen der einzelnen Bereiche abgestimmt werden müssen. Ein Beispiel für den Umgang mit KI in der Schwarz-Gruppe ist der „AI Monday" – ein von Mitarbeitenden initiiertes Treffen, bei dem zwanglos über KI diskutiert werden kann. „Als wir dieses Format anboten, waren die 100 Plätze sofort ausgebucht", berichtete Hehn. Der Erfolg des Formats liege auch darin, dass keine Führungskräfte eingeladen waren: „Man muss den Mut haben, machen zu lassen."

Beispiele aus der Praxis
CEO der ebm-papst Group Dr. Klaus Geißdörfer bei der Dinner Speech an Tag 1 © Ludmilla Parsyak, Fraunhofer IAOPraxisbeispiele verdeutlichten, wie innovative Ansätze und die Einbindung von Mitarbeitenden positive Veränderungen bewirken können. Bianca Lammers, Bereichsleiterin bei der Otto GmbH & Co. KGaA, schilderte die Erfolge des Kulturwandels in ihrem Unternehmen und betonte die Wichtigkeit offener und vertrauensvoller Kommunikation.

Ein besonderes Highlight war der Vortrag von Dr. Klaus Geißdörfer, CEO der ebm-papst Group. Er ermutigte die Teilnehmenden, mutig Veränderungen anzugehen und Geschäftsmodelle zu hinterfragen. Unternehmen, die bereit sind, ihre Strukturen zu überdenken, könnten sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil sichern.
Das Zukunftsforum 2025 lieferte wertvolle Erkenntnisse, die Unternehmen dabei unterstützen können, sich auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten.

Schlüsselkompetenzen
Besonders wichtig sind:
  • Mut zur Veränderung: entscheidend für die Anpassung an neue Arbeitsrealitäten.
  • Umgang mit Technologie: Kompetenzen im Bereich Künstliche Intelligenz werden immer wichtiger.
  • Offene Unternehmenskultur: schafft Raum für Innovation und Zusammenarbeit.
  • Moderne Führungsansätze: fördern die Mitarbeitereinbindung und Organisationsentwicklung.
  • Nachhaltige Arbeitsmodelle: verbessern die Work-Life-Balance und steigern die Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

Kontakt: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Catharina Sauer | catharina.sauer@iao.fraunhofer.de | www.iao.fraunhofer.de



     
        
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