66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen
Technik | Energie, 10.07.2025

Kraftwerksstrategie muss Motor der grünen Wasserstoffwirtschaft werden

Bündnis aus Unternehmen und Umweltverbänden fordert von Bundeswirtschaftsministerin Reiche verbindlichen Fahrplan zur Emissionsreduktion bei der Ausschreibung von Kraftwerken

14 Unternehmen der Wasserstoff- und Erneuerbaren-Wirtschaft fordern gemeinsam mit Umweltverbänden Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in einem offenen Brief auf, die geplante Kraftwerksstrategie zum Motor für die grüne Wasserstoffwirtschaft in Deutschland zu machen. Das von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch koordinierte Bündnis betont die Chancen für Klimaschutz, Versorgungssicherheit, Resilienz und heimische Wertschöpfung durch eine verbindliche Dekarbonisierungsstrategie mit nachvollziehbaren und ambitionierten Vorgaben für die Umstellung der Kraftwerke auf grünen Wasserstoff.
 
© akitada; Pixabay.comChristoph Bals, Politik-Vorstand von Germanwatch: "Klimapolitisch steht außer Frage, dass alle Gaskraftwerke schnellstmöglich auf grünen Wasserstoff umgestellt werden müssen. Das ist auch die beste Ergänzung zu Innovationen wie Batteriespeichern und Flexibilität auf der Nachfrageseite. Die Unternehmen der grünen Wasserstoffwirtschaft stehen in den Startlöchern. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug, mit klaren Rahmenbedingungen Wertschöpfung und Klimaschutz am Standort Deutschland zusammen zu bringen."

Die unterzeichnenden Verbände und Unternehmen betonen, dass die finalen Investitions-Entscheidungen in vielen Fällen an der Verbindlichkeit der Nachfrage hängen - diese Planungsunsicherheiten kann die Bundesregierung durch die richtigen Weichenstellungen im Rahmen der Kraftwerksstrategie erheblich reduzieren.

"Die deutschen Elektrolyseurhersteller investieren umfassend in Forschung und Entwicklung sowie den Aufbau von Produktionskapazitäten. Damit sich diese Investitionen auszahlen, braucht es einen starken Heimatmarkt mit Elektrolyseprojekten und gesicherter Wasserstoffnachfrage in Deutschland. Ein verbindlicher Umstellfahrplan für die Kraftwerke auf grünen Wasserstoff wäre genau das", erklärt Sebastian Sipp, Geschäftsführer beim Elektrolyseurhersteller STOFF2.

Der Aufruf folgt einer Reihe von positiven Signalen in jüngerer Zeit, dass grüner Wasserstoff schon mittelfristig auch preislich konkurrenzfähig sein kann: Die zweite Auktionsrunde der Europäischen Wasserstoffbank hat zum wiederholten Male Produktionskosten für grünen Wasserstoff von unter 5 Euro pro Kilogramm erzielt. Damit waren Förderbeträge von lediglich 20 bis 50 Cent pro Kilogramm notwendig, um Abnahmeverträge zu schließen. Eine aktuelle Studie von Delloite und Öko-Institut zu den Kostenentwicklungen von grünem Wasserstoff zeigt zudem, dass grüner Wasserstoff im Laufe der 2030er Jahre deutlich günstiger werden und ab 2040 auch konkurrenzfähig zu blauem Wasserstoff sein kann.

Das Bündnis argumentiert in dem Brief auch mit den Vorteilen, die die Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff für ein flexibles auf Erneuerbaren Energien basierten Energiesystem liefern und mit den damit verbundenen Wertschöpfungsmöglichkeiten in Deutschland.

Sogenannte Sprinterkraftwerke, die von Beginn an mit grünem Wasserstoff betrieben werden, wären eine Möglichkeit, das Zusammenspiel von Erzeugung, Infrastruktur und Nutzung frühzeitig unter realen Bedingungen zu erproben. "So ließe sich die Nutzung von grünem Wasserstoff frühzeitig skalieren und durch einen bilanziellen Ansatz ein stetiger Übergang zu immer mehr mit grünem Wasserstoff betriebenen Kraftwerken ermöglichen", erklärt Timona Ghosh, Leiterin des Deutschlandgeschäfts von HDF Energy, die auf den Bau von Sprinter- und Hybridkraftwerken spezialisiert sind.

Kontakt: Germanwatch e.V., Katarina Heidrich | heidrich@germanwatch.org | www.germanwatch.org



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MÄR
2026
Erneuerbare - rund um die Uhr (nutzen)
33. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen (ABSI)
84524 Neuötting
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
08
JUN
2026
SuperReturn Energy Transition - Ticket discount for forum readers!
Powering progress. Investing in the future of energy.
10789 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Naturschutz

Der Mensch als Herr und Meister über die Natur?
Christoph Quarch weist auf das Schöpferische und Kreative im wilden Leben hin
B.A.U.M. Insights
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.

Jetzt auf forum:

Intelligenz und Resilienz statt Abhängigkeit

Die Chance der Krise

Sondervermögen: Das 11 Milliarden-Potenzial des Klima- und Transformationsfonds (KTF)

Klimaziele 2030 und 2040 werden deutlich verfehlt

Richtiges Haushalten denkt das Morgen mit

Auftakt mit Strahlkraft - Let's talk about Cotton

3-phasiges Solar- und Speichersystem der nächsten Generation mit integrierter Ersatzstromfunktion

Einfach mal machen

  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • circulee GmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • SUSTAYNR GmbH
  • WWF Deutschland
  • Global Nature Fund (GNF)
  • ZamWirken e.V.
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • TÜV SÜD Akademie
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • NOW Partners Foundation