Garten-PV - Grüner Strom aus eigenem Anbau.

Gebäudeintegrierte Photovoltaik

Lösung für ein intelligentes und stabiles Stromnetz

Die Energiewende bringt Herausforderungen mit sich: Während zur Mittagszeit oft ein Überangebot an Solar- und Windstrom besteht, fehlen am Vor- und Nachmittag sowie im Winter ausreichende Mengen an erneuerbarer Energie. Eine vielversprechende Lösung für dieses Problem bietet die verstärkte Nutzung von Fassaden-Photovoltaik (PV). Besonders bei variablen Stromtarifen kann dies zunehmend wirtschaftlich attraktiv werden, da Strompreise in den Morgen- und Abendstunden oft höher sind als zur Mittagszeit. Und im Winter spielt die Energieerzeugung in der Fassade alle Trümpfe aus.

Denkmalgeschützte Herz-Jesu-Kirche Saas-Fee: Selbst Kirchendächer bieten hervorragende Möglichkeiten Strom für die (Gottes-) Gemeinde zu erzeugen und sich gleichzeitig gut in das Ortsbild zu integrieren. Unauffällig: Alle Dachschindeln bestehen aus modernen PV-Modulen. © Solarenergieförderverein Bayern e.V.
Ein zentrales Element dieser Strategie ist die gebäudeintegrierte Photovoltaik, die Solarstrom direkt an Fassaden und Dächern bevorzugt für die maximierte Eigennutzung erzeugt. Zahlreiche prämierte Projekte zeigen, wie innovative Architektur und nachhaltige Energieerzeugung miteinander kombiniert werden können. Mit genialen Lösungen wie dreidimensionalen Fassaden-PV-Systemen, denkmalgerechten Solardächern und bürgerfinanzierten Solarprojekten wird die nachhaltige Stromerzeugung vorangetrieben. Im Folgenden stellen wir die zwei Gewinner des Architekturpreises Gebäudeintegrierte Solartechnik 2024 vor und präsentieren weitere herausragende Projekte – zur Nachahmung empfohlen!
 
Gebäude als Energieerzeuger der Zukunft
Die hier vorgestellten Projekte verdeutlichen, dass die Integration von Photovoltaik in Fassaden und Dächer nicht nur zur Energiewende beiträgt, sondern auch architektonisch ansprechend umgesetzt werden kann. Besonders in Zeiten hoher Strompreise zu Tagesrandzeiten und im Winter gewinnt die optimale Ausrichtung der Module an Bedeutung. Gebäude werden damit nicht nur Verbraucher, sondern auch aktive Erzeuger von sauberer Energie – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Zukunft.


Die Gewinner: Zwei Sieger teilen sich den 1.Platz

Wohnhochhaus in Regensburg
  • Vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan: Die gelungene Hochhaus-Sanierung mit attraktiver Solarfassade und gleichzeitiger Wohnraumerweiterung erzielte im Wettbewerb Platz 1. © Solarenergieförderverein Bayern e.VProjekt: Sanierung und Erweiterung eines Hochhauses
  • Standort: Regensburg, Deutschland
  • Beschreibung: Das sanierte Hochhaus erhielt eine PV-Fassade, die sich optisch in die Aluminiumverkleidung integriert. Durch Nachverdichtung wurde zusätzlicher Wohnraum geschaffen, während das Gebäude nachhaltig modernisiert wurde.
  • PV-Leistung: 98 kW (45 kW Südfassade, 53 kW Westfassade) + 17 kW Dach
  • Besonderheit: PV-Module optisch in Aluminiumfassade integriert, sortenrein rückbaubar

Bürogebäude Bellerivestraße, Zürich
  • Kopf an Kopf Rennen: Auch das Bürogebäude in Zürich begeisterte die Jury und erhielt ex-aequo den ersten Platz. © Solarenergieförderverein Bayern e.V
    Projekt: Sanierung eines Bürogebäudes
  • Standort: Zürich, Schweiz
  • Beschreibung: Die Fassade des Gebäudes wurde mit einer inno­vativen PV-Lösung ausgestattet, die nicht nur Energie erzeugt, sondern auch als Sonnenschutz dient. Die dreieckige Stahlkonstruktion verleiht dem Bau ein modernes Erscheinungsbild.
  • PV-Leistung: 437 kW (Fassade) + 43 kW (Dach)
  • Besonderheit: PV-Module in dreieckige Stahlkonstruktion integriert, dient als Sonnenschutz


Anerkennung 

KuhBar, Arosa
  • © Solarenergieförderverein Bayern e.VProjekt: Neubau einer Berghütte
  • Standort: Arosa, Schweiz
  • Beschreibung: Die Berghütte wurde mit einer vollflächigen PV-Dachanlage ausgestattet, die auch im Winter zuverlässig Strom liefert. Durch die steile Dachneigung bleibt die PV-Fläche schneefrei und nutzt den tiefstehenden Sonnenstand optimal.
  • PV-Leistung: 76,9 kW
  • Besonderheit: Steildach mit 55° Neigung für schneefreie PV-Fläche im Winter

Ökonomiegebäude Lützelsee
  • © Solarenergieförderverein Bayern e.V.
    Projekt: Neubau einer Remise
  • Standort: Hombrechtikon, Schweiz
  • Beschreibung: Das landwirtschaftliche Gebäude erhielt eine lichtdurchlässige PV-Dachkonstruktion, die sich harmonisch in das denkmalgeschützte Ensemble einfügt.
  • PV-Leistung: 42,7 kW 
  • Besonderheit: Lichtdurchlässiges Solardach, angepasst an denkmalgeschützte Umgebung

LINARA Kaufbeuren
  • © Solarenergieförderverein Bayern e.V.
    Projekt: Neubau eines Gewerbegebäudes
  • Standort: Kaufbeuren, Deutschland
  • Beschreibung: Die Fassade des Gewerbegebäudes wurde so konzipiert, dass die PV-Module nicht nur Energie liefern, sondern auch als Designelement zur ästhetischen Gestaltung beitragen.
  • PV-Leistung: 145 kW
  • Besonderheit: PV-Module als Gestaltungselement in Ost- und Westfassaden integriert


Ausgezeichnet 

Herz-Jesu-Kirche, Saas-Fee
  • © Solarenergieförderverein Bayern e.V.Projekt: Sanierung einer denkmalgeschützten Kirche
  • Standort: Saas-Fee, Schweiz
  • Beschreibung: Die Kirche erhielt ein PV-Indachsystem, das sich harmonisch in die Schindeloptik integriert. Damit bleibt die historische Optik erhalten, während erneuerbare Energie genutzt wird.
  • PV-Leistung: 94,4 kW
  • Besonderheit: PV-Module in Schindeloptik, kaum von traditionellem Dach zu unterscheiden


Der Architekturpreis

Gebäudeintegrierte Solartechnik…
… wurde im Jahr 2000 vom Solarenergieförderverein Bayern e.V. ins Leben gerufen. Der weltweit ausgeschriebene Preis hat sich als internationaler Wettbewerb zu der Schnittstelle von Architektur und Solarenergie etabliert. Gewürdigt werden mit dem Preis herausragende Beiträge der Planung und Gestaltung gebäudeintegrierter Solaranlagen.
 
Zum Wettbewerb
Der international ausgeschriebene Wettbewerb wurde im Jahr 2024 zum 10. Mal ausgelobt. 60 Einreichungen aus 10 Ländern hatte die Jury unter dem Vorsitz von Dr. Bruno Schiebelsberger zu sichten. Nach mehreren Sichtungsrunden und intensiver Diskussion beschloss die Jury, den „Architekturpreis Gebäudeintegrierte Solartechnik 2024" (dotiert mit 15.000 EUR) an zwei Projekte zu vergeben, zudem wurden vier „Anerkennungen" ausgesprochen.
 
allianz-bipv.org (Allianz Bauwerkintegrierte Photovoltaik)

Dieser Artikel ist in forum 02/2025 - Save the Ocean erschienen.



     
        
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