Umwelt | Wasser & Boden, 03.06.2025
Transnationaler Landbesitz nimmt gewaltig zu und bedroht Ernährung und Menschenrechte weltweit
Neue Studie zeigt gefährlichen Trend der Aneignung riesiger Landflächen durch eine kleine Gruppe globaler Landbesitzer und fordert Agrarreformen
Die Menschenrechtsorganisation FIAN und die NGO Focus on the Global South veröffentlichen heute ihren Bericht Lords of the Land: Transnational Landowners, Inequality and the Case for Redistribution. Die Studie analysiert die Rolle der zehn größten privaten Landbesitzer weltweit. Diese kontrollieren zusammen über 400.000 Quadratkilometer Land – eine Fläche so groß wie Japan.

Denn die Folgen sind dramatisch: Die zunehmende Landkonzentration gefährdet die Ernährungssicherheit und bedroht die Existenz von rund 2,5 Milliarden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie von 1,4 Milliarden der ärmsten Menschen weltweit, die direkt von der Landwirtschaft leben. Landaneignung geht oft mit Gewalt, Zwangsräumungen, Umweltzerstörung und Klimaauswirkungen einher. Nahezu alle der größten Landbesitzer sind in Landkonflikte, Vertreibungen und Umweltvergehen involviert.
Einer der größten Investoren ist der US-Pensionsfonds TIAA. Dieser hat seinen weltweiten Landbesitz zwischen 2012 und 2023 von 328.200 auf 1,2 Millionen Hektar fast vervierfacht. Allein in der brasilianischen Cerrado-Region, einem der artenreichsten Gebiete der Welt, hält er 61.000 Hektar. Auch deutsche Pensionsgelder der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe waren am Erwerb dort beteiligt. In der Region wurden riesige Landflächen in industrielle Baumplantagen, Monokulturen und Weideland umgewandelt – begleitet von Abholzung, gewaltsamen Landnahmen und massiver Umweltzerstörung.
Da Landkonzentration und Landraub grenzüberschreitend durch globales Kapital vorangetrieben werden, braucht es eine internationale Antwort. Die anstehende Internationale Konferenz über Agrarreform und ländliche Entwicklung (ICARRD+20) Anfang kommenden Jahres in Kolumbien bietet eine wichtige Chance. „Die Regierungen müssen sich dort auf konkrete Schritte einigen, um Landkonzentration zu stoppen, Land gerechter zu verteilen und die Rechte ländlicher Bevölkerungsgruppen zu stärken", so Herre abschließend.
Link zur Studie | Bericht des The Ecologist zum Thema
Kontakt: FIAN International, Philip Seufert, Koordinator des Land-Programms | seufert@fian.org | www.fian.de
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