Technik | Energie, 06.02.2025

Metastudie: E-Fuels keine Alternative zum Verbrenner-Aus

Fokus stattdessen auf öffentlichen Nahverkehr und kleine E-Autos legen

Eine neue Metastudie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland zeigt: Für den Einsatz im Verbrenner-Pkw sind E-Fuels zu teuer, ineffizient und nicht in ausreichenden Mengen verfügbar. Trotzdem wollen einige Akteure den europäischen Kompromiss zum Verbrenner-Aus aufkündigen. Die Klima-Allianz Deutschland fordert stattdessen, den Fokus auf den öffentlichen Nahverkehr und kleine E-Autos zu legen.
 
E-Fuels sind keine Lösung für den Pkw-Bereich
© Gerd Altmann; Pixabay.com"Die Metastudie belegt: Wer das europäische Verbrenner-Aus infrage stellt, führt Autokäufer in die Irre," erklärt Stefanie Langkamp, Geschäftsleiterin Politik der Klima-Allianz Deutschland. "E-Fuels im Pkw-Bereich sind eine Fata Morgana und definitiv keine Alternative zu E-Autos. Sie sind viel zu teuer, ineffizient und noch dazu umweltschädlich. Die Politik muss daher am EU-Kompromiss festhalten, fossile Verbrenner ab 2035 nicht mehr zuzulassen."

Steuergelder sinnvoll nutzen
Der Metastudie zufolge wird es selbst mit hohen staatlichen Zuschüssen bis 2035 nicht genug E-Fuels geben, um einen relevanten Beitrag zu den Klimazielen zu leisten. Laut Szenarien führender Institute und Beratungsunternehmen werden aufgrund der hohen Kosten und schlechten Verfügbarkeit von E-Fuels bis 2045 bereits 75 bis 100 Prozent des Pkw-Bestands elektrifiziert sein. Fahrzeuge mit E-Fuels werden demnach auch 2050 nur eine marginale Rolle spielen.

Einige Akteure fordern jetzt, die Energiesteuer auf E-Fuels zu senken. Doch diese Subventionen würden den Staatshaushalt bis 2050 mit mindestens 45 Milliarden Euro belasten. "Diese Steuergelder brauchen wir dringend für den Ausbau klimafreundlicher Mobilität. Die kommende Bundesregierung muss prioritär den öffentlichen Nahverkehr stärken und gezielt kleine E-Autos für Menschen mit geringerem Einkommen fördern", fordert Langkamp.

E-Fuels: Ineffizient und klimaschädlich
Die Metastudie zeigt deutlich, wie ineffizient der Einsatz von E-Fuels ist: 150 On-Shore-Windkraftanlagen könnten 240.000 E-Autos mit Strom versorgen, aber nur 37.500 Verbrenner mit E-Fuels. "Mit derselben Strommenge könnten also mehr als sechsmal so viele Fahrzeuge elektrisch betrieben werden", erklärt Matthias Runkel, Leiter Verkehrs- und Finanzpolitik beim FÖS und Autor der Metastudie. E-Autos sind auch wesentlich klimafreundlicher, so Runkel: "Betrachtet man den gesamten Lebenszyklus, verursachen E-Autos 40 bis 50 Prozent weniger CO2-Emissionen als mit E-Fuels betriebene Autos."

E-Fuels nur für Flug- und Schiffsverkehr
"Die knappen Mengen an E-Fuels benötigen wir für den Flug- und Schiffsverkehr, weil dort die Elektrifizierung schwierig ist. Subventionen für den Gebrauch beim Pkw sind ineffizient und wenig zielführend. Wer die Verfügbarkeit von E-Fuels und des Vorprodukts Wasserstoff sicherstellen will, sollte öffentliche Gelder stattdessen in deren Erforschung und Entwicklung, Projektförderungen und den Aufbau der Infrastruktur stecken", so Runkel weiter.

Gesundheitliche Risiken durch E-Fuels
E-Fuels verursachen laut ADAC ähnliche Schadstoffemissionen wie fossile Kraftstoffe. Die gesundheitlichen Gefahren bleiben bestehen. Dagegen fahren E-Autos, abgesehen von Partikelemissionen durch Abrieb, nahezu emissionsfrei. Die Klima-Allianz Deutschland fordert daher, die Debatte um das Verbrenner-Aus zu beenden.

Download
Metastudie "E-Fuels und ihre Grenzen - keine Alternative zum Verbrenner-Aus", erstellt vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland

Die Klima-Allianz Deutschland ist das breite gesellschaftliche Bündnis für den Klimaschutz. Mit über 150 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Kirche und weitere religiöse Gemeinschaften, Entwicklung, Bildung, Kultur, Gesundheit, Verbraucherschutz, Jugend, Soziales und Gewerkschaften setzt sie sich für eine ambitionierte und sozial gerechte Klimapolitik auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein. Hinter ihren Mitgliedsorganisationen stehen rund 32 Millionen Einzelmitglieder.


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MAI
2026
Bayerischer Batteriekongress 2026
Einblicke, Strategien, Innovationen
81671 München
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Dieser Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Megatrends

Deutsche wünschen starke Führung
Christoph Quarch analysiert die neue Sehnsucht nach Macht und Herrschaft
B.A.U.M. Insights
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.

Jetzt auf forum:

Virgin Islands Climate Change Trust Fund launched at Global Sustainable Islands Summit in Gran Canaria, marking new era in climate finance innovation for islands

Kreislaufwirtschaft am Bau & Energie für die Zukunft

Gastfreundschaftslektionen aus Südtirol

Städte weltweit fordern eine Beschleunigung des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien

Koalition von Ländern treibt beschleunigte Abkehr von fossilen Energien während Energiekrise voran

Deutsche Umwelthilfe widerlegt Mythos angeblich hoher Systemkosten Erneuerbarer Energien

Die Energiewende ist kein Kostenblock – sie ist ein Gewinnmodell für die Regionen

Aufbruch in Santa Marta

  • 66 seconds for the future
  • NOW Partners Foundation
  • TÜV SÜD Akademie
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • ZamWirken e.V.
  • SUSTAYNR GmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • WWF Deutschland
  • circulee GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften