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Warum nachhaltige Verpackungen für die Umwelt wichtig sind

Wird nachhaltig verpackt, freut sich die Umwelt.

Wie erkennt man nachhaltige Verpackungen und welche Entwicklungen gibt es auf diesem Gebiet? Erfahren Sie mehr!

© John Cameron, unsplash.comWird nachhaltig verpackt, freut sich die Umwelt. Diese einfache Botschaft muss mit Leben gefüllt werden, um die ökologische Vielfalt auf unserem Planeten zu bewahren. So sorgt Plastikmüll für verschmutzte Gewässer, Seevögel verenden qualvoll und liegengelassene Taue und Netze entwickeln sich zu Todesfallen. Plastik nimmt in Bezug auf Verpackungsmüll eine Sonderstellung ein; so setzt sich der gesamte Meeresunrat zu 75 Prozent aus Kunststoff zusammen. Auch deshalb muss die Wegwerfgesellschaft der Kreislaufwirtschaft weichen.

Die Macht der Verbraucher

Wir als Verbraucher haben es in der Hand, durch die Wahl von Produkten mit nachhaltigen Verpackungen positiv auf die Hersteller einzuwirken. So waren es die Verbraucher, die mit ihrer Produktentscheidung für FCKW-freie Kühlschränke zur Schließung des Ozonlochs beigetragen haben. Jeder Experte für Verpackungsmittel ist auch heute im Zuge der Ökokrise gefragt, um die nötige Aufklärung zu leisten.

Dass die Zahl der Verbraucher in Deutschland, die bereit dazu sind, für ein umweltfreundlich eingepacktes Produkt mehr zu bezahlen, von 83 Prozent 2021 auf 64 Prozent nach einer Studie von Simon-Kucher abgenommen hat, setzt einen falschen Trend. Hier ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, um ein Verständnis für ökologische Verpackungen in der Bevölkerung zu entwickeln. Wir zeigen, worauf es bei der Wahl umweltgerechter Verpackungen ankommt und welche Verpackungen am besten für die Umwelt sind.

Worauf es bei nachhaltigen Verpackungen ankommt

Zunächst ist weniger mehr, denn je weniger Verpackung für ein Produkt gebraucht wird, desto besser ist dies für die Umwelt. Weiterhin zählt die Wiederverwendbarkeit der Verpackungen. Vorzuziehen ist Monomaterial, während Verpackungen, die aus mehreren Legierungen verschiedener Kunststoffarten bestehen, schwer zu trennen sind und deshalb in dieser Kennzahl deutlich schlechter abschneiden.

Plastik selbst ist deshalb so umweltschädlich, weil es sich biologisch kaum abbauen lässt. Ist Plastikmüll auf den Meeresgrund gesunken, kann er dort Hunderte von Jahren bestehen bleiben. Verpackungsmittel aus ökologisch nachhaltiger Forstwirtschaft und ökologisch nachhaltigem Anbau sind Verpackungen vorzuziehen, bei denen Raubbau an der Natur betrieben wird. Außerdem ist bei Verpackungen der Mehrweg immer dem Einweg vorzuziehen. Dies gilt für Besteck und Trinkbecher ebenso wie für Flaschen und Vaporizer.

Andere Aspekte für die Umwelt bei Verpackungsmitteln sind die Länge der Transportwege und die Emissionen ihrer Herstellung. Eine grobe Orientierung für die Nachhaltigkeit der Verpackungen von Produkten bieten Ökosiegel wie der Blaue Engel, FSC und PEFC.

Welche Verpackungen sind nachhaltig?

Die Wahl von Holz und Karton ist zunächst eine gute Wahl für Verpackungen, wenn diese aus nachhaltigen Materialien zusammengesetzt sind. Glas ist besser als Kunststoff, wobei PET-Einwegflaschen in puncto Nachhaltigkeit besonders schlecht abschneiden. Biokunststoffe können, da sie nachwachsen, eine Alternative zu synthetisch hergestelltem Plastik sein. Hier gilt es allerdings in Rechnung zu stellen, dass sie den Menschen Anbauflächen für dringend benötigte Lebensmittel nehmen.

Die innovativsten Verpackungen der letzten Jahre

In den letzten Jahren sind auf dem Gebiet alternativer ökologischer Verpackungen spannende Konzepte entwickelt worden, die einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Verpackungsmülls leisten. Auf drei dieser Innovationen möchten wir näher eingehen. Andere ökologische Alternativen für Verpackungen sind Maisstärke, Bambus, Hanf, Faserguss, Steinpapier und Leinen. In letzter Zeit haben sich essbare Verpackungen bei einigen Produkten etabliert, die im wahrsten Sinne des Wortes Umweltschutz schmackhaft machen.

Bagasse ? Verpackung aus Zuckerfasern

Bei Bagasse handelt es sich um ein Nebenprodukt der Zuckerverarbeitung, das nach dem Auspressen von Zuckerrohr in Form faseriger Pflanzenreste entsteht. Die faserige Zellulose reduziert die Abfallmenge aus der Zuckerproduktion, wenn sie als Ersatzmittel für Kunststoff in der Verpackungsindustrie verwendet wird und ist ein nachwachsender natürlicher Rohstoff, der sich unter industriellen Bedingungen gut kompostieren lässt. Überzeugend sind die Werte von Bagasse in puncto Stabilität und Hitzebeständigkeit. Eine aktuelle Herausforderung ist seine begrenzte Wasserfestigkeit, sodass es sich weniger für die Verpackung flüssiger Lebensmittel eignet.

Kakaopapier ? ökologische Verpackung mit Schokoladengeruch

Kakaopapier ist ebenso ein Restprodukt wie Bagasse. Es wird aus Kakaoschalen gewonnen, die bei der Schokoladenherstellung nicht benötigt werden. Kakaopapier ist biologisch abbau- und recycelbar und seine Farbtöne, Haptik und sein Geruch geben Verpackungen eine ungewohnt luxuriöse Note. Derzeit ist es noch ein Nischenprodukt, doch auch hier haben wir Verbraucher es in der Hand, die Nachfrage zu stimulieren.

Grasfasern ? gewonnen aus Heu

Grasfasern werden aus Heu hergestellt, wofür eine Extraktion der Zellulose erforderlich ist. Charakteristisch ist seine grünliche Farbe und leichte Struktur. Die aufwendige Herstellung führt leider zu einem hohen Preis. Dennoch hilft ihr Einsatz dabei, den Anteil von Holz zu reduzieren, sodass weniger Bäume gefällt werden müssen. Außerdem ist der Wasser- und Energieverbrauch bei der Herstellung von Grasfasern geringer als bei Papier und die Transportwege sind kurz, weil Gras überall in Deutschland wächst.


     
        
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