Für ein neues Zeitalter von Unternehmertum?! - Wege in ein Resonanz-Unternehmertum. 11. bis 13. Juni 2024

Multimodal in die Zukunft

Ökonomischer Klimaschutz mit Schiff und Schiene


Multimodale Verladung vom Schiff auf Bahn und LKW
am Seehafen Rostock in der Praxis
Pünktlich und kosteneffizient sollen Logistikkonzepte sein und dem Klimaschutz Rechnung tragen. Die verladende Wirtschaft und ihre Transportpartner entdecken unter dem Stichwort "Green Logistics" die Verkehrsträger Schiene und Wasser für effiziente multimodale Transportketten mit positiver Umweltbilanz.

Nachhaltiges Wirtschaften vermeidet Verkehr - ein erstrebenswertes, fast utopisch klingendes Ziel angesichts der zunehmenden Straßentransporte bei begrenzter Infrastruktur. Der Anstieg resultiert unter anderem aus modernen Formen des Handels wie E-Commerce mit mehr Sendungen und weniger Gewicht sowie der global orientierten Beschaffung und Arbeitsteilung, welche die Entfernungen zwischen Ziel- und Quellorten vergrößern.

Nachhaltigkeitsformel der Zukunft

Green Logistics vereint Klimaschutz und Sicherstellung der Versorgung als gesellschaftliche Priorität. Deshalb wird die Güterverlagerung auf effiziente Verkehrsträger von der EU mit zahlreichen Förderprogrammen unterstützt. Proaktives Handeln, um zukunftssichere Ansätze in der Transportlogistik frühzeitig zu realisieren, zahlt sich darum als Kosten- und Wettbewerbsvorteil im Sinne des CSR-Konzepts aus.

In den EU-Staaten wird laut Studien der innereuropäische Güterverkehr bis 2020 um 70 Prozent wachsen, inklusive der neuen Mitgliedstaaten sogar bis zu 95 Prozent. Für stabile Wertschöpfungsketten ohne Engpässe ist die Entwicklung flexibler Verkehrslösungen dringend erforderlich. Die Kombination aus LKW mit Bahn und Schiff spielt bei zunehmendem Güterverkehr aus ökonomischen und ökologischen Gründen eine wesentliche Rolle. Neben den multimodalen Konzepten punkten im Bahnverkehr und im Zusammenspiel mit Seeverkehren insbesondere intermodale Lösungen mit Containern, während der intermodale Landverkehr auf Sattelauflieger und Wechselbrücken setzt.

Doppeleffekt: Schiene und Schiff

Auf der Suche nach Lösungen für drohende Engpässe entdecken Transportdienstleister und die verladende Wirtschaft das Potenzial der europäischen Schienen und Wasserwege: Das Schiff hat nicht nur durch große Kapazitätsreserven und minimale Lärmbelastung abseits von Wohngebieten Vorteile, sondern auch beim Verbrauch. Der Primärenergiebedarf und die externen Kosten liegen bei Bahn und Schiff deutlich unter den Werten des LKW. Engpässe im Bahnnetz und den Umschlagterminals begrenzen heute das Wachstum, können aber durch intelligente Steuerungssysteme und punktuelle Ausbauten mittelfristig behoben werden.

ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (SPC)

Die Beratungseinheit zur Stärkung der europäischen Schienen- und Schiffsverkehre ist ein Public-Private-Partnership des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), der Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein sowie Reedereien, Spediteuren, Hafenumschlagbetrieben, Häfen, Schiffsmaklern und der Binnenschifffahrt. Die Non-Profit-Organisation besteht aus Fachleuten mit multimodalen System- und Marktkenntnissen über das europäische Dienstleistungsangebot an Bahn-, Binnenschiff- und Shortsea-Linienverkehren. Das SPC-Team unterstützt Verlader und Spediteure mit einem lösungsorientierten Projektmanagement, das mit der Analyse bestehender Sendungsstrukturen und Güterströme beginnt. Daraus ergeben sich - unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten - Realisierungschancen für multimodale Transportketten, welche das SPC über die Konzeption hinaus auch in der Umstellungs- oder Implementierungsphase begleitet.
www.shortseashipping.de

Gerade Unternehmen mit mittleren bis großen Volumina, die gleich einer Pipeline regelmäßig über größere Distanzen von einem festen Ausgangspunkt zu einem gleich bleibenden Zielort fließen, profitieren von alternativen Verkehrsträgern. Das gilt vor allem für Sendungen, die als Komplettladungen per Container auf den Weg gehen. So hat der Logistikdienstleister Logwin mit Förderung durch das Bundesverkehrsministerium neue intermodale Bahnverbindungen zwischen Bremen und Süddeutschland geschaffen, welche intensiv weiterentwickelt werden. "Mit neuen Lösungsansätzen und Spezialequipment verlagern wir straßenaffine Verkehre auf die Schiene und erreichen dadurch nachhaltige Einsparungen beim CO2-Ausstoß", so Wolfgang Tomaschett, Director Central Europe im Logwin-Geschäftsfeld Road + Rail in Österreich.

Option Kurzstreckenseeverkehr

Den Vorteil der Küstennähe und damit von Wasserstraßen genießen zahlreiche europäische Wirtschaftszentren, so dass Shortsea- und Binnenschiff-Verkehren große Bedeutung zukommt. Für den Transport der Haushaltsgeräte von den süddeutschen Werken bis ins englische Zentrallager setzte der Haushaltsgerätehersteller Bosch/Siemens Mega-Trailer oder Jumbo-Hängerzüge ein, die immer häufiger im Stau steckten. Im multimodalen System werden nun die Produkte aus den südwestdeutschen Werken in Bretten gebündelt. Spezial-LKW fahren Container an das trimodale Terminal Gernsheim. Hier geht es per Binnenschiff nach Rotterdam und weiter mit Shortsea-Schiffen nach Purfleet. Anschließend erfolgt der LKW-Nachlauf ins Zentrallager Milton Keynes. Durch die Verlagerung aufs Wasser ergeben sich deutliche Umweltvorteile, der Verkehr ist günstiger und besser kalkulierbar bei großer Terminsicherheit. Spezielle Großcontainer als "schwimmendes Lager" optimieren die Wirtschaftlichkeit.

Shortsea-Verkehre verbinden heute primär die Anrainer der Nord- und Ostsee, sollen aber künftig auch verstärkt das Mittelmeer und Schwarze Meer anbinden.

Glossar

- Verkehrswege: Straße, Schiene, Wasser, Luft, Pipeline

- Verkehrsträger: Schienengüterverkehr, Straßengüterverkehr; Luftfahrt, See- und Binnenschifffahrt

- Multimodal beschreibt die Existenz und Ausnutzung von Synergien von mehreren Verkehrsträgern innerhalb einer Transportkette.

- Intermodal sowie Kombinierter Verkehr bezeichnen die Kombination aus zwei oder mehr Verkehrsträgern, wenn die Ladeeinheiten Container, Wechselbrücken oder Sattelauflieger umgeschlagen werden.

- Eine Sonderform des Kombinierten Verkehrs stellt die Rollende Landstraße dar, die ganze LKW transportiert.


Informationsvorsprung

"Verkehre intermodal gestalten" als Devise der Zukunft erfordert breiteres Wissen bei den Entscheidern der verladenden Wirtschaft und im Logistiksektor. Non-Profit-Organisationen wie das ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (SPC) stellen Informationen über Bedingungen und Möglichkeiten im Einsatz alternativer Verkehrsträger bereit und ermöglichen umweltbewusstes und zukunftsorientiertes Handeln.

International Intermodal Guide für Deutschland, Österreich und die Schweiz

Das übersichtliche Nachschlagewerk der Logistikberatung Süddeutsche Consultants erscheint im Frühjahr 2009 im Swiss Professional Media Verlag und liefert klar strukturierte Angaben zu Terminals und Logistikzentren. Der Einsatz dieser Kapazitäten für die nachhaltige Gestaltung der Transportketten entlastet die Umwelt von wachsenden Straßenverkehren.

Nutzen auch Sie dieses hochwertige Kompendium für Handel, Industrie, Bahnen und Speditionen, um Ihre Logistikprozesse effektiv und ökologisch zu planen.

Bestellmöglichkeit: info@s-p-m.ch


Im Profil

Stefan Blaas ist Mitbegründer und Gesellschafter der Süddeutschen Consultants und arbeitet seit 1991 im Themenfeld Intermodaler Verkehr/Europa/Bahn. Sein Fokus sind Businesspläne und Fördermittelanträge für Terminals und Zugsysteme, die Vermittlung zu EU und nationalen Programmen sowie die Unterstützung von Verladern und Spediteuren in der Logistikplanung und im Projektmanagement.

Süddeutsche Consultants

Stefan Blaas | Ulrich Dehe | Georg Kreitmair | GbR

Telefon +49 (0)821 / 3 19 93 16

E-Mail blaas@sueddeutsche-consultants.de
www.sueddeutsche-consultants.de



Christian Betchen ist seit 2006 als Project Manager Inland Waterway Systems des SPC für die stärkere Integration des Systems Wasserstraße in die europäischen Wertschöpfungsketten von Industrie, Handel und Spedition zuständig. Zuvor war er Gefahrgutbeauftragter in der familiären LKW-Spedition und anschließend für das Projektmanagement und den Vertrieb von Contract-Logistic-Lösungen der Rhenus AG & Co. KG verantwortlich.

ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center

c/o Bundesministerium für Verkehr,

Bau und Stadtentwicklung

Telefon +49 (0)228 / 3 00 48 92

E-Mail betchen@shortseashipping.de

Quelle:
Wirtschaft | Lieferkette & Produktion, 11.12.2008

     
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