Die Tugenden der Deutschen Bahn AG:

"Die Herausforderungen bezüglich Nachhaltigkeit hören nie auf"


Norbert Hansen, Personalvorstand der Deutschen Bahn AG
Herr Hansen, was bedeutet Nachhaltigkeit für die Deutsche Bahn?

Die Deutsche Bahn kümmert sich um rund 34.000 Kilometer Schienennetz, mehr als 5.000 Personenbahnhöfe und über 4.500 Stellwerke. Sie ist somit ein zentrales Rückgrat für die Mobilität der Gesellschaft. Zudem ist sie einer der größten und attraktivsten Arbeitgeber und Ausbilder in Deutschland. Daraus wird deutlich: Nachhaltigkeit ist eine zwingend notwendige und deshalb auch selbstverständliche Tugend unserer Unternehmensführung: ökologisch, sozial und ökonomisch.

Was ist an dem geplanten Börsengang der Bahn nachhaltig? Was antworten Sie den vielen kritischen Stimmen?

Wenn wir die erfolgreiche Unternehmensentwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen wollen, müssen wir weiter in den Ausbau unseres Geschäfts investieren. Dazu benötigen wir privates Kapital, denn trotz der Erfolge reichen dafür unsere finanziellen Mittel nicht aus. Dieses soll durch den geplanten Börsengang der DB Mobility Logistics AG generiert werden. Das ist ein sehr nachhaltiges Vorhaben. Nur ein Unternehmen, das in der Lage ist, in seine Zukunft zu investieren, kann auch nachhaltig agieren.

In welchem Bereich der Triple Bottom Line haben Sie besondere Erfolge oder besondere Probleme Ihres CSR-Engagements zu verzeichnen? Wie sieht beispielsweise Ihre Personalpolitik aus und was leistet die Bahn im Umweltschutz?

Wir wollen bis 2020 unseren spezifischen CO2-Ausstoß um 20 Prozent mindern. Bereits heute erspart man als Bahnfahrer der Umwelt im Vergleich zum Auto gut zwei Drittel Kohlendioxid, im Vergleich zum Flugzeug sogar 75 Prozent. Aber hier gibt es noch weiter reichende Initiativen, beispielsweise zum Lärmschutz. Im sozialen Bereich sind wir sehr erfolgreich, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie betrifft. Wir begegnen dem demographischen Wandel mit zahlreichen Initiativen, unter anderem mit Qualifizierungsprogrammen für unsere älteren Mitarbeiter. Es gibt Gleichstellungsprogramme, Diversity-Projekte, Programme wie "Bahn-Azubis gegen Hass und Gewalt" als fester Bestandteil des Ausbildungsprogramms und vieles mehr. Alles nicht aus Idealismus, sondern weil es für fruchtbare und erfolgreiche Zusammenarbeit in einem so großen Konzern wie der DB notwendig ist. Ein Beispiel noch: Wir haben rund 50 türkischstämmige Betriebsräte - gewählt aus der gesamten Belegschaft. Das nenne ich gelebte Integration im DB-Konzern.

Welche Herausforderungen sehen Sie in den nächsten Jahren für den Schienenverkehr?

Die Herausforderungen bezüglich Nachhaltigkeit hören nie auf. Wir müssen im sozialen Bereich weitere Antworten finden auf den demographischen Wandel. Im Verkehrsbereich müssen wir kontinuierlich die Vernetzung der Verkehrsträger unter Klimagesichtspunkten optimieren. Und natürlich müssen wir uns als Unternehmen den sich ständig verändernden Rahmenbedingungen anpassen. Nur so kann nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit funktionieren. Und genau dies ist notwendig, um unseren rund 240.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit attraktive und sichere Perspektiven bieten zu können.

Und was möchten Sie persönlich in den nächsten Jahren erreichen?

Ich will dafür sorgen, dass die dynamische Entwicklung des Unternehmens Deutsche Bahn auch eine Erfolgsstory für die Mitarbeiter ist. So wie das Unternehmen sich entwickelt und wächst, so sollen auch die Chancen und Perspektiven für die Mitarbeiter wachsen.



Im Profil

1967 begann Norbert Hansen seine Ausbildung als Jungwerker bei der Deutschen Bundesbahn. Nach verschiedenen beruflichen Stationen wechselte Hansen 1979 hauptamtlich in die Ortsverwaltung Hamburg der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED), die sich später in Transnet umbenannte. Kurz nach seiner Wahl zum Bezirksleiter der Gewerkschaft in Hamburg wurde Hansen 1992 in den Geschäftsführenden Vorstand nach Frankfurt am Main gewählt. 1996 übernahm er den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden. Zwei Jahre später wurde er Vorsitzender der Transnet. Seit 2. Juni 2008 ist Norbert Hansen Vorstand für Personal der Deutschen Bahn AG.





Quelle:



     
        
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