13. Ministerkonferenz scheitert

WTO versagt bei der Bewältigung weltweiter Krisen

Die WTO-Ministerkonferenz in Abu Dhabi endet trotz Verlängerung ohne greifbare Ergebnisse. Die Welthandelsorganisation steht damit vor einer existenziellen Krise. Die Regierungen sind offenbar unfähig, in diesem multilateralen Rahmen die Weltwirtschaft so zu gestalten, dass die Wirtschafts-, Ernährungs- und Umweltkrisen angegangen werden können, mit denen Milliarden von Menschen weltweit konfrontiert sind.
 
Closing Ceremony der WTO-Ministerkonferenz am 1. März 2024 © WTO/Prime VisDas Korsett der bestehenden WTO-Handelsverträge ist vor allem vielen Schwellenländern inzwischen zu eng, um sich noch auf weitere Vereinbarungen verständigen zu können. Gleichzeitig sind die westlichen Industrieländer nicht mehr stark genug, die Entwicklungsländer soweit unter Druck zu setzen, dass sie Einigungen akzeptieren, die sie eigentlich nicht wollen.

"Die neoliberale Globalisierung der letzten 30 Jahre ist gescheitert. Sie hat in erster Linie multinationale Konzerne noch größer gemacht. Die Antwort darauf kann aber nicht Staatsdirigismus heißen, sondern eine vernünftige Balance zwischen lokalem, regionalem und internationalem Handel, bei der kleine und mittelständische Unternehmen wieder stärker in den Fokus rücken müssen.", meint Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forum Umwelt & Entwicklung.

Dr. Boniface Mabanza Bambu von der Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) sagt: "Die MC13 hat bestätigt, dass in einem Kontext geopolitischer Spannungen die Kämpfe zwischen den Wirtschaftsmächten immer härter werden, aber auch, dass, überall wo es notwendig ist, etwa beim Thema Fischerei oder Verlängerung des Moratoriums für E-Commerce, die Linien zwischen den Schwergewichten neu konfiguriert werden. Mittlere und kleinere Ökonomien, die die großen Verlierer dieser Deals sind, sollten aus Abu Dhabi die notwendigen Lektionen ziehen und an der Entstehung einer neuen Gegenmacht im multilateralen Handelssystem arbeiten."

Vor diesen Fehlentwicklungen haben zivilgesellschaftliche Organisationen immer gewarnt. Sie waren bei dieser Ministerkonferenz stärkeren Repressalien ausgesetzt als je zuvor, selbst das Verteilen von Presseerklärungen wurde zeitweise unterbunden. Wer aber zivilgesellschaftliche Beteiligung unterdrückt, verliert schnell den Kontakt zu den gesellschaftlichen Realitäten - zum eigenen Schaden.

Die WTO muss grundlegende Reformen angehen, um den Bedürfnissen der ärmeren Länder gerecht zu werden und den Einfluss der Unternehmen zu begrenzen. Diese Ministerkonferenz zeigt deutlich die Dringlichkeit einer Neuausrichtung.

"Dass der Unmut wächst, zeigt sich nicht zuletzt an dem Ringen um das Moratorium zu digitalem Handel. Zwar wurde es erneut verlängert, doch die Zahl der kritischen Länder ist gewachsen. Immer mehr Länder vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer wollen ihre digitale Industrialisierung selbst gestalten und nicht länger in der Hand einiger weniger Tech-Giganten des Nordens belassen. Wir hoffen, dass sich dieser Wunsch auf der nächsten Ministerkonferenz durchsetzen kann," sagt Nelly Grotefendt, handelspolitische Referentin beim Forum Umwelt & Entwicklung.

Kontakt: Forum Umwelt und Entwicklung, Jürgen Maier | chef@forumue.de | www.forumue.de


Gesellschaft | Politik, 03.03.2024

     
Cover des aktuellen Hefts

Jede Menge gute Nachrichten

forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2024 mit dem Schwerpunkt "Der Weg zum Mehrweg – Transport und Logistik"

  • Circular Cities
  • Kllimagerecht bauen
  • Kreislaufwirtschaft für Batterien
  • ToGo-Mehrwegverpackungen
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
17
APR
2024
AERO Friedrichshafen 2024
The leading show for general aviation
88046 Friedrichshafen
26
APR
2024
ChefTreff Gipfel 2024
Get Inspired by Brave Leaders
20457 Hamburg
06
JUN
2024
SustainED Synergy Forum 2024
SustainED Synergy – unser 6-Monate CSRD Consulting für Ihr Unternehmen!
73728 Esslingen am Neckar
Alle Veranstaltungen...
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Megatrends

Was sagt die Debatte um die Cannabis-Legalisierung über unsere Gesellschaft?
Christoph Quarch empfiehlt den Blick auf andere Drogen
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

FH Münster startet Master Nachhaltige Transformationsgestaltung

Pascoe mit dem Innovationspreis TOP 100 ausgezeichnet

Talentschmiede Hamburg: ChefTreff Gipfel, 26. - 27. April 2024

Abzocke: So vermeiden Sie Versicherungsflops

NICAMA meets Voelkel:

Jetzt die Weichen für ein rechtskonformes und effizientes ESG-Reporting stellen

Entspannung pur: Malen nach Zahlen als stressabbauendes Hobby

Aufruf an alle Bildungsinnovator:innen!

  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • toom Baumarkt GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Engagement Global gGmbH
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Kärnten Standortmarketing
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH