Technik | Digitalisierung, 19.11.2023
Wie WhatsApp auch unsere Kommunikation und unsere Beziehungen beeinflusst
WhatsApp ist in Hinblick auf Messenger-Apps die ungeschlagene Nummer eins. Der Anteil der WhatsApp-Nutzer in Deutschland liegt laut Statista bei 82 %. Die weite Verbreitung des Messengers und die daraus resultierende gute Erreichbarkeit untereinander hat zweifelsohne etliche Vorteile. Doch es wirkt sich auch sehr auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen aus – das bringt Vorteile mit sich, aber auch einige Nachteile. Ein gewissenhafter, bedachter Umgang scheint unerlässlich, denn Verschwinden wird diese Form der Kommunikation nicht mehr.
Es beginnt schon beim ersten Kennenlernen nach dem Austauschen der Nummern. Wo früher noch telefoniert wurde, wird heute eher per WhatsApp gechattet. Es stellen sich plötzlich Fragen, die vor dem Aufkommen von WhatsApp und ähnlichen Messengern keine Rolle spielten. Wie viel sollte man texten, um interessiert, aber nicht aufdringlich zu wirken? Sollte ich sauer sein, wenn der andere lange zum Antworten braucht? Warum ist er/sie online, aber reagiert nicht? Wie hat er/sie seine letzte Nachricht gemeint? Das Zurückweichen realer Kommunikation sorgt also zweifelsohne auch für neue Schwierigkeiten. Gerade in Hinblick auf die junge Generation gibt es begründete Bedenken, dass die permanente Verfügbarkeit die Konzentration verschlechtert, während die Fähigkeit zu kommunizieren unter kurz angebundenen Chat-Nachrichten leidet. Doch ganz grundsätzlich lassen sich diese Tendenzen in allen Altersgruppen beobachten.
WhatsApp beflügelt Neugier und Zweifel zugleich
Wer kennt es nicht: Man öffnet einen Chat, nur um nachzusehen, wann die Person das letzte Mal online war. Man erhofft sich daraus Informationen, was die Person wohl gerade macht, doch wird doch nicht wirklich schlau daraus. Zweifel kommen spätestens dann, wenn jemand online ist, jedoch nicht antwortet.
Im Umkehrschluss kann es auch interessant sein, wer denn öfter mal das Profil (samt Profilbild und Status) ansieht oder auch die Frage aufkommt: Whatsapp wer schaut ob ich online bin? Schließlich ließe sich daraus ein Stück weit schließen, wie interessant man für eine Person ist. Grundsätzlich lässt sich daher die Anzeige des Online-Status in den Einstellungen unterbinden. Beachten Sie jedoch, dass Sie dann auch nicht mehr den Online-Status anderer Nutzer sehen können.
Fast unbekannte Funktion: Standort teilen für mehr Sicherheit in der Beziehung
Ein Feature der App, die relativ unbekannt ist, ist die Möglichkeit, seinen Standort mit anderen zu teilen. Vor allem in einer Beziehung kann das sehr nützlich sein, dabei muss es mitnichten um Misstrauen, Eifersucht oder Kontrollwahn gehen.
Ein Beispiel: Sie gehen abends bei Dunkelheit noch gerne eine Runde Joggen oder mit dem Hund Gassi. Ihr(e) Partner(in) macht sich da vielleicht Sorgen, dass Ihnen etwas zustoßen könnte. Möglicherweise ist Ihnen auch selbst manchmal etwas unwohl dabei. Wenn Sie Ihren Standort teilen, wissen Sie, dass jemand darauf achtet und sofort reagieren würde, würde Ihnen etwas zustoßen.
Auch praktisch ist die Funktion, wenn Sie sich an einem Ort miteinander verabredet haben, den nicht beide kennen. Mit der Standort-Funktion können Sie ganz genau auf einer Karte anzeigen lassen, wo Sie gerade sind und wo Sie warten.
Um die Funktion zu nutzen, gehen Sie wie folgt vor:
- Öffnen Sie den Chat mit dem richtigen Kontakt.
- Tippen Sie auf die Büroklammer im Texteingabefeld.
- Wählen Sie das "Standort”-Symbol.
- Wenn GPS noch deaktiviert ist, werden Sie ggf. aufgefordert, es zu aktivieren. Bestätigen Sie mit "OK”.
- Wählen Sie jetzt ”Live-Standort teilen”.
Sie können nun noch festlegen, ob der Live-Standort für 15 Minuten, 1 Stunde oder 8 Stunden geteilt werden soll und ggf. einen Kommentar hinzufügen. Bestätigen Sie nun durch tippen auf das "Absenden”-Symbol unten rechts.
"Always on”? - nicht immer eine gute Idee
Dadurch, dass gefühlt jeder WhatsApp nutzt, besteht auch ein gewisser Druck, hier ebenfalls erreichbar zu sein – und auch zeitnah zu antworten. Das kann bei vielen Menschen, die im Alltag ohnehin schon ständig unter Strom stehen, ein weiterer Stressfaktor sein und über kurz oder lang regelrecht belasten.Dagegen hilft es, mit Kontakten über die persönlichen Online-Gewohnheiten ganz offen zu reden. Wer weiß, dass Sie beispielsweise nach Feierabend nicht mehr aufs Handy sehen, der wird sich auch darauf einstellen.
Auch sollte man sich immer noch genug Zeit nehmen, um persönliche Gespräche zu führen. Denn nur hier können Mimik, Gestik und Stimmlage ein vollständiges Bild vermitteln. Gerade, wenn es um ernste Themen geht, ist es wichtig, sich nicht nur per App zu unterhalten. Doch auch sonst ist es ratsam, schriftliche Chats als Ergänzung statt als Ersatz für persönliche Kommunikation zu betrachten.
Fazit:
WhatsApp ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sich diesem Trend ganz zu entziehen, ist aufgrund der weiten Verbreitung kaum noch möglich. Mitunter wird WhatsApp sogar für die Schule benötigt. Keine Frage: Der kompakte Messenger ist einfach praktisch. Ob lange Chats, Videos, Fotos oder Sprachnotizen kann alles mit nur einem Tool kostenlos miteinander geteilt werden. Bei all den Vorteilen kommen jedoch auch Nachteile damit einher. Daher lohnt es sich von Zeit zu Zeit, bewusst offline zu gehen bzw. das Handy auch mal beiseite zu legen. Das schafft Platz für echte Gespräche und sorgt für Entspannung.
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