Lifestyle | Essen & Trinken, 08.06.2023
Hochgefährliche Pestizide im Kakaoanbau gefährden Kinder
Armut ist die Hauptursache für Kinderarbeit.
Immer mehr Kinder im Kakaoanbau in Westafrika kommen mit hochgefährlichen Pestiziden in Kontakt. Ihr Anteil hat sich im letzten Jahrzehnt nahezu verdreifacht. Jedes vierte Kind ist davon mittlerweile betroffen.
"Es ist ein Skandal: Für den Kakao in unserer Schokolade müssen nach wie vor 1,5 Millionen Kinder auf Plantagen in Ghana und Côte d'Ivoire schuften. Immer mehr von ihnen werden nun auch noch gefährlichen Pestiziden ausgesetzt, die in der Europäischen Union aufgrund ihrer Wirkung für Menschen und Umwelt längst verboten sind. Kinder brauchen besonderen Schutz! Die Schokoladenunternehmen sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Menschenrechte in ihren Lieferketten einzuhalten. Sie müssen endlich handeln!", erklärte Keshia Acheampong von INKOTA.
Gemeinsam mit der Kampagne Make Chocolate Fair! fordert das entwicklungspolitische INKOTA-netzwerk marktführende Schokoladenhersteller aktuell dazu auf, den Einsatz von in der EU verbotenen Pestizidwirkstoffen in ihren Lieferketten bis 2025 zu beenden. Bis dahin müssen die Unternehmen geeignete Maßnahmen ergreifen, um Kakaobäuer*innen und ihre Kinder vor Gesundheitsgefahren durch Wirkstoffe wie etwa Chlorpyrifos zu schützen. Dieser wurde in der EU aufgrund seiner gesundheitlichen Gefahren bereits 2020 verboten, da er insbesondere neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern hervorrufen kann. Im Kakaoanbau in Westafrika kommt er noch immer zum Einsatz.
"Im Kakaoanbau kommt es täglich zu Menschenrechtsverletzungen, die wir hierzulande niemals tolerieren würden, die von den Schokoladenunternehmen aber billigend in Kauf genommen werden", kritisierte Keshia Acheampong. Ein menschenwürdiger Kakaoanbau ohne Kinderarbeit und hochgefährliche Pestizide kann jedoch nur gelingen, wenn die Einkommen der Kakaobäuerinnen und -bauern steigen. Armut ist die Hauptursache für Kinderarbeit. "Schokoladenunternehmen müssen Kakaobäuerinnen und -bauern existenzsichernde Kakaopreis zahlen, damit diese auf die billige Arbeitskraft von Kindern verzichten und in nachhaltige Alternativen wie den ökologischen Kakaoanbau investieren können", so Acheampong.
Die Schokoladenindustrie verspricht seit über zwanzig Jahren die Kinderarbeit im Kakaoanbau zu beenden. Die Fristen wurden dabei immer wieder nach hinten verschoben. Zuletzt sollte sie bis 2020 abgeschafft werden. Dieses Ziel hat sie aber weit verfehlt: Eine Studie im Auftrag des US-Arbeitsministeriums von 2020 hatte gezeigt, dass weiterhin 1,5 Millionen Kinder allein in Ghana und der Côte d'Ivoire unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen arbeiten. Jedes vierte Kind kommt dabei mittlerweile mit gefährlichen Pestiziden in Kontakt. Die Mehrheit der im westafrikanischen Kakaoanbau zur Anwendung kommenden Pestizidwirkstoffe sind aufgrund ihrer gefährlichen Wirkung für Menschen und Umwelt in der EU bereits verboten.
Das INKOTA-netzwerk koordiniert die Kampagne Make Chocolate Fair!, die sich mit Verbraucher*innen-Aktionen für die Einhaltung der Menschenrechten und das Ende ausbeuterischer Kinderarbeit in der Kakaolieferkette einsetzt. Verbraucher*innen können sich online an dem Aufruf für ein Ende von verbotenen Pestiziden im Kakaoanbau beteiligen unter www.inkota.de/genuss-ohne-gift
Weitere Informationen
Kontakt: Keshia Acheampong, INKOTA-netzwerk e.V. | acheampong@inkota.de | www.inkota.de
Frau Reiche – es reicht!
forum 03/2026
- Resilienz
- Klimafinanzierung
- Wald
- Startups
Kaufen...
Abonnieren...
27
JUN
2026
JUN
2026
30
JUN
2026
JUN
2026
28
SEP
2026
SEP
2026
Zertifikatskurs „Sustainability Management“
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Anzeige
Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.
Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.
Digitalisierung
Neues "Mental Operating System" für Social Media und Ki-SystemeChristoph Quarch plädiert für die Programmierung einer europäischen, humanistischen KI zur Erreichung digitaler Souveränität
Jetzt auf forum:
Fossil war gestern, erneuerbar ist jetzt
Energetische Sanierung, Energieberatung und moderner Holzbau
Die Sonne schickt keine Rechnung - zahlt aber auch keinen Schadenersatz
Garten-PV gewinnt den EUPD Research Top Innovation Award 2026
Solarstrom erspart Deutschland seit 2020 Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe





















