Zertifizierter ESG Reporting Professional. Fit für CSRS & Co. - ESG-Reporting souverän meistern.
Umwelt | Klima, 15.05.2023

Klimapolitik beim G7-Gipfel:

Japan und Deutschland dürfen nicht auf der Bremse stehen

Germanwatch fordert klare Bekenntnisse zu schnellerem Ausstieg aus fossilen Energien und konkrete Ziele für Erneuerbare und Energieeffizienz.
 
© Andreas160578, pixabay.comDie Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch blickt mit Sorge auf den am Freitag beginnenden G7-Gipfel in Japan. „Klimapolitik genießt bei der japanischen G7-Präsidentschaft bisher keine Priorität. Bundeskanzler Scholz steht daher besonders in der Verantwortung: Er hat beim Petersberger Klimadialog angekündigt, dass die G7 auf ihren bisherigen Dekarbonisierungszielen aufbauen will. Das bedeutet, der beschleunigte Ausstieg aus den fossilen Energien sollte unbedingt ein Kernthema beim Gipfel werden", sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Petter Lydén, Leiter des Teams Internationale Klimapolitik bei Germanwatch, ergänzt: „Die G7-Staaten sollten vereinbaren, bis 2030 aus der Kohle und bis 2035 komplett aus fossilen Energien in der Stromerzeugung auszusteigen. Technologien wie CO2-Abscheidung und -Speicherung dürfen kein Ticket für die Verlängerung des fossilen Zeitalters sein. Sie sind nur in wenigen Industriebereichen eine Option, in denen Produktionsprozesse ohne CO2-Emissionen in naher Zukunft noch nicht umsetzbar sind."

Lydén betont: „Die G7-Staaten sollten stattdessen den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien und die schnellere Steigerung der Energieeffizienz fördern. Gemeinsame, globale Ausbauziele hätten die notwendige Signalwirkung an alle Akteure."

Finanzierung: Zu wenig fürs Klima - zu viel für Gas
Beim Thema Gasinvestitionen - sowohl national als auch international – bremste Deutschland bei der eigenen G7-Präsidentschaft 2022 ein ambitionierteres Ergebnis aus. Alexandra Goritz, Referentin für Klimaaußenpolitik bei Germanwatch, betont: „Neben den nationalen Investitionen in fossile Infrastruktur sind die fortlaufenden Investitionen der G7-Staaten in fossile Energien außerhalb der eigenen Grenzen besorgniserregend. Die Bundesregierung muss sich hier bewegen. Investitionen in den Gassektor dürfen nicht als Notwendigkeit deklariert werden. Viele Studien zeigen, dass diese Notwendigkeit auch für Deutschland nicht mehr besteht."

Die Finanzierung fürs Klima entspricht wiederum bei weitem nicht dem Bedarf. Immerhin haben die Geberländer angekündigt, ihre 100-Milliarden-Dollar-Zusage für den globalen Süden in diesem Jahr mit dreijähriger Verspätung einhalten zu wollen. „Die G7 müssen ihren Beitrag leisten, damit das Finanzierungsversprechen für Klimaschutz und -anpassung dieses Jahr tatsächlich eingelöst wird. Grundlagen dafür wären zum einen Transparenz: Es muss endlich dargelegt werden, wie viel überhaupt 2021 und 2022 gezahlt worden ist. Und zum anderen, dass weitere G7-Länder dem Beispiel von Bundeskanzler Scholz folgen und feste Zusagen für den Grünen Klimafonds abgeben", fordert Petter Lydén. Um die Klimafinanzierung um ein Vielfaches auszuweiten, sind allerdings auch neue Finanzquellen nötig: Die Diskussion um die Reform der Internationalen Finanzarchitektur – um Weltbank, Internationalen Währungsfonds sowie Enwicklungsbanken - muss da vorankommen. Lydén weiter: „Die G7-Staaten sollten die große Relevanz des Finanzgipfels in Paris im Juni unterstreichen. Mit Unterstützung der G7 können dort internationale Koalitionen für neue, innovative Finanzquellen für mehr Klimafinanzierung gebildet werden."

Energiewendepartnerschaften auf Augenhöhe
Allianzen und Partnerschaften auf Augenhöhe mit Schwellen- und Entwicklungsländern werden für die G7-Staaten immer wichtiger. Die G7-Energiewendepartnerschaften mit Südafrika, Indonesien und Vietnam sind dafür ein Beispiel. „Partnerschaften sind eine sehr gute Möglichkeit, eine sozial gerechte Energiewende vor Ort zu unterstützen. Das erfordert Dialog auf Augenhöhe und den Einbezug der Zivilgesellschaft. Zum Beispiel sollten lokale Wertschöpfungsketten in den Partnerländern aufgebaut werden, anstatt nur Ressourcen wie Wasserstoff abzuschöpfen", sagt Alexandra Goritz.

Kontakt: Germanwatch e.V., Petter Lydén | info@germanwatch.org | www.germanwatch.org


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
11
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken – Zusammen für das Gemeinwohl!
Training mit Christian Felber & Roman Huber
38489 Beetzendorf
11
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken
Live-Online-Training in Echtzeit mit Grit Bümann, Roman Huber, Christian Felber
online
22
OKT
2026
csrTAG 2026 – Nachhaltigkeit als Wirtschaftsfaktor
R³essourcen. R³esilienz. R³entabilität. - Ticketverkauf gestartet
A-6236 Alpbach
Alle Veranstaltungen...
Transformation as a Service. Engegie | KI | Cyber | ESG - aus einer Hand | Zum Festpreis.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Sport & Freizeit, Reisen

Hinaus in die Wildnis!
Christoph Quarchs Blick auf die junge Kulturgeschichte von Naturschutz und Naturtourismus
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

36 Grad und es wird immer heißer...

Erneute Extremhitze: Verbände fordern Hitzegipfel

Hitze gefährdet die Trinkwasserversorgung

Mehr Präsenz für Innovationen und eine nachhaltige Zukunft!

Die Bundesregierung bremst die Energiewende!

Hitzeschutz muss zur Pflichtaufgabe des Staates werden

Deutschland droht der Hitzekollaps - Regenwasser wird zum wichtigsten Rohstoff der Zukunft

Wer an die Sonnenfinsternis glaubt, kann den Klimawandel nicht leugnen

B.A.U.M. Insights
  • TÜV SÜD Akademie
  • 66 seconds for the future
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • ZamWirken e.V.
  • WWF Deutschland
  • Engagement Global gGmbH
  • NOW Partners Foundation
  • SUSTAYNR GmbH
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)