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Kaufinteressenten achten bei Immobilien mehr auf die Energieeffizienz

Laut einer repräsentativen Umfrage der EV Finance GmbH beeinflussen die hohen Energiekosten die Kaufinteressenten von Immobilien stark. Mehr als die Hälfte der Deutschen (60 %) gab an, dass ihnen klima- und umweltfreundliches Wohnen sehr wichtig ist. Lediglich ein kleiner Teil (10 %) hält diese Aspekte beim Immobilienkauf für nicht relevant.

Klima- und umweltfreundlichem Wohnen in Deutschland

Eine Solaranlage auf dem Dach zur Stromerzeugung betrachten 62 Prozent der Befragten als entscheidend, das sind knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahr. © ulleo, pixabay.com„Wir haben in unserer Studie gesehen, dass Energiesparmaßnahmen für viele der Befragten immer wichtiger werden, um in diesen herausfordernden Zeiten den Traum von der eigenen Immobilie noch realisieren zu können und nicht aufgrund von explodierenden Nebenkosten in Schieflage zu geraten", erklärt Rebecca Scheidler, Geschäftsführerin von Engel & Völkers Finance. Dies bestätigt auch Frank Herres von Herres Immobilien aus Trier, ein ehemaliger Kooperationspartner von Engel & Völkers, laut dem Kaufinteressenten vermehrt auf die Energieeffizienz von Immobilien achten.

Die bundesweite Umfrage vom Januar 2023 zeigt, dass eine energiesparende Bauweise und die finanzielle Förderung einer energetischen Sanierung durch den Staat für mehr als 60 Prozent der Immobilieninteressenten entscheidend sind. Im Vorjahr war der Anteil (57 %) noch deutlich geringer. Scheidler bezeichnet die Neuregelung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), die den klimafreundlichen Neubau von Immobilien unterstützt, deshalb als wichtigen Schritt.

Dank der staatlichen Förderungen erhalten Bauherren von klimafreundlichen Wohngebäuden Kredite mit niedrigeren Zinsen. Es wird dabei erstmals der gesamte Lebenszyklus des Immobilie berücksichtigt. Aspekte, die gefördert werden, sind unter anderem eine hohe Energieeffizienz und geringe Betriebskosten. „Genau das sind auch die Ausstattungsmerkmale, auf die die Teilnehmenden der Studie Wert legen. Für acht von zehn Befragten ist eine gute Dämmung beim Erwerb einer Immobilie wichtig, eine Solaranlage auf dem Dach zur Stromerzeugung betrachten 62 Prozent der Befragten als entscheidend, das sind knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Und fast die Hälfte legt Wert auf eine Wärmepumpe und umweltfreundliche Baumaterialien", so Scheidler.
 

Lieferengpässe und Rohstoffmangel belasten Baubranche

Neben den hohen Energiekosten belasten auch die Rohstoffpreise, Lieferengpässe und der Fachkräfte die Baubranche stark. Daten von finanzentdecker.de zeigen, dass deshalb immer mehr Immobilieninteressenten ein Bestandsobjekts statt eines Neubaues bevorzugen. Dies belegt auch die Umfrage der EV Finance GmbH, laut der drei Viertel der Befragten (75 %) lieber eine bestehende Immobilie kaufen möchten, als eine neue zu bauen. In Nordrhein-Westfalen (81 %) und dem Saarland (87 %) ist der Anteil sogar noch höher. „Wir finanzieren sowohl Neubau- als auch Bestandsimmobilien und stellen ebenfalls fest, dass die Nachfrage nach Bestandsimmobilien kontinuierlich steigt", erklärte Scheidler.

Gefahr von Unwettern und Naturkatastrophen

Zudem achten Immobilienkäufer bei der Auswahl des Objekts vermehrt auch auf äußere, klimabedingte Einflüsse. Ein Großteil der Befragten (86 %) erklärte, dass der Schutz vor Naturkatastrophen und Unwettern wie Hochwasser und Starkregen bei der Entscheidung für oder gegen eine Immobilien zunehmend wichtiger wird. Tatsächlich scheinen die Gefahren durch Unwetter und Naturkatastrophen jedoch gesunken zu sein. 2022 sahen sich noch 40 Prozent im nahen Wohnumfeld davon betroffen, 2023 nur noch 25 Prozent.

Hohe Energiepreise belasten viele Deutsche

Im Rahmen der Umfrage hat die EV Finance GmbH nicht nur untersucht, wie die hohen Energiepreise sich auf den Immobilienmarkt auswirken, sondern auch, ob und wie diese das übrige Leben der Deutschen beeinflussen. Ein Großteil der Bevölkerung (84 %) fühlt sich demnach von den steigenden Energiekosten betroffen. Im Vorjahr war der Anteil noch signifikant geringer (78 %). Hinzukommen die hohen finanziellen Einbußen durch die Covid-19-Pandemie. Noch immer leidet mehr als ein Viertel unter Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Umsatzeinbrüchen.

Die hohen Energie- und Lebensmittelkosten sowie die deutlich gestiegenen Kreditzinsen wirken auf acht von zehn Befragten abschreckend. Laut Scheidler ist der Traum vom Eigenheim mit der richtigen Beratung trotz der problematischen ökonomischen Gesamtsituation aber noch immer möglich. „Der sprunghafte Anstieg der Bauzinsen im vergangenen Jahr hat viele Menschen verunsichert. Ich denke aber nicht, dass die Zinsen in diesem Jahr weiterhin so rasant steigen werden, für realistisch halte ich Schwankungen zwischen drei und vier Prozent bei einer zehnjährigen Zinsbindung. Mit der richtigen Beratung – auch zu staatlichen Fördermitteln – und einer optimalen Berechnung von Laufzeit, Zins und Tilgung ist eine Immobilienfinanzierung nach wie vor möglich und sinnvoll", erklärt Scheidler.


     
        
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