evoBuild - Zirkulär gedacht. Für Visionen gemacht.

"Die Konzentration von wirtschaftlicher Macht schadet Demokratie, Gesellschaft und Wirtschaft."

NGOs begrüßen Verschärfungen des Kartellrechts

Nichtregierungsorganisationen begrüßen die von der Ampelkoalition beschlossenen Verschärfungen des Kartellrechts, insbesondere die Möglichkeit, Unternehmen zu entflechten. Angesichts der Konzentration ökonomischer Macht und außergewöhnlich hoher Unternehmensgewinne ist es richtig, dem Kartellamt mehr Befugnisse zu geben.
 
Einer der Standorte des Bundeskartellamtes in der Kaiser-Friedrich-Straße in Bonn © Eckhard Henkel / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 DE, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25668988"Die Stärkung des Kartellrechts durch die Ampelkoalition ist sinnvoll und notwendig", begrüßte Ulrich Müller von der Initiative Konzernmacht beschränken die Reform. "Wir erleben eine hohe Machtkonzentration in vielen Märkten und sehr hohe Unternehmensgewinne. Es gibt immer mehr Belege dafür, dass die Marktkonzentration zur Inflation beigetragen hat. Gerade bei den hohen Energie- und Benzinpreisen letztes Jahr zeigte sich, dass die bisherigen kartellrechtlichen Instrumente nicht ausreichen."
 
Der Gesetzesentwurf sieht außerdem vor, dass das Bundeskartellamt nach einer sogenannten Sektoruntersuchung Maßnahmen bis zum Verkauf von Unternehmensteilen anordnen kann. "Die Konzentration von wirtschaftlicher Macht schadet Demokratie, Gesellschaft und Wirtschaft. Wenn wenige Konzerne Märkte kontrollieren, können sich diese einseitig ökonomische Vorteile verschaffen, soziale und ökologische Kosten auf die Gesellschaft abwälzen und die Politik in ihrem Sinne beeinflussen und", so Verena Leyendecker von LobbyControl. "Kartellbehörden müssen in schwerwiegenden Fällen übermächtige Konzerne entflechten, das heißt aufspalten können. Das ist auch als Schutz der Demokratie notwendig."

Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, dass bei Wettbewerbsverstößen wirtschaftliche Vorteile leichter abgeschöpft werden können. "Einige Konzerne haben von der Krise enorm profitiert. Die Reform kann ein Baustein sein, missbräuchliche Gewinne abzuschöpfen und hätte abschreckende Wirkung. Zugleich brauchen wir eine stärkere Übergewinnsteuer für alle Branchen", so Steffen Vogel, Referent im Team Gerechtes Wirtschaften bei Oxfam Deutschland.

Es sei jetzt wichtig, dass die Reform zügig verabschiedet werde. Sie wurde in der Ampelkoalition lange durch die FDP aufgehalten. Auch wenn das Gesetz an einigen Punkten im Vergleich zum ersten Entwurf abgeschwächt wurde, ist es eine deutliche Verbesserung.

Die 11. GWB-Novelle sollte ein Anstoß sein, um auf europäischer Ebene die Debatte um ein New Competition Tool wieder aufzugreifen. Dieses Instrument hätte ähnliche Möglichkeiten eröffnet wie die 11. GWB-Reform auf deutscher Ebene. Das Vorhaben wurde aber wieder aufgegeben. Die Bundesregierung sollte sich auf Brüsseler Ebene für einen neuen Anlauf einsetzen. Auch der Vorsitzende der niederländischen Kartellbehörde, Martijn Snoep, hatte sich bei einer Konferenz in Brüssel im März dafür ausgesprochen.
 
Weiteres Material
Die Initiative "Konzernmacht beschränken" ist ein breites Bündnis von Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft, Entwicklung, digitalen Rechten und Demokratie. Zu den Unterstützer*innenn gehören u.a. das Forum Umwelt und Entwicklung, Forum Fairer Handel, LobbyControl, digitalcourage, AbL, Goliathwatch, WEED und Oxfam. Ihre Forderung an die Bundesregierung: Das Kartellrecht verschärfen, um die Marktmacht von Konzernen zu begrenzen.
 
Kontakt: Initiative Konzernmacht beschränken | obenland@forumue.de | www.forumue.de/themen/handel/konzernmacht-initiative


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
12
SEP
2026
Corso Leopold
Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung
80804 München, Leopoldstraße
22
SEP
2026
WindEnergy Hamburg 2026
Connect with the global wind industry
20357 Hamburg
23
NOV
2026
Energie- & Umweltgipfel 2026: Produzierende Industrie
Where Industrial Transformation Creates Competitive Advantage
10623 Berlin
Alle Veranstaltungen...
Energie- & Umweltgipfel 2026
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Sport & Freizeit, Reisen

Hinaus in die Wildnis!
Christoph Quarchs Blick auf die junge Kulturgeschichte von Naturschutz und Naturtourismus
Munich Climate Week 2026
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.

Jetzt auf forum:

Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung

11. Internationaler Bodentag zum Thema "Gesunder Boden: vom Acker zum Teller" am 18,/19. November 2026 in Neunburg v. Wald

EthioTrees ist das Leuchtturm-Projekt 2026

PLAN-B NET ZERO gewinnt zweiten PaaS-Kunden

Regenwald-Konferenz erhält den "Making a Difference" Award 2026 des Jane Goodall Instituts Deutschland

Hitzeschutz muss verbindlicher Bestandteil von Neubau, Sanierung und Instandhaltung von Schulen werden

Zendure auf der IFA 2026

Der Kanzler will den Klimawandel zurückdrängen

B.A.U.M. Insights
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • ZamWirken e.V.
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • 66 seconds for the future
  • NOW Partners Foundation
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Engagement Global gGmbH
  • WWF Deutschland
  • Zendure DE GmbH