Lifestyle | Sport & Freizeit, Reisen, 26.03.2023
Warum die Natur für Kinder ein guter Lehrmeister ist
Das Erleben der Natur bei einem ausgedehnten Spaziergang oder einem Wanderausflug ist für Kinder und Erwachsene elementar. Insbesondere nach einer dreijährigen Pandemie-Phase, die zumindest partiell von Home-Office beziehungsweise Home-Schooling geprägt war. Als Folge ist ein erneutes "Erfahren" und "Erlernen" der Natur und ihrer faszinierenden Facetten vonnöten.
Nicht zuletzt hilft die Bewegung im naturalistischen Raum jüngeren wie älteren Semestern beim Stressabbau. Zudem werden Motorik und Abwehrkräfte gestärkt. Damit nicht genug: Die Natur hat einen eigenen Rhythmus und bildet einen "langsamen" Gegenpol zur digitalen Welt, die vor allem von Beschleunigung gekennzeichnet ist. Wer sich dem Gefüge der Natur hingibt, erfährt eine buchstäbliche Rückführung, eine Erdung, die den Fokus neu ausrichtet und dabei hilft, Dinge, die um uns herum geschehen, besser ein- und zuzuordnen.
Ein wesentliches Element beim Erkunden der Umwelt ist das haptische Moment. Es führt dazu, dass wir die Natur nicht nur sehen, riechen und hören, sondern auch berühren können. Wer noch nie einen Baum umarmt oder das Gras ertastet hat, weiß nicht, wie sich Natur anfühlt. Wer noch nie das Korn auf den Feldern oder ein kleines Waldtier in die Hand genommen hat, dem entgeht ein wesentlicher Teil des Lebens. Gerade Kindern sollte eine solche Erfahrung unbedingt zu Teil werden. Erst durch das Anfassen der Umgebungswelt kann ein tieferes Verständnis für selbige geweckt werden. Erst durch das Aufzeigen von Zusammenhängen entsteht ein sinnhafter Einblick in das große Ganze. Zugleich wächst der Respekt für die Natur und ihr wechselndes Schauspiel.Das kann man pädagogische Outdoor-Erfahrung nennen. Oder Umwelterziehung. Oder Biologie an frischer Luft. Oder Geografie live. Letztlich ist aber nicht die Überschrift entscheidend, sondern das Füllen des Erlebnisses mit Inhalt. Nur so kommt Umweltschutz mit Langzeitwirkung zustande - Umweltschutz, der Kreise ziehen kann, ausgehend von den jüngsten Teilnehmern der Gesellschaft, die im Wald und auf der Wiese etwas für das Leben lernen. Wandern als Persönlichkeitsbildung. Und als Bindemittel zwischen Kindern und ihren Eltern, die dem Nachwuchs etwas mit auf den Weg geben können. Resultat ist ein Generationenvertrag, der seinen Namen verdient.
Und weil ein Vertrag immer auch einen gewissen Grad an Verzicht einschließt, kann das Wandern über Stock und Stein durchaus zur unbequemen Mutprobe werden. Denn nur, wer geplasterte Wege verlässt, kommt in den Genuss echter naturalistischer Auswüchse. Alles, was es braucht, ist ein bisschen Courage und Entdeckerlust, ein abenteuerliches Gen und mutiges Herz, das beim Durchschreiten unentdeckter Pfade höher schlägt. Kinder lieben Abenteuer und lassen sich bei ihrem Erleben gern von erfahrenen Gegenübern leiten. Stichwort "Orientierungshilfe".
Apropos Orientierung: Ein Orientierungslauf in freier Natur ist ein gutes Vorhaben, um Klein und Groß enger zusammenzuschweißen. In fast jedem Wanderareal existieren vorgegebene Routen mit speziellen Punkten, die es gemeinsam zu erreichen gilt. Hier warten Informationen zum jeweiligen Ort und/oder ein Stempel, dessen Abdruck man in einem Heft sammelt. Wer alle Stempel beisammen hat, hat sein Ziel erreicht. Dabei helfen zuvorderst Teamgeist, Spürsinn und Kommunikation. Letztere ist nicht nur bei der Wanderschaft von fundamentaler Bedeutung. Diese und weitere Infos im kostenlosen Fachratgeber „Wandern mit Kindern".
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