Regenerative Agriculture Crash Course - 14-19 October 2024 |La Junquera, Murcia, Spain. Experience regenerative agriculture and landscape restoration through your own eyes

Immer mehr Amphibienarten sterben aus - aber die genauen Gründe sind nicht bekannt

AMPHIDEB-Projekt bewertet Risiko von Pestiziden und Krankheitserregern für Amphibien

Allein in Deutschland steht mehr als die Hälfte der Frösche, Kröten und Molche auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Selbst ehemals weit verbreitete Arten wie der Laubfrosch oder der Kammmolch gelten seit 2020 als gefährdet. Unter Leitung des Umweltsystemwissenschaftlers Prof. Dr. Andreas Focks werden jetzt, basierend auf Labor- und Feldversuchen, Modelle erstellt, mittels derer die Risiken von Krankheitserregern und Pestiziden auf das Aussterben von Amphibien beurteilt werden können. Über eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren wird das AMPHIDEB-Projekt mit insgesamt 750.000 Euro von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gefördert. Der Osnabrücker Beitrag erhält knapp 300.000 Euro. 

© Kathy_Bürscher, pixabay.com"Wir erleben weltweit einen vernichtenden Niedergang von Amphibien, mit einem Verlust von Hunderten von Arten und Populationen in den letzten Jahrzehnten. Und wir kennen zum jetzigen Zeitpunkt nicht die letztlichen Ursachen dafür", so Prof. Dr. Focks. 

Der globale Charakter und die radikale Abnahme von Amphibienarten deuten Focks zufolge auf eine Kombination aus verschiedenen Ursachen hin. Um die Kombination von Ursachen besser analysieren zu können, setzt das AMPHIDEB-Projekt ausgehend von Labor- und Feldversuchen neue computerbasierte Modelle ein. "Mit unseren Modellen können einzelne Einflussfaktoren in verschiedenen Szenarien isoliert und so ihre Wirkung auf das Artensterben besser erkannt werden", erklärt Focks. 

Die in Osnabrück erstellten sogenannten DEB-TKTD Modelle basieren auf der dynamic energy budget Theorie (dynamischer Energiehaushalt) und beschreiben, wie Organismen Energie durch Nahrung aufnehmen und diese dann in verschiedene Prozesse wie Wachstum, Reproduktion oder Bewegung investieren. "Äußere Faktoren wie Pestizide und Krankheitserreger können den Energieumsatz der Tiere negativ beeinflussen und so überlebenswichtigen Funktionen von Amphibien schaden", sagt Dr. Simon Hansul, der als Postdoktorand das AMPHIDEB-Projekt unterstützt. Was dabei welchen Effekt auf die Tiere hat, sollen die Modelle zeigen. 

Studienleiter Prof. Dr. Andreas Focks erläutert, wieso das Team dabei auf Modelle am Computer zurückgreift: "In Labor- und Feldversuchen könnten wir diese Beeinträchtigung durch Pestizide oder Krankheitserreger nur an einigen wenigen Lebewesen untersuchen. Um das Umweltrisiko beispielsweise von flächendeckend eingesetzten Chemikalien zu bewerten, müssten wir jedoch eine Vielzahl von Szenarien analysieren - das ist in der Praxis meist unmöglich. Deswegen nutzt unser Projekt computerbasierte Simulationsmodelle, die es uns erlauben, vielfältige Faktoren zu berücksichtigen." 

Im AMPHIDEB-Projekt entwickeln die Osnabrücker Umweltsystemwissenschaften damit eine neue wissenschaftliche Methodik, um Ursachen für Artenrückgänge und Artensterben besser zu verstehen. Der Fokus auf Reptilien schließe Focks zufolge eine wichtige Lücke im Naturschutz, denn momentan würden Amphibien und Reptilien noch nicht routinemäßig in der Umweltrisikobewertung von Pestiziden berücksichtigt. 

Das internationale Projekt "Development of biologically-based models in environmental risk assessment to assess the impact of chemicals and pathogenic fungi on amphibian and reptile populations (AMPHIDEB)" wird von der Universität Kastilien (Spanien) koordiniert und hat weitere Partner in Belgien und Italien. Über die Modellentwicklung hinaus führen Forscherteams eine Feldüberwachung an zwei europäischen Biodiversitäts-Hotspots von Amphibien- und Reptilienbeständen in Italien und Spanien durch. Die Ergebnisse werden mit den Vorhersagen der Computermodelle abgeglichen und tragen so zu deren Verbesserung bei. 

Kontakt: Universität Osnabrück, Prof. Dr. Andreas Focks | andreas.focks@uni-osnabrueck.de | www.uni-osnabrueck.de

Umwelt | Naturschutz, 09.02.2023

     
Cover des aktuellen Hefts

Positiver Wandel der Wirtschaft? – So kann's gehen

forum 03/2024 mit dem Schwerpunkt „Wirtschaft im Wandel – Lieferkettengesetz, CSRD und regionale Wertschöpfung"

  • KI
  • Sustainable Finance
  • #freiraumfürmacher
  • Stromnetze
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
JUL
2024
Exkursion Landesgartenschau Kirchheim "Naturgärten gegen Artensterben"
In der Reihe "Mein Klima: Im Garten, auf der Straße ..."
85551 Kirchheim
26
SEP
2024
Handelsblatt Tagung ESG-Reporting und -Steuerung 2024 - Ticket-Rabatt für forum-Leser
Wegweiser für nachhaltiges Wirtschaften
40211 Düsseldorf und online
Alle Veranstaltungen...
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Belebung des Arbeitsmarktes durch Leistungskürzungen für Arbeitsunwillige?
Christoph Quarch sieht die Lösung des Problems nicht in Sanktionen sondern im Steuerrecht
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

TARGOBANK Stiftung startet erste Förderrunde für Biodiversitäts-Projekte

Respektvoll und voller Liebe: Öle in der Mehrweg-Flasche

Grazer SOLID Solar Energy Systems wird Teil einer einzigartigen globalen Plattform für kostengünstige erneuerbare Wärme

forum bringt wieder jede Menge gute Nachrichten

Wichtiger Schritt auf dem Weg zur bilanziell CO2-neutralen Wertschöpfungskette

MBA für Zukunftsmanager*innen: Digitale Q&A-Mittagspause am 16. Juli

Der Baufritz-Klimagipfel. Die konsequente Konferenz.

Treffpunkt Netze 2024, 10.-11. Oktober in Berlin

  • Kärnten Standortmarketing
  • circulee GmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH