Klimafolgeschäden: NGO fordert von COP27 Unterstützung einkommensschwacher Länder

Schwache Klimaziele: Welt steuert weiter auf katastrophale Erwärmung zu

Kurz vor der UN-Weltklimakonferenz COP27 im ägyptischen Scharm El-Scheich fordert die Nothilfe- und Entwicklungsorganisationen Oxfam von den Regierungen Fortschritte bei der zügigen Abkehr von fossilen Energien vor allem in Industrie- und Schwellenländern und ein Ende der Blockade beim Umgang mit den unvermeidlichen Klimafolgeschäden in einkommensschwachen Ländern - und dafür auch neue Finanzzusagen der Industrieländer. 

© analogicus, pixabay.comJan Kowalzig, Referent für Klimapolitik bei Oxfam: "Weder die G7, noch die EU, noch die meisten großen Schwellenländer betreiben ausreichend Klimaschutz. Die Welt steuert unverändert auf eine Katastrophe globalen Ausmaßes zu. Hitzewellen und Waldbrände in Europa, die schlimme Dürren im östlichen Afrika und zuletzt die extremen Überschwemmungen in Pakistan sind die noch vergleichsweise milden Vorboten einer katastrophalen Zukunft, wenn die Regierungen die Abkehr von den fossilen Energien weiter so stiefmütterlich behandeln. Die COP27 muss hier konkrete Schritte vereinbaren, die globale Kooperation zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu vervielfachen.”  

Erst in der vergangenen Woche hatte das Klimasekretariat der Vereinten Nationen in einer Auswertung der eingereichten Klimaziele der Länder festgestellt, dass die globalen Emissionen bis 2030 noch um 11 Prozent ansteigen werden, obwohl sie um 45 Prozent fallen müssten, um die Erderhitzung auf maximal 1,5°C zu begrenzen, wie es das Pariser Abkommen zum Ziel hat. Dem Aufruf der letzten UN-Klimakonferenz COP26, die Klimaziele entsprechend nachzubessern, sind nur sehr wenige Länder gefolgt. 

Großes Konfliktpotential für die COP27 birgt auch der Umgang mit den unvermeidlichen Klimafolgeschäden ("Loss and Damage”) in den einkommensschwachen und von den Folgen der Klimakrise besonders betroffenen Ländern des Globalen Südens. Noch vor einem Jahr hatten die Industrieländer einen Beschluss blockiert, der die finanzielle Unterstützung für die Bewältigung solcher Klimafolgeschäden auf eine verbindlichere Basis hätte stellen sollen, etwa für den Wiederaufbau nach Unwetterkatastrophen oder Zerstörungen durch die allmählichen Veränderungen. Vor allem die vulnerablen Länder fordern nun von der COP27 Fortschritte.  

Jan Kowalzig weiter: "Wenn die Möglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel erschöpft sind, verlieren die Menschen alles – ob infolge zunehmender Unwetterkatastrophen oder durch die schleichenden Veränderungen wie den steigenden Meeresspiegel. Die COP27 muss hier dringend den Weg ebnen für geeignete Instrumente und Einrichtungen, über die die betroffenen Länder durch die Verursacher der Klimakrise verlässlich und ausreichend unterstützt werden können. Die Industrieländer sollten zudem durch neue Finanzzusagen auch ein deutliches Signal senden, dass sie bereit sind, ihrer Verantwortung gerecht zu werden – hier schauen wir insbesondere auf die Bundesregierung. Sie beansprucht für sich eine konstruktive Rolle bei dem Thema und kann nun auf der COP27 echte Führungsstärke beweisen.” 
 
Oxfam ist eine internationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation, die weltweit Menschen mobilisiert, um Armut aus eigener Kraft zu überwinden. Dafür arbeiten im Oxfam-Verbund 21 Oxfam-Organisationen Seite an Seite mit rund 3.000 lokalen Partnern in mehr als 90 Ländern. 

Kontakt: Oxfam Deutschland e.V., Nikolai Link | nlink@oxfam.de | www.oxfam.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MAI
2026
Bayerischer Batteriekongress 2026
Einblicke, Strategien, Innovationen
81671 München
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Dieser Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Wissenschaft & Forschung

Artemis und Orion
Christoph Quarch überlegt, was die Namensgebung über die aktuelle Mondmission sagen kann
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Pirelli als weltweiter Spitzenreiter in den Sektoren Automobilkomponenten und Automobile der S&P Dow Jones Best-in-Class (DJ BiC) Inzizes bestätigt

R*Evolution aus dem Kleiderschrank

Nachhaltig shoppen, ohne Detailseiten zu lesen?

Letzte Chance auf eine umfassende Förderung

BEAM 2026 - Hospitality Gamechanger Summit

BMV fördert Ladeinfrastruktur für schweren Straßengüterverkehr

Neue Studie entzaubert „Wunderpflanzen“ für die Herstellung von Kraftstoffen

Weniger Bürokratie und dafür mehr Umsetzung im Umwelt- und Klimaschutz

  • 66 seconds for the future
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • circulee GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Engagement Global gGmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • WWF Deutschland
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • ZamWirken e.V.
  • NOW Partners Foundation
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • TÜV SÜD Akademie