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NFTs

Zweischneidige digitale Güter

Für Künstler und Kreative sind NFTs eine Revolution, für andere ein weiteres Energie- und damit Umweltproblem. Doch was sind NFTs überhaupt? Und wohin werden sie sich entwickeln? 
 
Die digitalen Güter NFTs sind mit enormen Datenmengen verbunden und somit mit einem hohen Energieverbrauch. © tumisu, pixabay.comMillionen Dollar für ein digitales Kunstwerk  –  für den 3D-Künstler Beeple wurde das Unvorstellbare wahr: In der ersten Auktion für NFTs des Auktionshauses Christie's knackte sein digitales Kunstwerk die spektakuläre 69-Millionen-Dollar-Grenze.
 
In den letzten Jahren ist das Interesse an NFTs (Non-Fungible Token) sehr schnell angestiegen. Doch was ist ein NFT überhaupt? NFTs lassen sich als nicht austauschbare Token bezeichnen. Ein Token ist ein Wertstück in digitalisierter Form. Dabei können auch reale Vermögenswerte wie Immobilien oder Musikrechte „tokenisiert" werden, indem die damit verbundenen Rechte und Pflichten auf den Token übertragen werden. Das bedeutet, dass das Eigentum digital abgebildet wird und somit handelbar ist.
 
Unaustauschbare digitale Güter
NFTs werden auf der Blockchain, einer Verschlüsselungstechnologie, gehandelt und sind unveränderbar, unteilbar und einzigartig. Das bedeutet, dass sie im Gegensatz zu Kryptowährungen wie Bitcoin nicht eins zu eins getauscht werden können. Man kann eine Ein-Euro-Münze gegen eine andere tauschen und erhält, wenn man sich dafür etwas kauft, das Gleiche. Genauso funktioniert ein Austausch auch bei digitalen Währungen. NFTs hingegen sind einmalig und daher unaustauschbar.  Sie sind damit vor Kopien und Zerstörung geschützt und bieten die erstmalige Gelegenheit, ein digitales Kunstwerk mit einem Eigentümerzertifikat auszustatten, das niemals geknackt oder gelöscht werden kann und gleichzeitig den Künstler an jedem weiteren Verkauf beteiligt.
Für den Kauf und Verkauf eines NFTs benötigt man ein Wallet, eine Art digitale Geldbörse, auf dem NFTs gespeichert werden können. Außerdem muss man in Besitz einer Kryptowährung sein, mit der man die NFTs bezahlen kann.
 
Die jetzige Position auf dem Markt
NFTs werden nicht nur von privaten Künstlern genutzt, sondern etwa auch in der Gaming-Branche. Ein Beispiel dafür ist das Spiel Axie Infinity. Inspiriert von Pokemon kann man hier mit seinem kleinen Monster – in Form eines NFTs – Abenteuer erleben. Hauptsächlich werden NFTs hier aber schlichtweg zu Sammlerzwecken verwendet. Ähnlich wie echte Gemälde werden die digitalen Kunstwerke aufgrund ihrer Einzigartigkeit gerne gesammelt oder als Wertanlage genutzt. Besonders beliebt sind die NFTs in Affen-Gestalt von dem bekannten NFT-Club „Bored Ape Yacht Club" (BAYC). Mittlerweile bringen auch bekannte Popstars wie Justin Bieber oder Snoop Dogg ihre eigenen NFTs auf den Markt.
 
Vor Kurzem erst erschien eine NFT-basierte Social-Media-Plattform im Web3 namens „Only1". Sie bietet vor allem Influencern eine neue Möglichkeit, Geld zu verdienen. Denn auf dieser Plattform kann man nicht nur mit dem Erstellen von gewöhnlichen Inhalten, sondern auch mit der Kreation von NFTs, Profit machen.
 
Mit dem kürzlichen Krypto-Crash ist das Interesse an NFTs gesunken. Einige Anleger waren gezwungen, ihre Token zu verkaufen. Was bedeutet das für die Zukunft der NFTs?
 
Die zukünftige Preisentwicklung
Zur jetzigen Zeit befinden sich die digitalen Sammlerstücke noch auf einem sehr hohen Preisniveau. Es gibt zwar, aufgrund des sinkenden Interesses, schon welche im dreistelligen Bereich, aber die meisten NFTs kosten hunderttausende Dollar. Geht das Interesse jedoch weiterhin verloren, wird sich auch der Wert der Sammlerstücke zwangsläufig verringern.
 
NFTs sind ein noch ziemlich neuer Markt, und neue Märkte passen sich bekanntlich nach einiger Zeit an. Zu Beginn ist alles sehr neu, ein Hype entsteht und die Preise schnellen in die Höhe. Es ist demnach kein Wunder, wenn der Hype irgendwann wieder abflaut und die Preise sinken. Niedrigere Preise bedeuten, dass eine größere Zielgruppe erreicht werden kann, denn mehr Menschen können sich dann NFTs leisten, welche dies bisher nicht konnten.
 
Bei Angleichung wird ausgesiebt
Als NFTs auf den Markt kamen, wollten viele Menschen Anteil daran haben. Es sind in einem kurzen Zeitraum unzählige NFTs entstanden. Für die Erstellung ist nämlich nicht viel Aufwand nötig. Mit der richtigen Anleitung kann das im Prinzip jeder. Viele Krypto-Enthusiasten und auch Künstler wollten die neue Art der Kunst für sich nutzen und haben sich selbst daran versucht. Das Angebot wurde viel zu groß und hat die Nachfrage bei weitem überschritten.
 
Nur die Künstler, die wirklich gute Kunstwerke erbringen und viele Menschen begeistern können, werden in Zukunft mit ihren NFTs weiterhin Profit generieren können. Unbeliebte und geringwertige Sammlerstücke werden vom Markt verschwinden. Lediglich die wahrhaftigen NFT-Enthusiasten werden dann noch in die digitalen Kunstwerke investieren. Eben nur diejenigen, die sie wirklich sammeln wollen und nicht nur damit prahlen. Denn genau diese Menschen sind dann auch bereit dazu, viel Geld für NFTs auszugeben.
 
NFTs sind nicht nachhaltig
Die ökologische Komponente der NFTs ist ein Problem, unter dem die gesamte Kryptoindustrie leidet. Die meisten NFTs verwenden die „Ethereum-Blockchain", bei der alle Computer im Netzwerk (genannt die „Miner") um die Lösung eines komplexen Problems wetteifern. Dies ist sehr energieaufwändig und hat eine massive CO2-Bilanz. Die University of Cambridge Centre for Alternative Finance (CCAF) schätzt beispielsweise den Energieverbrauch von Bitcoin auf jährlich rund 137 TwH (Stand März 2021), was vergleichbar ist mit dem Energiekonsum von ganz Schweden. Viele nachhaltig denkende Investoren haben sich deshalb bereits von den Token verabschiedet.
 
Die Zukunft
Doch mittlerweile gibt es auch Bewegungen und Möglichkeiten für einen nachhaltigen Ansatz. So kann man in Blockchain-Technologien investieren, die weniger bekannt sind, aber dafür von Anfang an auf Nachhaltigkeit setzen. Auf der Liste „Eco-NFT" werden solche noch unterschätzte aber dafür jetzt schon nachhaltige NFTs und Blockchain-Technologien aufgeführt – eine Liste, die Hoffnung auf eine nachhaltige Entwicklung der Digitalisierung macht.
Es lohnt sich also bei der Auswahl der basierenden Technologie genauer hinzuschauen. Und ein früher Einstieg in grünen Krypto-Technologien kann lohnenswert sein.
 
Alles in allem bieten NFTs eine gute Möglichkeit, viele Bereiche zu digitalisieren. Deshalb sollten sie auch bei sinkendem Interesse weiterentwickelt werden, so dass sie nicht mehr mit Umweltzerstörung einhergehen. Dann wird auch das Interesse an ihnen wieder ansteigen. Vollends wird der NFT-Markt auf jeden Fall nicht mehr verschwinden.

Andreas Belocerkov ist Unternehmer und Gründer des NFT-Clubs Crypto Nerds. Der Club gehört zu den stärksten NFT Communities in der DACH-Region.

Technik | Digitalisierung, 26.09.2022
     
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