Für ein neues Zeitalter von Unternehmertum?! - Wege in ein Resonanz-Unternehmertum. 11. bis 13. Juni 2024

EU droht durch "Greenwashing" Glaubwürdigkeit bei Umsetzung des European Green Deal zu untergraben

Atomenergie und fossiles Erdgas für eine Übergangszeit als "nachhaltige" Aktivitäten?

Germanwatch kritisiert den am Silvesterabend versendeten Kommissionsentwurf zur Taxonomie - Die Ampel-Koalition muss nun schnell klare und einheitliche Position auf EU-Ebene vertreten

Nachhaltige Energieversorgung mit Atomkraft? Germanwatch kritisiert den am Silvesterabend versendeten Kommissionsentwurf zur Taxonomie © distelapparath, pixabay.comDie im Entwurf der EU-Kommission angekündigte Aufnahme von Atomenergie und Erdgas als "nachhaltige" Investitionen in die EU-Taxonomie ist aus Sicht der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch ein grober Fehler. "Es ist ein Etikettenschwindel, Atomkraft und Erdgas in der nun vorgeschlagenen Form als nachhaltige Aktivitäten zu kennzeichnen," kommentiert Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. Neben diesem grundsätzlichen Webfehler seien auch wichtige Details problematisch. "Der Übergangszeitraum für die Kennzeichnung als nachhaltig liegt mit dem Jahr 2030 für Erdgas nicht ambitioniert genug. Bei dem Datum handelt es sich nicht um einen festen Ausstiegszeitpunkt, sondern lediglich um das Enddatum der Bewilligungsverfahren. Bei der Atomenergie liegt dieses Datum mit 2045 sogar noch viel weiter in der Zukunft."

EU übersieht die fatale internationale Signalwirkung einer grüngewaschenen Taxonomie
Nach einer ersten Prüfung des 60-seitigen Entwurfs sieht Germanwatch zudem mögliche Schlupflöcher und somit die Gefahr von Greenwashing bei den vorgeschlagenen Bedingungen für Gasinvestitionen. "Um zum Beispiel die Lebenszyklusemissionen genau erfassen zu können, müssen bestehende Probleme bei der Emissionsmessung von fossilem Erdgas in der Lieferkette beseitigt werden und die Lebenszyklusemissionen unabhängig und genau nachgehalten werden", so Christoph Hoffmann, Referent für klimakompatible Finanzflüsse bei Germanwatch. "Zudem sollten die Regeln zum Austausch fossiler Kraftwerke durch neue Gaskraftwerke weiter konkretisiert werden."

Die EU-Kommission droht mit ihrem Plan die Bedeutung der für die notwendige Transformation sehr wichtigen Taxonomie zu untergraben. Bedauerlicherweise lässt die Kommission so zu, dass ein ursprünglich wissenschaftsbasiertes Instrument aus politischen Erwägungen einiger Mitgliedsstaaten zurechtgebogen wird", sagt Christoph Hoffmann. "Darüber hinaus übersieht die EU komplett die fatale internationale Signalwirkung einer durch ihre Entscheidung grüngewaschenen Taxonomie-Verordnung."

Bundesregierung muss sich trotzdem weiter auf europäischer Ebene zu ambitionierteren Bedingungen bekennen
Der Entwurf des delegierten Rechtsaktes durchläuft nun eine nichtöffentliche Konsultation der EU-Plattform für Sustainable Finance und der Expertengruppe der Mitgliedsstaaten bis zum 12. Januar. Hoffmann: "Dieser sehr kurze Konsultationsrahmen als auch der Umstand, dass sowohl EU-Bürgerinnen und Bürger, als auch Finanzinstitutionen und Stimmen aus der Wissenschaft von der Konsultation ausgeschlossen sind, macht deutlich, wie sehr die Kommission bei diesem hoch-umstrittenen und komplexen Thema nun schnell Fakten schaffen will. Zur Frage ob erneuerbare Energien nachhaltig seien, konsultierte die Kommission die Öffentlichkeit, nicht aber zum nun viel kontroverseren ergänzenden Rechtsakt zu Atomenergie und Erdgas." Nach Abschluss der Konsultation werden EU-Parlament und der Rat der Europäischen Union über den Entwurf abstimmen. In beiden Instanzen zeichnen sich nicht die für ein Veto notwendigen Mehrheiten ab. "Wenn das passiert, sollte die Bundesregierung auch den Rechtsweg prüfen, wie das Österreich bereits angekündigt hat", so Christoph Hoffmann.

Kontakt: Germanwatch e.V. | info@germanwatch.org | www.germanwatch.org

Gesellschaft | Politik, 03.01.2022

     
Cover des aktuellen Hefts

Jede Menge gute Nachrichten

forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2024 mit dem Schwerpunkt "Der Weg zum Mehrweg – Transport und Logistik"

  • Circular Cities
  • Kllimagerecht bauen
  • Kreislaufwirtschaft für Batterien
  • ToGo-Mehrwegverpackungen
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
22
MAI
2024
VinylPlus® Sustainability Forum 2024
Together Towards Higher Ambitions
50668 Köln
24
MAI
2024
Lunch & Learn: "Speak like a Speaker"
Wie Sie auf Ihrer eigenen Konferenz überzeugen.
online
30
MAI
2024
Klimacamp München
Mach mit!
80333 München, Königsplatz
Alle Veranstaltungen...
The VinylPlus Sustainability Forum 2024. Together towards higher ambitions

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Green Building

Wie nachhaltig kann Bauleitplanung sein?
Die Stadt Selters kombiniert am Sonnenbach Anpassung an den Klimawandel und Lebensqualität
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Rekord IFAT Munich, 13. - 17. Mai 2024

Fahrrad-Leasinganbieter Company Bike gewinnt Giesecke+Devrient als Neukunden und baut damit sein Portfolio an Großunternehmen am Standort München weiter aus.

TK Elevator veröffentlicht dritten Nachhaltigkeitsreport „Moved by What Moves People":

Grüner Kraftwerksgipfel in Berlin am Brandenburger Tor

Sonne gewinnt - Öl ist von gestern!

Wie Seven Senders mit dem End-of-Life-Service von circulee Kosten und Emissionen spart

Die Bedeutung nachhaltiger Verpackungen in der Gesellschaft

Solarstrom für Automobilhersteller: Sunrock setzt Wachstumskurs fort

  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • circulee GmbH
  • Kärnten Standortmarketing
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • Engagement Global gGmbH