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Die Stadt der Zukunft

Urbane Experimente von Digital Hub Mobility

München ist eine Autostadt. Rund 530.000 Privatfahrzeuge fahren und stehen hier, ein Drittel von ihnen wird nur selten genutzt. Wäre es für einige Stadtbewohner*innen denkbar, zugunsten von besserer Luft und mehr öffentlichem Raum auf ihr Auto zu verzichten? Der am Gründungs- und Innovationszentrum UnternehmerTUM angesiedelte Digital Hub Mobility wagt gemeinsam mit Start-ups, etablierten Unternehmen, Stadtverwaltung sowie Münchnerinnen und Münchnern urbane Experimente. Daraus entstehen neue Mobilitätslösungen für eine lebenswerte Stadt.

Der Future Mobility Space im Munich Urban Colab ist Ort für die Zusammenarbeit des Münchner Mobilitätsökosystems. © Bert WillerEin Urban Garden, eine Fahrradabstellanlage und eine Parkzone für E-Kickscooter, wo sonst Autos stehen. Vier Wochen lang verzichteten acht Testhaushalte beim Projekt „Umparken Schwabing" auf ihr Auto und erhielten dafür ein Mobilitätsbudget im Wert von 300 Euro. Mit diesem Geld, das den durchschnittlichen Kosten für einen Pkw im Monat entspricht, konnten die 15 Teilnehmenden Bahn fahren, den öffentlichen Nahverkehr nutzen oder sich einen Camper, ein Rad, einen E-Scooter, ein Carsharing-Fahrzeug sowie ein Taxi mieten – über Anwendungen des Start-ups Moovster. Ihr eigener Wagen parkte derweil am Stadtrand und machte Platz für die Umgestaltung einer Straße im Münchner Stadtteil Schwabing. Außerdem konnte man mithilfe einer „Augmented-Reality"-Anwendung der Initiative Velo-Hub erleben, was alternativ auf diesem Raum möglich wäre: flanieren, verweilen und kommunizieren, aber auch reparieren und lagern.

Einbindung der Bürger*innen von Anfang an
Das Experiment kam gut an – drei Haushalte wollten am Ende der Testphase ihr Auto abgeben. Gerade ältere Leute äußerten sich sehr positiv zu dem Projekt. Das lag auch daran, dass die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger vor Ort als Grundlage für das Projekt dienten. Denn vor Projektstart stand nicht, wie erwartet, der Wegfall der Parkmöglichkeiten im Fokus, sondern eher die Sorge um Ruhestörungen durch eine erhöhte Nutzung zum Verweilen auf der Fläche. Immerhin dauerte es rund zwei Wochen, bis eine rege Nutzung der Anlage erfolgte.

Ein weiterer Vorteil: Durch die umgestalteten Parkflächen steigt nicht nur die Lebensqualität der Anwohner und Anwohnerinnen, sondern sie zahlen auch direkt auf die nachhaltige Umgestaltung der Stadt ein. Denn begrünte Straßen und Plätze wirken einer Überhitzung der Städte entgegen.

Die lebenswerte Stadt birgt unternehmerische Chancen
Schon heute lebt weltweit jeder zweite Mensch in der Stadt – bis zur Mitte des Jahrhunderts sollen es nach Schätzungen der Vereinten Nationen rund 70 Prozent der Weltbevölkerung sein. Dieses Wachstum stellt Städte weltweit vor große Herausforderungen und wirft drängende Fragen auf: Wie werden die wachsenden Städte nachhaltig mit Energie, Wasser, Lebensmitteln und Waren versorgt, wie wird der Müll beseitigt, die Luft rein gehalten? Fließt der Verkehr und wie kann man der Überhitzung der Städte entgegenwirken?

Die immensen Herausforderungen eröffnen innovativen Start-ups und etablierten Unternehmen große Chancen. Sie können mit neuen Technologien und Produkten wegweisende Lösungen für Mobilität, Logistik, intelligente Vernetzung und Versorgung schaffen. Erneuerbare Energiequellen, eine lebenswerte Gestaltung des öffentlichen Raums, umweltverträgliche Transportmittel oder das Recycling von Abfällen haben hervorragende wirtschaftliche Perspektiven. Für die Entwicklung dieser lebenswerten und intelligenten Städte braucht es individuelle Konzepte, wie „Umparken Schwabing", die die Bürgerinnen und Bürger zur Mitwirkung einladen. 

Ein Ort für Smart-City-Projekte
Seit 2021 gibt es in München einen neuen, zentralen Ort, an dem Start-ups, etablierte Unternehmen, Kreative und Wissenschaftler*innen mit Bürgerinnen und Bürgern und der Stadtverwaltung gemeinsam Konzepte für urbane Herausforderungen finden. Das Munich Urban Colab bietet den idealen Rahmen für interdisziplinäre Kollaboration: Bei einer Grundstücksfläche von 3.600 Quadratmetern entstanden über 11.000 Quadratmeter Nutzfläche, bestehend aus Büroräumen, Co-Working-Spaces, Veranstaltungs- und Seminarräumen und der High-Tech-Prototypenwerkstatt MakerSpace. Ein Café, zwei Wintergärten und ein Sport- und Fitnessraum sorgen für den Ausgleich neben der Arbeit. Die Baukosten von circa 30 Millionen Euro sowie die Betriebskosten trägt UnternehmerTUM, das Grundstück wurde von der Landeshauptstadt in Erbpacht zur Verfügung gestellt.

Nutzerinnen und Nutzer des Gebäudes profitieren von der langjährigen Erfahrung von UnternehmerTUM beim Aufbau von Start-ups, dem Zugang zur städtischen Verwaltung, vom unmittelbaren Austausch mit Expertinnen und Experten aus Technologie und Wirtschaft, Venture Capital Firmen und dem Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Mobilitätsökosystem zum Anfassen auf der IAA
Im Colab entwickelt und erprobt das Team des Digital Hub Mobility Software- und Hardwarelösungen für neue Mobilitätslösungen. Als offizielle Station der IAA Mobility 2021 können die Besucher*innen im Munich Urban Colab innovative Projekte, Start-ups und urbane Experimente kennen lernen:

Der aktuelle Fokus liegt auf der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge in Innenstädten. Das Expert*innenteam des Hubs identifizierte fehlende Ladesäulen als Haupthindernis für die flächendeckende Verbreitung von E-Mobilität in der Stadt. Bekräftigt von ihrem Projektansatz bei „Umparken Schwabing" ermittelte das Projektteam als erstes zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern den wirklichen Bedarf. Das Ergebnis bestätigte, dass für E-Auto-Nutzer*innen eine Schnellladeinfrastruktur in Innenstädten für die Verbreitung von E-Mobilität wichtig ist. Daraufhin fanden Testprojekte für Ladestationen, Workshops und Bürger*innendialoge statt, mit dem Ziel die Wirtschaftlichkeit, Ladeerfahrung im öffentlichen Raum sowie die Reservierung von Ladepunkten auszuprobieren.

Öffentlichen Raum erfolgreich umnutzen
Eine intuitive Gestaltung, klare Kommunikation sowie die Einbindung der Anwohnerschaft und aller Mobilitätsakteure sind essentiell für die Umnutzung von öffentlichen Räumen. Der komplexe Genehmigungsprozess für diese Umnutzung hat gezeigt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung und den lokalen politischen Vertreterinnen und Vertretern ist. Mit diesem Ansatz stellt der Digital Hub Mobility die Weichen für nachhaltige Mobilitätslösungen in der Stadt.

Digital Hub Mobility in München
… ist Teil der deutschlandweiten Digital Hub Initiative, die durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie initiiert wurde. An zwölf miteinander vernetzten Standorten kooperieren etablierte Unternehmen mit Innovationspartnern aus Gründerszene und Wissenschaft. Erstmalig arbeiten im Hub große Automobilunternehmen und Mobilitätsdienstleister, Zulieferer, Technologie-Start-ups sowie Partner aus der Wissenschaft, der öffentlichen Hand und Digitalbranche gemeinsam an der Mobilität der Zukunft. Geplant sind der Aufbau eines weltweit führenden Experimentier- und Testumfeldes für urbane Mobilitätskonzepte, die gemeinsame Entwicklung von Rahmenbedingungen für automatisiertes und vernetztes Fahren und die Entwicklung von Services für die vernetzte Mobilität. Das Ziel ist es, nachhaltige Mobilitätslösungen für eine lebenswerte Stadt zu entwickeln. Der Digital Hub Mobility beinhaltet folgende Komponenten:
 
Netzwerk Partnerschaft - Es soll informieren, inspirieren und die wichtigsten Akteure für die Mobilität der Zukunft vernetzen.

Citizen Mobility - Über die agile Co-Innovation-Plattform werden urbane Experimente umgesetzt und gemeinsam mit etablierten Unternehmen, Kommunen und Start-ups bürgerzentrierte Mobilitätslösungen entwickelt.

Digital Mobility Lab - Das Entwicklungslabor für innovative digitale Mobilitätslösungen und Geschäftsmodelle. Innerhalb von drei Monaten sollen dort Teams Prototypen eines digitalen Produktes, das ein reales Problem löst, entwickeln.

Weitere Informationen finden Sie unter www.unternehmertum.de.
Fritz Lietsch


Technik | Mobilität & Transport, 13.09.2021
     
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