BEE_Sommerfest_2024

Klima: Die Revolution der Natur ist vorprogrammiert

Klimapolitik muss endlich zur Gesellschaftspolitik werden, fordert Michael Müller (Naturfreunde)

Zur heutigen Vorstellung des ersten Teils des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats IPCC (AR6) erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller, der selbst an der Erstellung des vierten Sachstandsberichtes (AR4) beteiligt war:

© Arek Socha, pixabay.comDie Klimadebatte hat historisch viele Vorläufer, doch erste konkrete Erwärmungsprognosen gab es seit 1979. Grundlage war damals eine Studie des amerikanischen Wissenschaftszentrums, wonach eine Verdoppelung des Kohlendioxidgehalts in der unteren Atmosphäre zu einer Erwärmung von 2 bis 3,5 Grad Celsius führen könne. In Deutschland aufgegriffen wurde das von Wissenschaftlern der Meteorologischen Gesellschaft sowie der Physikalischen Gesellschaft, doch deren Warnungen vor einem menschgemachten Klimawandel wurden vom Forschungsministerium zurückgehalten. Denn es wurden Störungen des Wahlkampfs befürchtet.

Die Lage änderte sich mit der Einrichtung der Klima-Enquete des Bundestages im Jahre 1987. Diese lieferte in Zusammenarbeit mit unzähligen wissenschaftlichen Instituten detaillierte Klimaschutzpläne, die heute zu einer Reduktion von bis zu 70 Prozent der Treibhausgase geführt hätten. Doch unter anderem der Druck der Deutschen Einheit, der Widerstand der Wirtschaft und letztlich auch die Politik von Angela Merkel führten zu dem Desaster, dass die Vorschläge nicht umgesetzt wurden. Stattdessen wurde die Deutsche Einheit als Klimaschutz ausgegeben.

Der AR6 zeigt unter anderem, dass sich unser Klimasystem immer schneller sogenannten Kipppunkten nähert, an denen sich die Erderhitzung verselbstständigt. Dazu zählen die Verlangsamung des Jetstreams, das Auftauen der Permafrostböden, das Austrocknen der Wälder, der Zusammenbruch ganzer landwirtschaftlicher Systeme.

Das lange Nichtstun der Politik wird jetzt bestraft. Noch schlimmer: Ein Teil der weiteren Erderwärmung kann nicht mehr gestoppt werden, die Revolution der Natur ist bereits vorprogrammiert. Klimapolitik muss jetzt endlich zur Gesellschaftspolitik werden. Es geht nicht nur um einzelne Maßnahmen, vielmehr muss der Entwicklungspfad in Wirtschaft und Gesellschaft auf einen nachhaltigen Kurs gebracht werden. Eine "grüne Technokratie" alleine wird nicht ausreichen.

Kontakt: NaturFreunde Deutschlands, Michael Müller | mueller@naturfreunde.de | www.presse.naturfreunde.de

Gesellschaft | Politik, 09.08.2021

     
Cover des aktuellen Hefts

Positiver Wandel der Wirtschaft? – So kann's gehen

forum 03/2024 mit dem Schwerpunkt „Wirtschaft im Wandel – Lieferkettengesetz, CSRD und regionale Wertschöpfung"

  • KI
  • Sustainable Finance
  • #freiraumfürmacher
  • Stromnetze
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
27
JUN
2024
„Grüner Rasen – grünes Bewusstsein: Kann Fußball klimafreundlich?“
In der Reihe "Mein Klima - auf der Straße, im Garten, ..."
80336 München und online
03
JUL
2024
BEE Sommerfest 2024
Das Gipfeltreffen der Erneuerbaren
10997 Berlin
02
SEP
2024
Real Estate Social Impact Investing Award 2024 - Bewerbungsfrist: 02.09.2024
Auszeichnung für Leuchttürme und Benchmarks von in Planung und Bau befindlichen Projekten
10117 Berlin
Alle Veranstaltungen...

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Belebung des Arbeitsmarktes durch Leistungskürzungen für Arbeitsunwillige?
Christoph Quarch sieht die Lösung des Problems nicht in Sanktionen sondern im Steuerrecht
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Der Purpose-Match als Game Changer

Abschlussbericht ACHEMA 2024

Ein heißer Sommer mit viel (solarer) Energie

Berufsbegleitende CSM-Zertifikate Nachhaltigkeitsmanagement im Sport, Sustainability Reporting und Zirkuläres Wirtschaften kennenlernen

„Europa macht Hoffnung“

Digitaler Zwilling im Gebäudebestand:

Nachhaltige Zukunft gestalten: Green Tourism Camp 2024 vereint Innovation und Zusammenarbeit im Tourismus

Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik

  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • circulee GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Engagement Global gGmbH
  • Kärnten Standortmarketing
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen