"Eine Landwirtschaft ohne Pestizide ist möglich"

Beitrag der biodynamischen Landwirtschaft zur Gesundheit der Erde

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Eine Landwirtschaft ohne Pestizide ist möglich. Das zeigt die Praxis der biodynamischen Landwirtschaft. Nach ihrem Start vor rund 100 Jahren hat sie inzwischen auch anspruchsvolle Kulturen wie Obst, Baumwolle, Wein, Kaffee und Bananen erschlossen.

"Man kann die Weltbevölkerung mit biologisch angebauten Lebensmitteln ernähren." Das sagt Ueli Hurter, biodynamischer Landwirt und Co-Leiter der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum. Er ergänzt: "Das ist möglich, wenn wir biologisch wirtschaften, weltweit weniger Fleisch konsumieren und Lebensmittelverschwendung (Foodwaste) in den Griff bekommen."

Gemüseanbau im Goetheanum-Gartenpark (Foto: Sebastian Jüngel)
Benno Otter ist biodynamischer Gärtner. Zusammen mit seinem Team bestellt er den Gartenpark des Goetheanum mit rund zehn Hektar Nutzfläche – von Anfang an ohne Pestizide. Möglich sei dies, wenn man sich auf den Ort einlasse, ohne ihm etwas überzustülpen, um etwas zu erzwingen. "Am richtigen Ort das Richtige machen, heißt, sich beispielsweise zu fragen: Warum soll hier am Goetheanum Wein angebaut werden, wenn es dafür günstigere Standorte gibt und das mehr Aufwand bedeutet als etwa Obst auf Hochstammbäumen?" Bei den Wiesen lassen sich Produktion und Ästhetik miteinander verbinden. Das Mahdmodell erlaubt, dass Insekten, Erholungsbedürfnis der Menschen und Winterhunger der Kühe zu ihrem Recht kommen.

Biodynamische Landwirtschaft hatte seit ihrem Entstehen in den 1920er-Jahren einige Bewährungsproben zu bestehen. Inzwischen werden neben gängigen Getreide- und Gemüsesorten anspruchsvolle Obst-, Baumwoll-, Wein-, Kaffee- und Bananenkulturen angebaut. Dafür brauche es neben Alternativen zu Pestiziden "ein umfassendes Management beispielsweise mit Bodenbearbeitung, Sortenwahl, Düngung, Anbaufolge und Kulturführung. Aus dem Umkreis auf das Einzelne hinwirken, darum geht es", so Ueli Hurter. Er ergänzt: "Über analytische und ernährungsphysiologische Parameter hinaus gilt es, ein gesamtheitliches Ernährungssystem zu schaffen und damit um einen grundlegenden Systemwechsel."
 
Kontakt: Sebastian Jüngel, Goetheanum | kommunikation@goetheanum.chwww.goetheanum.org


     
        
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