Gesellschaft | Bildung, 17.05.2021
Berliner Schülerfirma hat jetzt Partner in den USA
Solarenergie und Fahrradmobilität auf der Agenda
„Lange agieren wir nun schon aus unseren Zimmern heraus", stellt Levi Perner fest. Der 16-jährige Vorstandsvorsitzende der Schülerfirma energyECO erlebt die Schulschließungen während der Pandemie auch als Handicap für seine unternehmerischen Aktivitäten. Normalerweise begleiten die 8.- bis 11.-Klässler des Robert-Havemann-Gymnasiums andere Schulen in verschiedenen Projekten zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz.
Doch jetzt ergab sich just im Lockdown die Chance, sogar international aktiv zu werden. Das Goethe-Institut in Washington D.C. wandte sich nämlich an die Jungunternehmer von energyECO mit der Frage, ob diese nicht zwei Schüler-Startups coachen wollten, die am Wettbewerb „Our Sustainable Future/Unsere nachhaltige Zukunft" teilnehmen. Vom 18. bis 20 Juni werden zwölf Teams in einem Online-Pitch gegeneinander antreten. energyECO bereitet ein Team aus Kalifornien und eines aus Georgia auf den Wettbewerb vor.Die kalifornischen Schülerinnen und Schüler nennen ihr Projekt „Claremont on wheels/Claremont auf Rädern". Sie wollen die 40.000 Einwohner von Claremont, das östlich von Los Angeles liegt, davon überzeugen, dass Radfahren nicht nur für die Umwelt und das Klima gut ist, sondern auch für die eigene Gesundheit. Um ihr Ziel zu erreichen, wollen sie Fahrradkarten der Stadt und der Umgebung erstellen, günstige Fahrrad-Reparatur-Optionen ausfindig machen und Fahrrad-Sicherheits-Trainings anbieten.
Die Gruppe der Gwinnett School of Mathematics Science and Technology aus Lawrenceville in Georgia möchte Photovoltaik für den Energiebedarf der Bürger der 30.000-Einwohner-Stadt erschwinglicher machen. Die größte Hürde, die sie dabei überwinden müssen, ist das im Vergleich zu deutschen Verhältnissen nur sehr geringe Interesse an erneuerbaren Energien und dementsprechend auch wenig ausgeprägte technische Wissen.
Obwohl die amerikanischen Schüler alle Deutschunterricht haben, findet die Kommunikation mit ihnen teils deutsch und teils englisch statt. „Wir haben bereits unser erstes Coaching mit den beiden Teams hinter uns", berichtet Clara Bauer von energyECO. Und sie stellt fest, dass es ihr und ihren Mitstreitern der Schülerfirma großen Spaß macht, ihre Beratungskompetenzen in einem interkulturellen Kontext unter Beweis zu stellen. Man könne die US-amerikanischen Partner nicht nur in fachlichen Fragen der Nachhaltigkeit unterstützen, sondern bespreche auch Fragen des Marketings, der Prozessentwicklung und des Fundraisings. „Das ist auch für uns eine Herausforderung", stellt Levi Perner fest.
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