Klima-Selbstverpflichtung: Deutscher Finanzsektor springt zu kurz

16 deutsche Finanzinstitutionen haben sich heute einer Selbstverpflichtung angeschlossen, mit der sie ihre Kredit- und Investmentportfolios stärker an den Pariser Klimazielen ausrichten wollen.

Markus Distelrath, pixabay.com
Dazu kommentiert Kathrin Petz, Finanz-Campaignerin bei urgewald:

„Die Absicht die Kredit- und Investmentportfolios stärker an den Pariser Klimazielen auszurichten ist gut und notwendig. Ob die Banken dies mit der jetzt veröffentlichten Selbstverpflichtung erreichen, ist jedoch mehr als fraglich. Jedes Institut darf sich aussuchen, in welchem Bereich es die größte Wirkung vermutet und aktiv werden will. Das Fonds- und Mandatsgeschäft, das in der Regel deutlich größere Summen umfasst als die selbstverwalteten Anlagen der Banken, bleibt komplett außen vor. Wie eine Bank die Klimaauswirkungen messen will, darf sie frei wählen. Zwar sollen die Unterzeichnerinnen bis 2022 Ziele für ihre Portfolios setzen, veröffentlichen und danach zu diesen Zielen berichten. Da sich die Banken die Kriterien dafür aussuchen dürfen, wird die Berichterstattung jedoch erstens schwach und zweitens schwer vergleichbar."

„Was fehlt, sind klar formulierte Anforderungen an die Schritte, denn Klimaneutralität bis 2050 als einziges Ziel liegt in viel zu weiter Ferne. Die Initiatorinnen müssen konkreter werden: Welche Maßnahmen braucht es, um Klimaneutralität möglichst vor 2050 zu erreichen? Welche Zwischenziele setzen sich die Banken bis 2021, 2025 oder 2030? All das bleibt komplett im Nebel, dadurch droht Wildwuchs und ein Wünsch-Dir-Was. Dem Klima ist damit sicher nicht genug geholfen. Statt ineffektiver Selbstverpflichtungen wie dieser sollte der Gesetzgeber konkrete Anforderungen auf Basis des 1,5-Grad-Ziels von Paris vorgeben. Die Bundesregierung sollte die EU-Ratspräsidentschaft dafür nutzen, um dem Finanzsektor auf EU-Ebene Klima-Leitplanken zu setzen."
Kontakt: Moritz Schröder-Therre, Pressesprecher urgewald | moritz@urgewald.org

Lifestyle | Geld & Investment, 30.06.2020
     
Cover des aktuellen Hefts

Jetzt reicht's!

forum 04/2020

  • Klimaschutz als Volkssport
  • Marketing for Future
  • Systemrelevant
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
19
MÄR
2021
#NoMoreEmptyPromises
Globaler Klimastreik
weltweit
26
MÄR
2021
DVD-Start „Unser Boden, unser Erbe“
Wie wollen wir in Zukunft leben?
deutschlandweit
22
APR
2021
Green Deal im Unternehmen
So gelingt strategischer Klimaschutz!
online
Alle Veranstaltungen...
Marketing For Future Award 2021. Marketing zwischen Macht und macht nichts.

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

Mit Experten kann man kein Land regieren!
Christoph Quarch fordert, die Entscheidungen wieder dahin zu verlagern, wo sie hingehören: ins Parlament.
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Biotenside: Zunehmend im Interesse der Industrie

Offener Brief eines Bekleidungsherstellers an die Bundeskanzlerin

Käfer-riechende Drohne auf Höhenflug

Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg: Julia Kovar-Mühlhausen übernimmt Leitung

Basischemikalie mit verringertem CO2-Fußabdruck: Vinnolit bietet „grüne“ Natronlauge an

IT-Remarketing spart 300 Mio. Liter Wasser ein:

„Refill the Good“:

„In der Wildnis liegt die Hoffnung der Welt"

  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • PEFC Deutschland e. V.
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.)
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Global Nature Fund (GNF)
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • TourCert gGmbH