Auswirkungen der Pandemie auf die weltweite Energiepolitik

Studie untersucht, wie sich die Pandemie auf den globalen Energiesektor auswirkt

Der Covid-19-Ausbruch führt zu einer wirtschaftlichen Rezession, die möglicherweise schwerwiegender ausfällt als nach der Finanzkrise 2008. Damit einher geht ein weltweiter Rückgang der Energienachfrage. Wie sich die Pandemie auf den globalen Energiesektor auswirkt, ob politische Entscheidungen in der Krise den Wandel der Energiesysteme beschleunigen oder ob weiterhin auf fossile Energieträger gesetzt wird, wurde für eine aktuelle Studie des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) untersucht. Darin enthalten eine Analyse der Energiepolitik Argentiniens, Chinas, Deutschlands, Indiens, Israels und der USA.
 
Der Covid-19-Ausbruch führt zu einer wirtschaftlichen Rezession, die möglicherweise schwerwiegender ausfällt als nach der Finanzkrise 2008. © jewhisperer, pixabay.comDie Auswirkungen der Coronakrise auf die Energiemärkte ähneln sich zwar einerseits, andererseits sind unterschiedliche nationale politische Reaktionen zu erwarten, so das Autorenteam. Ihre Begründung: Bei den analysierten Ländern liegen sowohl unterschiedliche Industriestrukturen als auch verschiedene politische und soziale Gegebenheiten vor.
 
In den USA wie auch in Deutschland hat sich die Rolle der Kohleindustrie verringert und der Anteil erneuerbarer Energien ist gewachsen. Die Bedeutung von Öl und Gas in den USA sowie die aktuelle politische Lage dort könnten es jedoch erschweren, den fossilen Energieträgern den Rücken zu kehren, während in Deutschland ein prinzipieller Konsens über den Ausstieg aus der Kohleförderung besteht.
 
Ebenso wird sich Argentinien schwer tun: Ein dominanter Öl- und Gassektor gilt in dem südamerikanischen Land als Schlüssel für die Landesentwicklung, während der Sektor mit erneuerbaren Energien noch relativ klein ist. Dies mache einen Übergang in Krisenzeiten weniger wahrscheinlich, so das Fazit der Autoren.
 
China und Indien hätten vom Ausbau erneuerbarer Energien profitiert, aber beide Länder erwarteten langfristig eine steigende Energienachfrage, weshalb dort möglicherweise ein Zögern vorherrsche, von fossilen Energieträgern ganz Abstand zu nehmen. Auch die USA, China, Israel und Indien würden der Energiesicherheit eine hohe Bedeutung beimessen, so argumentieren die Autoren. Und obgleich dies mit erneuerbaren Energien erreicht werden könne, sehen Länder mit lokalen Reserven an fossilen Brennstoffen diese immer noch als ein Sicherheitsplus an.
 
Empfehlung: Umweltfreundliche Konjunkturpakete
Covid-19 und die daraus resultierende Wirtschaftskrise könnten die Energiewende in bestimmten Ländern verlangsamen. Es werden Konjunkturpakete zur Wiederbelebung der angeschlagenen Volkswirtschaften im Gefolge der globalen Pandemie notwendig sein, und einige Länder werden ihre einheimischen fossilen Brennstoffsektoren zu stärken versuchen. Dies, obwohl die Preissenkungen der OPEC+ diese Strategie riskant mache, schreiben die Autoren der IASS-Studie. Damit steige das Risiko eines global ungleichmäßigen Übergangs zu erneuerbaren Energien, was zusätzliche finanzielle und politische Risiken insbesondere für die späten Dekarbonisierer, aber ebenso für die Weltgemeinschaft insgesamt mit sich bringe.
 
Die Konzentration auf umweltfreundlichere Konjunkturpakete, ist eine der Empfehlungen der Forschergruppe. Denn erneuerbare Energien könnten die lokale Wertschöpfung fördern und würden nicht zu den gleichen Abhängigkeiten beitragen, die auf dem globalen Energiemarkt zu sehen sind. Die Bemühungen Indiens, Israels, Deutschlands und Chinas seien zwar ein Anfang, notwendig sei aber ein noch konzertierteren Vorgehen, um fossile durch erneuerbare Energieträger zu ersetzen.
 
Die Teams am IASS forschen mit dem Ziel, gesellschaftliche Wandlungsprozesse zur Nachhaltigkeit zu verstehen, zu befördern und zu gestalten. Problemverständnisse und Lösungsoptionen entwickeln die Teams des Instituts in Kooperation mit Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
 
Kontakt: Sabine Letz, Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) 

Technik | Energie, 30.06.2020

     
Cover des aktuellen Hefts

Jede Menge gute Nachrichten

forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2024 mit dem Schwerpunkt "Der Weg zum Mehrweg – Transport und Logistik"

  • Circular Cities
  • Kllimagerecht bauen
  • Kreislaufwirtschaft für Batterien
  • ToGo-Mehrwegverpackungen
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
25
APR
2024
Lunch & Learn: Begeisterung für die Erde!
Wie gelingt der ökologische Wandel?
online
26
APR
2024
ChefTreff Gipfel 2024
Get Inspired by Brave Leaders
20457 Hamburg
06
JUN
2024
SustainED Synergy Forum 2024
SustainED Synergy – unser 6-Monate CSRD Consulting für Ihr Unternehmen!
73728 Esslingen am Neckar
Alle Veranstaltungen...
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Aufstand der Demokraten
Für Christoph Quarch ist ein "Aufstand der Anständigen" ohne Zivilcourage wertlos
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

„Das Beste an meinem Beruf ist, Menschen zu helfen und passgenaue, individuelle Lösungen für sie zu finden!“

toom zum sechsten Mal für Nachhaltigkeit ausgezeichnet

Nachhaltig, zusammen, laut:

Nachhaltige Proteinquellen

Es tut sich was ...

FH Münster startet Master Nachhaltige Transformationsgestaltung

Pascoe mit dem Innovationspreis TOP 100 ausgezeichnet

NICAMA meets Voelkel:

  • Kärnten Standortmarketing
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Engagement Global gGmbH
  • toom Baumarkt GmbH
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)