Eine Welt. Ein Klima. Für globale Entwicklung und Klimaschutz gemeinsam handeln! Engagieren Sie sich jetzt: www.allianz-entwicklung-klima.de

Dem Kunststoffrecycling brechen die Märkte weg

Warum schöpfen wir nicht Mittel für die Corona-Rettungsschirme durch höhere Abgaben auf Öl und Treibstoffe?

„Die Situation für das Kunststoffrecycling ist extrem kritisch", so fasst Herbert Snell, Vizepräsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, die gegenwärtige Entwicklung auf den Märkten zusammen. 
 
PET-Ballen, zusammengepresste PET-Flaschen, stellen einen wichtigen Rohstoff für die Kreislaufwirtschaft dar. © bvseAufgrund der Coronavirus-Pandemie ist die Nachfrage der Industrie weltweit im freien Fall. Dies wird nicht nur am Beispiel des niedrigen Ölpreise deutlich, auch die Preise für Kunststoffrohstoffe (Neuware) sind auf einem Niveau, wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Der Preisvorteil der Recyclingware gegenüber der Primärware fällt weg und kehrt sich teilweise sogar ins Gegenteil. 
 
Gleichzeitig ist die Produktion der kunststoffverarbeitenden Industrie, die Recyclate einsetzt, vor allem in Deutschland, Frankreich, Italien, aber beispielsweise auch im Nahen Osten oder in Südamerika zurückgegangen und teilweise sogar ganz zum Erliegen gekommen. Schon jetzt sei spürbar, so der bvse, dass die Industrie deutlich weniger Recyclate einsetzt. Den Kunststoffrecyclern brechen wichtige Märkte weg. 
 
So sind Recyclate zwar in bestimmten Bereichen, wie in der Verpackungsindustrie, bisher noch gut nachgefragt. Doch der Absatz im Automobilbau ist beispielsweise extrem schwach und der Absatz von Recyclingprodukten im Tiefbau ist ebenfalls rückläufig. Der Export von Recyclaten in das Ausland wird auch durch die Beschränkungen beim Grenzübertritt stark behindert. Die Recycler registrieren zudem, dass auch aus Ländern, in denen über Jahre stabile Absatzmärkte aufgebaut wurden, Stornierungen eingehen. Auch die Exportlogistik kann nur mit erheblichen Behinderungen oder Verzögerungen in Gang gehalten werden. 
 
Herbert Snell: „Die Kombination von Preisverfall für Neuware, Nachfragerückgang und Logistikschwierigkeiten belasten die Recyclingunternehmen erheblich. Wir sehen enorme Probleme auf die Branche zukommen, weil wir es mit einem weltweiten Krisenszenario zu tun haben, das sich in den nächsten Wochen und Monaten sogar noch dann verstärken könnte, wenn die Corona-bedingten Einschränkungen schrittweise aufgehoben werden. Bis die Weltwirtschaft wieder anspringt und die Lieferketten national, europäisch und international wieder reibungslos funktionieren, werden viele Monate ins Land gehen."
 
Der bvse spricht sich daher dezidiert dafür aus, frühzeitig konjunkturstützende Maßnahmen vorzubereiten, die ganz gezielt das Recycling stärken sowie den Um- und Ausbau der Kreislaufwirtschaft in Deutschland und Europa forcieren. Corona darf nicht als Entschuldigung dafür genommen werden, die Bemühungen für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft schleifen zu lassen. Es müsse vielmehr darum gehen, sich mit zukunftsgerichteten Weichenstellungen schnell und nachhaltig aus der Krise heraus zu kämpfen. Jetzt sei beispielsweise der ideale Zeitpunkt, so bvse-Vizepräsident Herbert Snell, um Anreize für den Einsatz von Recyclaten zu setzen und das öffentliche Beschaffungswesen konsequent darauf zu trimmen, endlich auf breiter Front Recyclingprodukte einzukaufen.
 
Kontakt: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Jörg Lacher
lacher@bvse.de | www.bvse.de

Gesellschaft | Politik, 05.05.2020
     
Cover des aktuellen Hefts

Zeit, die Stimme zu erheben und endlich zu handeln?

forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2022 mit dem Schwerpunkt: Globale Ziele und Klimaschutz

  • Ukrainekrieg und Hunger auf der Welt
  • Doppelte Dividende durch Nachhaltigkeit
  • Green Chefs
  • Die Brücke zur Natur
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
08
DEZ
2022
Die Klimashow mit neun Promis
Promis fragen - SPIEGEL-Bestsellerautoren antworten
online
12
DEZ
2022
Nachhaltigkeitskongress
Der Zukunftskongress für Wirtschaft mit Weitsicht
40217 Düsseldorf
21
JAN
2023
Wir haben es satt!
Gutes Essen für alle – statt Profite für wenige!
10117 Berlin
Alle Veranstaltungen...
Text

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

Wie sollte Deutschland mit autokratischen Staaten umgehen?
Für Christoph Quarch kommt es darauf an, im Sinne von Aristoteles, auf konkrete Fragen die jeweils beste Antwort zu geben.
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

„Meilensteine“ bringen Weilerbach voran

Österreichischer Umweltjournalismus-Preis 2022: Die Preisträger stehen fest

Wir gratulieren:

Macht die Reform des Einwanderungsrechts die deutsche Staatsangehörigkeit zum Ramschartikel?

ICG vergibt den "Real Estate Social Impact Investing Award 2022"

Porsche tritt UN Global Compact bei

And the winner will be...

CarSharing für Unternehmen: Einfach mobil und die Kosten im Blick

  • PEFC Deutschland e. V.
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • TourCert gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • Frankfurt University of Applied Sciences