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Désirée Schubert

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie jene, die es wissen

Désirée Schubert stellt ihre Unternehmensstrategie vor

Als Entscheider wissen Sie, dass wir in einer Vuka-Welt leben. Vuka poppt überall dort auf, wo Strategie großgeschrieben wird. Dabei ist Vuka der Versuch, eine volative, ungewisse, komplexe und ambivalente Welt zu beschreiben – so gut wie es halt irgendwie geht. 
 
Wenn Sie als Manager oder Entscheider große Fragen vor der Brust haben, wie etwa jene:
  • Was wartet auf uns in der Zukunft?
  • Auf welche Szenarien müssen wir uns vorbereiten?
  • Welche Themen müssen wir schnell angehen, welche können noch warten?
  • Wie sehen wir uns selbst und wie werden wir „da draußen" wirklich gesehen?
dann können Sie diese nicht allein im stillen Kämmerlein beantworten. Warum also nicht einfach mal jene fragen, die es wissen könnten? Das sind Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und weitere, wichtige Anspruchsgruppen. Stattdessen wird meist eine teuer eingekaufte Beratung für den Zukunftskurs involviert. So titelt jüngst die FAZ „Rekordwachstum: McKinsey stellt 500 Berater ein". Auch wenn hier lediglich ein Beratungsunternehmen vorne steht, das Geschäft der Unternehmensberater boomt seit Jahren, ein untrügliches Zeichen, dass viele Unternehmen an klassischen Wegen festhalten und lieber Experten nach dem „richtigen" Weg fragen.

Damit bleiben all jene außen vor, die gerne Antworten geben und in deren Köpfe Unternehmenslenker oft nur zu gerne schauen würden: die Anspruchsgruppen des Unternehmens. Nicht umsonst haben Kollaboration, kollektives Wissen und Interaktivität einen festen Platz im modernen Management. Nur so kann es gelingen, aus vielen und vielfältigen Informa­tio­nen den besten Zukunftskurs innerhalb möglicher Szenarien zu erkennen und regelmäßig anzupassen. Modern wäre es also, Stakeholder-Engagement zu einer strategischen Säule auszubauen, denn damit profitieren Sie von
  • einem verbesserten Risiko-Frühwarnsystem (auch diffus-­schwache Hinweise können frühzeitig aufgenommen werden)
  • tragfähigeren Geschäftsmodellen mit echtem Mehrwert für alle Beteiligten
  • rechtzeitig identifizierten Innovationschancen
  • einer Marke, der Stakeholder auch in Krisenzeiten noch vertrauen
  • Verbündeten für Ihre Entscheidungen
Raus aus der Blase – ran an den Speck!
Jedes Unternehmen agiert und denkt zwangsläufig in einer Art Blase. Zukunftsfähige Strategien basieren jedoch auf dem Mut, diese Blase zu verlassen. Ran an den Speck heißt somit an das zu kommen, was in den Köpfen Ihrer Stakeholder schlummert. Und auch das zu berücksichtigen, was neu, anders und ungewohnt ist. Trotz komplexer Themen, unterschiedlicher Ansprüche und hoher Erwartungen muss ein Stakeholder-Dialog nicht schwierig sein. Was Sie dafür vor allem brauchen? Das passende Mindset – und eine fundierte Methode, mit der das Wesentliche gemeinsam auf den Punkt gebracht werden kann. Wollen und können Sie also mutig sein, gut zuhören, aktiv Dialoge führen, das Gemeinsame betonen, Vertrauen aufbauen und Ergebnisse offen kommunizieren? Dann ist Virtuelles Brainstorming die passende Methode für den nächsten Schritt.

© Whitepaper


10 typische Fallen des Stakeholder-Engagements, die Sie vermeiden können  
Damit Ihr Stakeholder-Engagement-Prozess gute und vor allem verlässliche Resultate hervorbringt, lohnt es sich, die häufigsten Fehlerquellen bei der professionellen Einbindung von Anspruchsgruppen zu kennen und zu verstehen.  Denn einfach nur Fragen zu stellen ist noch kein guter Dialog und das Generieren von ganz viel Information noch kein weises Wissen!   
  1. Verwechseln Sie eine Meinungsumfrage nicht mit Stakeholder-Engagement! Letzteres ist ein kontinuierlicher Prozess, in dem es darum geht, zuzuhören, aktiv Dialoge zu führen und nachhaltig Vertrauen aufzubauen. Der Weg ist das Ziel, die Nutzung adäquater Formate unerlässlich.   

  2. Denken Sie in Beziehungen – nicht in Antworten! Das Gemeinsame braucht eine Beziehungsebene, und die wiederum braucht Zeit. Was eine gute Beziehung ausmacht? Vertrauen, gegenseitiger Respekt und Verständnis. Das sind immaterielle Werte, die sich über die Zeit aufgrund von gemeinsamen und auch individuellen Erfahrungen und Interaktionen bilden und weiterentwickeln.

    „Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen."
    Johann Wolfgang von Goethe

  3. Agieren Sie, statt zu reagieren! Beziehen Sie Ihre Stakeholder proaktiv ein und nicht erst im Nachhinein, wenn die Hütte bereits brennt. Gerade bei komplexen oder kontroversen Themen sollten Sie den Austausch mit Ihren Stakeholdern frühzeitig forcieren und das Wohlbefinden aller Beteiligten auch auf lange Sicht im Blick haben.  

  4. Lösen Sie Probleme nicht mit den Mitteln, die sie verursacht haben! Heißt: Setzen Sie auf ein völlig neues Set an Fähigkeiten und lassen Sie verschiedene Perspek­tiven zu. Integrieren Sie Perspektiven, Fähigkeiten und Meinungen außenstehender Stakeholder wie NGOs, Nachbarn oder zukünftiger Mitarbeiter. Lassen Sie alles zu – auch das, was das aktuelle mentale Modell Ihres Unternehmens in Frage stellt.  

  5. Delegieren Sie nicht an Stabsabteilungen! Berücksichtigen Sie stattdessen den Umgang mit Ihren relevanten Stakeholdern in der Planung Ihres Tagesgeschäftes und des Kerngeschäfts. Lassen Sie deren relevante Themen, Meinungen und Beweggründe in Ihre Entscheidungen einfließen.
      
  6. Bloß nicht verzetteln! Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Legen Sie fest, welche Stakeholder zu welchen Themen wie intensiv einbezogen werden sollen. Grundsätzlich gilt: Qualität vor Quantität. Legen Sie den Fokus auf jene, die relevanten Einfluss auf Ihr Unternehmen haben und deren Feedback das Unternehmen befähigt, sich zukunftsfähiger aufzustellen.  

  7. Keine versteckten Agenden! Partizipation und versteckte Agenden (eigene Hintergedanken oder geheime Absichten) funktionieren nicht zusammen. Setzen Sie stattdessen auf Ehrlichkeit, Transparenz und Offenheit.  

  8. Planen Sie nicht alles bis ins letzte Detail! Stellen Sie lieber sicher, rechtzeitig zu beginnen. Verstehen Sie Ihren Engagement-Prozess als iterativen Prozess, der jederzeit an Ihre Bedürfnisse und die der Stakeholder angepasst werden kann.  

  9. Nicht alles auf einmal und sofort! Wie isst man einen Elefanten? In kleinen Scheiben... Es muss nicht alles sofort erledigt, nicht jede Frage sofort gestellt und beantwortet werden. Starten Sie mit überschaubaren Herausforderungen und beschreiben Sie Ihre Roadmap. Setzen Sie auf Qualität und Tiefe der Informationen, die Sie erhalten möchten.  

  10. Haben Sie keine Angst vor Ihren Stakeholdern! Ihre Stakeholder konfrontieren Sie mit neuen und/ oder unangenehmen Themen? Sehen Sie es als Chance, Ihren Unternehmenskurs an der Realität auszurichten. Bis zu welchem Grad Sie auf die Wünsche Ihrer Stakeholder reagieren, bleibt Ihnen überlassen. Nicht hinzuhören, keine Fragen zu stellen, aus Furcht, mit unbequemen in Kontakt zu kommen, ist jedoch schlichtweg keine zukunftsfähige Art der Unternehmensführung.
Désirée Schubert ist Geschäftsführerin der Fährmann Unternehmensberatung GmbH in München und Expertin für Nachhaltigkeitskommunikation und Nachhaltigkeitsmarketing. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner Fountain Park, der spezialisierten Beratung im Bereich Stakeholder Engagement, ist das Whitepaper „Stakeholder-Engagement – Neue Qualität für Ihre Entscheidungen" entstanden. 

Dieser Artikel ist in forum 01/2020 - Dabeisein ist alles! erschienen.



     
        
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