Plastikmüll

Fakten und Folgen

Einer Studie der Ellen MacArthur Foundation zufolge wurden seit Beginn der industriellen Plastikproduktion im großen Stil – das war etwa 1950 – insgesamt 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert, in die Welt gesetzt und verarbeitet. Dies geschah vor allem in Form von Verpackungen, aber auch beim Bau von Häusern und Infrastruktur, bei der Produktion zahlloser Güter des täglichen Bedarfs und zu unzähligen weiteren Zwecken. Der Studie zufolge werden 2,6 Milliarden Tonnen des bislang produzierten Plastiks bis heute genutzt. Weitere 800 Millionen Tonnen wurden verbrannt und zum Teil für die Energiegewinnung genutzt. Und ganze fünf Milliarden Tonnen Plastik befinden sich im Müll.

© RitaE, Pixabay
Acht Millionen Tonnen Plastikmüll (ein Müllwagen pro Minute) gelangen jährlich in die Ozeane, wobei es sich zum weitaus größten Teil um Verpackungsmüll handelt. Zwei Drittel des Plastiks in den Weltmeeren stammen aus lediglich 20 Flüssen vor allem in Fernost. Als dreckigster Fluss der Welt gilt der Jiangtse in China, über den jährlich 330.000 Tonnen Plastik ins Meer gelangen. Auf Platz zwei liegt der Ganges in Indien. Schon heute befinden sich Schätzungen zufolge etwa 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Rund 80 Prozent des Plastiks in den Meeren stammt von ungesicherten Mülldeponien weltweit. Hinzu kommen die winzigen Kunststoffteilchen aus Seifen, Duschlotionen und Reinigern, die als sogenanntes „Mikroplastik" in die Gewässer gelangen. Auch die großen Kunststoffteile im Meer werden auf Dauer durch den Wellengang zerrieben, so dass auch daraus Mikroplastik entsteht. Dieses wiederum wird von den Meereslebewesen als Nahrung aufgenommen und landet am Ende auch auf unseren Tellern.

Fakten zu Produktion und Umsatz
Allein in Europa beschäftigt die Plastikindustrie in 60.000 Unternehmen – vom Hersteller der Rohmaterialien bis hin zum Recycler sowie zum Anbieter von Plastikverarbeitungsmaschinen – mehr als 1,5 Millionen Menschen, so PlasticsEurope, der Verband der Kunststofferzeuger. Der Gesamtumsatz der Branche: 355 Milliarden Euro im Jahr 2017. In Deutschland setzte die Plastikbranche laut Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) im Jahr 2017 insgesamt 63,7 Milliarden Euro um. Der Plastikausstoß der Weltwirtschaft wird in den kommenden Jahren weiter dramatisch ansteigen. Vor allem Ölkonzerne investieren Milliarden in diese Industrie, schreibt der britische „Guardian". Firmen wie Exxon Mobile Chemical oder Shell Chemical haben demnach seit 2010 mehr als 180 Milliarden Dollar in neue Plastikfabriken gesteckt, in denen sie künftig Verpackungen, Flaschen, Transportbehälter und Ähnliches herstellen wollen. Experten erwarten auf Grundlage dieser Zahlen, dass die Plastikproduktion weltweit in den kommenden zehn Jahren um 40 Prozent steigen wird.
 
Die Ellen MacArthur Foundation wurde 2010 ins Leben gerufen, um den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. Seit ihrer Gründung hat sich die Wohltätigkeitsorganisation zu einem globalen Vordenker entwickelt und die Kreislaufwirtschaft auf der Tagesordnung von Entscheidungsträgern in Wirtschaft, Regierung und Wissenschaft etabliert. 
 
Auf unserer Themenseite "Plastik - die Welt versinkt im Müll" finden Sie weitere spannende Beiträge zum Jahrhundertthema. 

Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2019 - Social Business beseitigt Plastik-Müll und schafft neue Jobs erschienen.



     
        
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