Für ein neues Zeitalter von Unternehmertum?! - Wege in ein Resonanz-Unternehmertum. 11. bis 13. Juni 2024

Klimaschutz als Geschäftsmodell

Im Rahmen der internationalen Klimakonferenz ICCA2019 in Heidelberg erhalten Projekte aus Indien, Nigeria, Australien, Italien und Deutschland den „Better together Award".

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat im Rahmen der internationalen Klimakonferenz ICCA2019 in Heidelberg fünf Projekten aus Indien, Nigeria, Australien, Italien und Deutschland den „Better together Award" überreicht. Über 80 Akteure hatten sich mit ihren lokalen StartUp-Klimaschutzlösungen, die jeweils an kommunale Strukturen angedockt sind, um den Preis beworben. Das Bundesumweltministerium (BMU) hatte zusammen mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) den Award ins Leben gerufen.
 
Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Klimaschutz und Pioniergeist sind genauso global wie der Klimawandel. Wir haben heute fünf Top-Klimalösungen von fünf StartUps und ihren Städten ausgezeichnet. Bangalore, Kano, Palermo, Sydney und Berlin arbeiten als Kommunen mit den heutigen „Better together Award"-Preisträgern bei Abfallmanagement, Mobilität und Klimamodulation für Treibhausgasminderung und Klimaanpassung zusammen. Von diesen Vorbildern brauchen wir mehr. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und –trägern und wünsche viel Erfolg bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle."
 
Leon Reiner, Gründer und Geschäftsführer Impact Hub Berlin, Initiator des „Better together Award": „Kollaboration ist für uns der zentrale Treiber für Innovation. Insbesondere Lösungsansätze für hochkomplexe Probleme wie der Klimawandel können nur durch Zusammenarbeit von unterschiedlichen Akteuren entstehen. Deshalb sind wir besonders glücklich, gemeinsam mit dem BMU und unterstützt durch GIZ einen Preis, der Kollaboration in den Mittelpunkt stellt, ausschreiben zu können."
 
Die fünf ausgezeichneten Projekte widmen sich Emissionen und Umweltwirkungen von Abfall, der Berechnung lokaler Klimamodelle sowie nachhaltigen Mobilitätsmodellen. Die Preisträgerinnen und Preisträger sind bereits seit dem 16. Mai in Deutschland. Sie kommen aus Berlin von einer fünftägigen „Innovation Journey", in der sie das vielfältige Innovations-Ökosystem Berlins besucht und Experten-Coaching für Skalierung und Wirkungsmessung ihrer innovativen Klimalösungen erhalten haben.
 
Der Better together Award
Der Better Together Award ist ein internationaler Wettbewerb für kollaborative Innovationen zur Lösung lokaler Klimaprobleme. Der Preis berücksichtigt explizit den Wert einer effektiven Zusammenarbeit zwischen Start-ups, KMU oder NGOs und lokalen Regierungen, die gemeinsam innovative Lösungen für eine wirksame Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahme umsetzen. Träger der Auszeichnung ist der Impact Hub Berlin. Der Preis wird aus Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) über das GIZ-Projekt „Climate policy meets urban development" (CPMUD) finanziert. Der Better Together Award macht erfolgreiche Beispiele für solche kollaborativen Innovationen für die Welt sichtbar. Ziel ist es, andere lokale Entscheidungsträger zu inspirieren und die Skalierung erfolgreicher Klimaschutzmaßnahmen über Regionen und Städte hinweg zu unterstützen.
 
Impact Hub
Impact Hub Berlin ist ein Treiber für soziales Unternehmertum in einem weltweiten Netzwerk für soziale Innovationen. Impact Hub versteht sich als branchenübergreifendes Innovationslabor, professionelles Netzwerk und Co-working Space. Für ihre lokalen & globalen Partner aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik entwickeln sie passgenaue Programme um soziale Innovationen gemeinsam voranzutreiben. Impact Hub Berlin wurde im April 2014 von Nele Kapretz, Anna Lässer und Leon Reiner gegründet. Der erste Impact Hub wurde 2005 in London gegründet – heute umfasst das Netzwerk weltweit über 100 eigenständige Standorte in 54 Ländern mit mehr als 15.000 Mitgliedern.
 
Die Gewinnerprojekte:
  • Carbonlites / Bangalore, Indien: Carbonlite ist ein umgebauter Container, der aus organischen Abfällen Biogas und Biodünger-Produktionsstätte für Kommunen produziert. Somit werden täglich 5 Tonnen (t) Methan und 1.2t CO2 vermieden und gleichzeitig 400kg Biogas und 1t Dünger hergestellt. Partner sind die Kommune Bruhat Bengaluru Mahanagara Palike, das kleine Unternehmen Carbon Masters und die Bürgerverband Kormangala Residents Welfare Association. www.carbonlites.com

  • Kano, Nigeria: Die Idee des Start-ups bietet eine App an, die es Müllsammler*innen ermöglichen soll, durch das Sammeln von Plastik-, Papier-, Metallen-, Nahrung- und Glasabfällen, ein Einkommen zu generieren. Müllsammler*innen, insbesondere Frauen, können im Staat Kano den gesammelten Abfall zu einem von 20+ Recycling-Kiosks bringen, und somit monatlich 5-6 US Dollar verdienen. Partner ist die Regierungsbehörde Refuse Management & Sanitation Board. www.etrash2cash.com

  • Jelbi / Berlin, Germany: Jelbi ist ein Service entwickelt vom Start-up Trafi, welcher gemeinsam mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) zeitnah umgesetzt werden soll. Nutzer können bis zu 25 verschiedene öffentliche und private Transportmittel in einer App planen und problemlos bezahlen. Es ist die erste App, die für eine europäische Stadt dieser Größe Anwendung findet. www.jelbi.de

  • Mobility Urban Values Game / Palermo, Italy: Das "Mobility Urban Values Game” (MUV) versucht durch spielhafte Handy-Apps Bürger*innen zu nachhaltiger Mobilität im Alltag zu bewegen. Die App vergibt Punkte für zurückgelegte Wege der Nutzer*innen anhand von 31 Indikatoren und ermutigt diese, an stadtweiten Challenges teilzunehmen. Politische Entscheidungsträger können ihre Planungen daraufhin für die Stadtentwicklung anpassen. Nach Erfolgen in Palermo (2000 Teilnehmer*innen reduzierten ihren CO2-Fußabdruck um die Hälfte), gibt es weitere Pilotprojekte in Amsterdam, Barcelona, Fundao, Ghent and Helsinki. www.muv2020.eu

  • XDI Sydney / Sydney, Australia: Das Unternehmen XDI Cross Dependency Initiative entwickelte eine Plattform, die Daten mit umfangreichen Klimamodellierungen kombiniert, um Klima- und Extreme Wettereignis-Risiken zu berechnen. Die Plattform listet mehr als 100 verschiedene Stadtinfrastrukturen und ist in der Lage, Links zwischen kritischen Infrastrukturen wie Strom, Wasser und Kommunikation zu analysieren. Partner ist die Kommune Sydney. www.xdi.systems
Kontakt: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit | presse@bmu.bund.de

Umwelt | Klima, 23.05.2019

     
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