Wirtschaft | Branchen & Verbände, 11.02.2019
EU legt Szenarien für mehr Nachhaltigkeit bis 2030 vor
In einem aktuellen Reflexionspapier nennt die Kommission mögliche Strategien für ein „nachhaltiges Europa" bis zum Jahr 2030.
Die Europäische Kommission sieht Umwelt- und Sozialstandards als wesentlichen Teil ihrer Wirtschaftspolitik. Für den Maschinenbau birgt das Chancen – aber auch die Gefahr zusätzlicher Auflagen.
Für die Europäische Kommission ist Nachhaltigkeit wesentlicher Teil der Wirtschaftspolitik – und dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich verstärken. In einem aktuellen Reflexionspapier nennt die Kommission mögliche Strategien für ein „nachhaltiges Europa" bis zum Jahr 2030. Hintergrund ist die Verpflichtung der EU, die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN zu erfüllen, die Klima- und Umweltschutz, aber auch den Abbau von sozialen Ungleichheiten beinhalten. Für die den Maschinenbau bedeutet das, dass künftig Nachhaltigkeit ein noch stärkeres Kriterium auch bei industriepolitischen Entscheidungen der EU werden wird.Ein konkretes Beispiel ist die Handelspolitik. Schon jetzt ist erkennbar, dass es für die Kommission bei neuen Handelsabkommen nicht allein um die Öffnung neuer Märkte, sondern auch um die Verbreitung von Nachhaltigkeitsstandards geht. So geht das Handelsabkommen mit Japan aus dem Juli 2018 auch auf die Verpflichtungen beider Seiten im Rahmen des Pariser Klimaabkommens ein. Auch im Kontext des Handelsabkommens mit Kanada (CETA) haben sich beide Seiten zur gemeinsamen Arbeit beim Klimaschutz verpflichtet. In ihrem Reflexionspapier nennt die Kommission die Handelspolitik nun explizit als Instrument, um Nachhaltigkeit weltweit zu fördern.
Für die Kommission geht es beim Handel nicht allein um die Öffnung neuer Märkte, sondern auch um Nachhaltigkeitsstandards
Ein zweites Beispiel ist die Kreislaufwirtschaft, welche die Kommission als zentralen Bestandteil ihrer Industriepolitik geht. Ziel der Kreislaufwirtschaft ist die vollständige Wiederverwertung von Abfällen – mit anderen Worten, eine Gesellschaft ohne Müll zu schaffen. In ihrem Reflexionspapier fordert die Kommission, dieses Ziel auf allen politischen Ebenen und in allen Politikfeldern mitzudenken. Die EU verspricht sich davon auch wirtschaftliche Impulse und beziffert den „ökonomischen Zusatznutzen" der Kreislaufwirtschaft auf 1,8 Billionen Euro bis 2030. Entsprechend geht es der Kommission bei der Kreislaufwirtschaft nicht um Förderung von Recycling, sondern um eine grundlegende Änderung des Wirtschaftsmodells in Europa.
Für den Maschinenbau als Anbieter effizienter Technologien kann dieser Ansatz neue Chancen bedeuten. Umgekehrt können in den kommenden Jahren auch neue Vorgaben und Berichtspflichten auf die Unternehmen zukommen, wenn es um die konkrete Ausgestaltung der Nachhaltigkeitsziele geht.
Kontakt: VDMA, Hanna Blankemeyer | hanna.blankemeyer@vdma.org
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