B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen!

Ein Desaster für die Weltbank

Kommentar von urgewald zur Nominierung von David Malpass für Präsidentenposten

Zur heute bekanntgewordenen Nominierung des US-Finanzstaatssekretärs David Malpass für den Posten des Weltbank-Präsidenten kommentiert Ute Koczy, Weltbank-Campaignerin bei urgewald:
 
David Malpass © www.treasury.gov„Diese Art und Weise der Nachfolgebestimmung bei der Weltbank setzt eine unselige Tradition fort: rücksichtslos, von oben herab, ausschließlich im Interesse der US-Regierung. Das vorgesehene Auswahlgremium ist bereits arbeitslos, bevor es überhaupt mit der Auswahl von Kandidat*innen beginnen konnte. Mit Malpass will US-Präsident Trump ausgerechnet einen Verfechter seines ‚America First!‘-Ansatzes an die Spitze einer der wichtigsten multilateralen Institutionen hieven.
 
Für die Weltbank wäre das ein Desaster. Die Versprechen der Weltbank aus der Finanzierung der klimaschädlichen fossilen Energieträger auszusteigen könnten mit Malpass komplett Makulatur werden. Für die Weltbank-Teilhaber außerhalb der USA ist es an der Zeit, den Aufstand zu wagen. Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass die Spitze der Weltbank von den USA bestimmt wird oder die des IWF in ähnlicher Weise von den Europäern. Diesen Mut müssen gerade große Teilhaber wie Deutschland im Verwaltungsrat der Weltbank jetzt beweisen. Sie müssen auf das bereits beschlossene Auswahlverfahren bestehen. Nur das kann verhindern, dass der Multilateralismus weiter schweren Schaden nimmt. Die Vertreter*innen Europas müssen nun Haltung beweisen. Ihre vermeintlichen Ansprüche auf den Chefposten beim IWF dürfen nicht dazu führen, dass sie das Vorpreschen der USA akzeptieren. Das Postengeschacher zu Lasten von Entwicklungs- und Schwellenländern muss aufhören."
 
Hintergrund:
Am Donnerstag soll die offizielle Nominierungsfrist für den oder die Nachfolger*in des Anfang des Jahres überraschend zurückgetretenen Weltbank-Präsidenten Jim Yong Kim beginnen. Wie aus Medienberichten bekannt wurde, möchte US-Präsident Donald Trump schon einen Tag vorher versuchen Fakten zu schaffen mit der Nominierung des US-Finanz-Staatssekretärs und Ökonoms David Malpass. Bis kurz nach Ausbruch der Weltfinanzkrise im Jahr 2008 war Malpass Chefökonom der Investmentbank Bear Stearns, die damals nur durch eine Übernahme vor dem Bankrott gerettet werden konnte. Kurz vor dem Ausbruch der Krise auf dem US-Immobilienmarkt hatte er den Wohnungsmarkt als langfristigen Wachstumsfaktor der US Wirtschaft bezeichnet. In diversen Artikeln tat sich Malpass als Kritiker multilateraler Verträge und einer Regulierung der Wirtschaft hervor. Zudem vertritt er einen Kurs, der auf weitere Nutzung der klimazerstörenden fossilen Energieträger setzt.
 
Kontakt: Ute Koczy, urgewald | ute.koczy@urgewald.org | www.urgewald.org

Gesellschaft | Politik, 05.02.2019

Cover des aktuellen Hefts

Food for Future

forum 04/2019 ist erschienen

  • Einfach gut sehen
  • Nachhaltige Druckereien
  • Trump wird Klimabotschafter
  • Nachhaltig Weihnachten feiern
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
07
MÄR
2020
VeggieWorld Berlin
VeggieWorld. Die Messe für den veganen Lebensstil.
10963 Berlin


21
APR
2020
XII. ZNU-Zukunftskonferenz
Zielkonflikte als Innovationsmotor – Nicht schwarz-weiß denken, sondern farbig
50670 Köln


22
APR
2020
50 Jahre Earth Day
Du hast die Macht, die Welt zu verändern
weltweit


Alle Veranstaltungen...
12345

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!


Philosoph aus Leidenschaft

Angedacht ...
RECHT... zur aktuellen Weltsituation.




  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • PEFC Deutschland e. V.
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • TourCert gGmbH
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Alfred Ritter GmbH & Co. KG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen