Vielfalt in der Agrarlandschaft

„F.R.A.N.Z.“ gewinnt den 7. Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung

Wissenschaftler des Dialog- und Demonstrationsprojekts „F.R.A.N.Z." werden für ihren Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme mit dem 7. Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung gewürdigt. Die Auszeichnung stiftet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Wissenschaftler des Dialog- und Demonstrationsprojekts 'F.R.A.N.Z.' werden mit dem 7. Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung gewürdigt. © Darius MisztalAnlässlich der Preisverleihung am Freitagabend sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek: „Die Landwirtschaft gehört zu den wichtigsten Partnern für den Naturschutz. Mit innovativen Methoden kann sie immer mehr für den Schutz der Arten beitragen - und zugleich ertragreich und leistungsfähig sein. Im Projekt „F.R.A.N.Z." entwickeln Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit Landwirten Maßnahmen, die sowohl der Landwirtschaft als auch der Natur nutzen. Dafür wird das „F.R.A.N.Z."-Projekt mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung 2018 ausgezeichnet – herzlichen Glückwunsch!"

Das Partnerprojekt „F.R.A.N.Z." der Umweltstiftung Michael Otto und des Deutschen Bauernverbandes e. V. behandelt eine der zentralen Herausforderungen für die heutige Landwirtschaft: Einerseits die wachsende Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen und andererseits die Artenvielfalt zu erhalten. Das Projekt zeigt in zehn Demonstrationsbetrieben, dass eine moderne, leistungsfähige Landwirtschaft mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt vereinbar ist. Die Landwirte und Naturschützer legen beispielsweise Blühstreifen und -flächen an, mischen blühende Untersaaten in Getreidefelder oder lassen kleine Flächen in Feldern frei, damit Feldlerchen und Kiebitze dort brüten können. 5 bis 10 Prozent der Flächen sollen so ökologisch aufgewertet werden. Das Projekt ermöglicht für neue Ideen einen frühen Praxis-Check und liefert wissenschaftlich fundierte Ergebnisse, die an politische Entscheidungsträger kommuniziert werden. Auf diese Weise findet eine praxistaugliche Weiterentwicklung der Umwelt- und Agrarpolitik von der lokalen bis hin zur internationalen Ebene statt. 

Der Sieger des 7. Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung setzte sich im Public-Voting gegen das Projekt „IMPAC³" des Zentrums für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung an der Georg-August-Universität Göttingen und die Langzeitstudie „Standardisiertes Monitoring von Insekten in Schutzgebieten" des Entomologischen Vereins Krefeld e.V. durch. Während sich die Wissenschaftler von „IMPAC³" der Züchtung von Nutzpflanzensorten für den Mischanbau widmen, führen die Krefelder Forscher eine fortlaufende Langzeitstudie zum Insektensterben durch. Alle drei Projekte wurden im ZDF/3sat Wissenschaftsmagazin „nano" in Filmporträts vorgestellt. „Die Finalisten überzeugten die Jury mit nachhaltigen Forschungsprojekten auf höchstem Niveau. Die Entscheidung zwischen den Besten dürfte den TV-Zuschauern und Website-Besuchern schwergefallen sein", sagt Stefan Schulze-Hausmann, Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Forschung wurde 2012 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufen, um nachhaltigkeitsbezogene Forschungsleistungen Deutschlands zu würdigen und zu helfen, sie mit dem Nachhaltigkeitsengagement von Unternehmen und Kommunen zu verknüpfen. In den letzten sechs Jahren wurden Beiträge zu den FONA-Leitinitiativen Green Economy, Zukunftsstadt, Energiewende, Wärmewende und Wasser prämiert. In diesem Jahr steht das Thema „Biodiversität" im Fokus des Forschungspreises. Die Auszeichnung wird vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen.
 
Kontakt: Deutscher Nachhaltigkeitspreis, Sebastian Klement | sk@nachhaltigkeitspreis.de

Wirtschaft | CSR & Strategie, 08.12.2018
     
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