Eine Welt. Ein Klima. Für globale Entwicklung und Klimaschutz gemeinsam handeln! Engagieren Sie sich jetzt: www.allianz-entwicklung-klima.de

Massives Problem mit Geldwäsche bei Immobilien

Politik, Wirtschaft und Behörden müssen endlich offensiv handeln

Im deutschen Immobilienmarkt dürften jährlich mehrere Milliarden Euro von Schwerkriminellen und Korrupten aus Deutschland und der ganzen Welt gewaschen werden. Nach Schätzungen werden 15 bis 30 Prozent aller kriminellen Vermögenswerte in Immobilien investiert. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Geldwäsche bei Immobilien in Deutschland" der Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V.
 
„Für uns ist klar: Es gibt ein massives Problem mit Geldwäsche bei Immobilien in Deutschland. Die geltenden Gesetze und die Ausstattung der Ermittlungsbehörden stehen auch angesichts der Grenzenlosigkeit internationaler Finanzströme in keinem Verhältnis dazu", so Prof. Dr. Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland.
 
„Kenne deinen Kunden" – besonders Notarinnen und Notare stehen in der Pflicht
Das Geldwäschegesetz sieht vor, dass Immobilienmakler, Notare und Anwälte das Prinzip „Kenne deinen Kunden" beachten und Verdachtsmeldungen abgeben. Prof. Dr. Edda Müller betont: „Die Meldezahlen der letzten Jahre zeigen: Die entscheidenden Akteure melden praktisch keine Fälle und tragen damit kaum zur Geldwäschebekämpfung bei. Für Notare muss bei Verdachtsmeldungen in typisierten Fällen die Schweigepflicht aufgehoben werden."
 
Außerdem prüfen Immobilienmakler, Notare und Anwälte nur unzureichend, ob ihre Kunden politisch exponierte Personen sind. Hier gelten bereits zusätzliche gesetzliche Prüfpflichten zur Mittelherkunft. Damit diese eingehalten werden können, müsste insbesondere die Bundesnotarkammer ihren Mitgliedern einen Zugang zu professionellen Datenbanken ermöglichen.
 
Ein Transparenzregister, das seinen Namen verdient
Das 2017 eingeführte Transparenzregister der wahren wirtschaftlichen Eigentümer reicht nicht aus, um tatsächliche Transparenz herzustellen. „Das Transparenzregister hat noch zu viele Schlupflöcher. Es kann nicht sein, dass statt der wahren Eigentümer nur Vertreter benannt werden dürfen. Ausländische Gesellschaften, die Immobilien in Deutschland besitzen, sollten zudem ihre wirtschaftlich Berechtigten an das Transparenzregister melden müssen", so Markus Henn, Autor der Studie und Referent für Finanzmärkte bei WEED.
 
Grundbuch zentralisieren und veröffentlichen
Die schon beschlossene Digitalisierung und Zentralisierung der Grundbücher durch die Bundesländer muss rasch umgesetzt werden. „Das zentrale Grundbuch muss öffentlich gemacht werden, um eine Prüfung von Eigentümern zu ermöglichen und so Geldwäscher abzuschrecken", fordert Markus Henn.
 
Vermögensabschöpfung offensiv einsetzen
Das 2017 reformierte Recht der Vermögensabschöpfung kann eine starke Waffe im Kampf gegen das Einschleusen krimineller Gelder sein. Bislang geschieht dies nicht ausreichend, wie eine aktuelle Umfrage von Transparency Deutschland zeigt – auch weil dafür Gerichte, Staatsanwaltschaften und Polizei besser ausgestattet werden müssten. Dazu Prof. Dr. Edda Müller: „Damit das Gesetz nicht zum Papiertiger wird, braucht es eine angemessene Ausstattung mit Personal und Ressourcen."
 
Strukturelle Analysen und Ermittlungen stärken
Auch die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) muss besser ausgestattet werden, um die Verdachtsmeldungen effektiv auswerten und darüber hinaus strukturelle Datenanalysen auch zu internationalen Geldwäschefällen durchführen zu können. Prof. Dr. Edda Müller betont: „Die FIU braucht Zugriff auf alle nötigen Daten, etwa die der Grunderwerbsteuerstellen. Auch die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaften zu Geldwäsche müssen gestärkt werden und unabhängig von Vortaten erfolgen können."
 
Weiterführende Informationen
Zu Transparency Deutschland
Transparency International Deutschland e.V. arbeitet deutschlandweit an einer effektiven und nachhaltigen Bekämpfung und Eindämmung der Korruption.
 
Kontakt:
Prof. Dr. Edda Müller, Transparency International Deutschland e.V. | presse@transparency.de | www.transparency.de

Lifestyle | Geld & Investment, 07.12.2018
     
Cover des aktuellen Hefts

Habeck Superstar?

forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2022 erscheint am 01. Juli. Schwerpunkt: Wirtschaft im Wandel

  • XAAS Everything-as-a-Service
  • Papiertiger mit Potenzial
  • Ausgezeichnete Gesetze
  • Weniger wollen - wie lernt man das?
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
01
JUL
2022
New Housing
Tiny House Festival
76287 Rheinstetten
26
JUL
2022
BIOFACH
Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel
90471 Nürnberg
27
AUG
2022
Green World Tour Nachhaltigkeitsmesse Kiel
Die Vielfalt der Nachhaltigkeit auf einer Messe
24103 Kiel
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Megatrends

Jugend im Dauerkrisenmodus
Christoph Quarch plädiert dafür, die Stimme der Jungen ernst zu nehmen und ihre Tapferkeit zu würdigen.
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Wieviele Besucher braucht man, um von einem Onlineshop leben zu können?

Habeck Superstar?

G7-Gipfel – 170 Millionen für eine Show

Westlake Vinnolit erhält EcoVadis-Platin-Auszeichnung

Keine Prospekte mehr

Neue Anwendungsbereiche, unendliche Möglichkeiten: Bambusprodukte als tragende Bauteile zugelassen

Essity macht Alltag nachhaltiger:

Ohne Handwerk keine Zukunft – Bildungspotenziale jetzt umsteuern

  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • TourCert gGmbH