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Bilanz der Messe FAIR FRIENDS 2018

Besucher geben der Messe 2018 gute Noten

Die FAIR FRIENDS, Deutschland größte Messe für Fairen Handel, nachhaltige Lebensstile und gesellschaftliche Verantwortung, befindet sich weiter im Aufwind. Auch 2018 konnte sie ihre Besucherzahl steigern. Mit rund 6.000 Besuchern kamen etwa 15 Prozent mehr Gäste in die Hallen als im Vorjahr. Sie erlebten das breite Angebot von rund 220 Ausstellern aus 17 Ländern sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm. Eröffnet wurde die Messe mit einem Video-Grußwort von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und einem Statement von Dr. Harry Lehmann, Leiter des Fachbereichs „Umweltplanung und Nachhaltigkeitsstrategien" des Umweltbundesamtes, zum Start des Fachtags für Faire und nachhaltige Beschaffung. „Die FAIR FRIENDS hat es erneut geschafft, das Thema Nachhaltigkeit auch fachlich anspruchsvoll aufzubereiten", freut sich Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Dortmund GmbH. „Damit hat sie – neben der erfolgreichen Ansprache der Endverbraucher – auch die Erwartungen der zahlreichen Fachbesucher erfüllt."
 
Dr. Harry Lehmann, Leiter des Fachbereich 'Umweltplanung und Nachhaltigkeitsstrategien' des Umweltbundesamtes, bei der Eröffnung der Messe und des Fachtags zur Fairen Beschaffung. © Westfalenhallen Dortmund GmbHIm Rahmen der Besucherbefragung durch ein unabhängiges Messe-Marktforschungsinstitut zeigten sich die Besucher mit der FAIR FRIENDS 2018 sehr zufrieden. Sie vergaben im Schnitt die Note 1,9. Genauso gut schnitt der Fachtag zur Fairen und Nachhaltigen Beschaffung am ersten Messetag ab.
 
43 Prozent der FAIR-FRIENDS-Besucher sind Fachbesucher. Unter ihnen waren in diesem Jahr Vertreter der Wirtschaftszweige Industrie, Handel, Dienstleistungen, Gastronomie, Lehre und Forschung, Weltläden, Öffentliche Hand und Finanzbranche. Gegenüber dem Vorjahr hat sich damit das Spektrum der vertretenen Branchen noch einmal erweitert. Fast die Hälfte der Fachbesucher ist beratend, mitentscheiden oder ausschlaggebend an Beschaffungsentscheidungen beteiligt. Auffällig ist, dass die Zufriedenheit der Fachbesucher mit dem Angebotsspektrum und der Möglichkeit, auf der Messe die eigenen Ziele zu erreichen, erneut stark gestiegen ist.
 
Forum zum Informationsaustausch
76 Prozent der Besucher haben auf der FAIR FRIENDS 2018 etwas gekauft oder bestellt. Besonders großes BesucherInteresse galt den Angebotsbereichen Ernährung, Lebensmittel und Getränke, Recycling- und Upcycling-Produkte sowie Mode, Textilien und Accessoires. Wie wichtig eine Messe wie die FAIR FRIENDS aber auch zum Austausch von Informationen und Erfahrungen ist, zeigt die Tatsache, dass 43 Prozent der Besucher genau mit diesem Ziel zur Messe gekommen waren – eines der meistgenannten Motive.
 
Weite Anreise
32 Prozent der Besucher hatten in diesem Jahr mehr als 50 Kilometer für den Besuch der FAIR FRIENDS zurückgelegt, darunter fast 6 Prozent mit einem Anreiseweg von mehr als 300 Kilometern. Neben Gästen aus Nordrhein-Westfalen waren auch Besucher aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein zur FAIR FRIENDS 2018 gekommen.
 
Unterstützung durch das BMI
Beim Fachtag „Faire und nachhaltige Beschaffung" am ersten Messetag waren unter anderem Beschaffer und Verantwortliche von Kommunen, Behörden, Institutionen und Kirchen, Einkäufer in Unternehmen sowie Unternehmen als Anbieter von nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen angesprochen. Mitwirkende in den Panels, Workshops und der Produkt Area waren:
  • das Kompetenzzentrum innovative Beschaffung (KOINNO) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)
  • das Umweltbundesamt
  • das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW
  • die Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland mbH
  • die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW)
  • GEPA – The Fair Trade Company
  • die Initiative E-METROPOLE RUHR
  • die tana-Chemie GmbH
  • die GREEN IT Das Systemhaus GmbH
  • das Netzwerk Faire Metropole Ruhr
  • der Landkreistag NRW
Kohle war nicht nur Thema im Rahmen eines politischen Gesprächskreises zur Importkohle, es gab auch fair gehandelte Grillkohle auf der Messe zu kaufen. © Westfalenhallen Dortmund GmbHUnterstützt wurde der Fachtag von der Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung (KNB) beim Beschaffungsamt des BMI (Bundesministeriums des Innern) und der Stadt Dortmund. Die Moderation hatten Ulla Burchardt, Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE), und Thomas Kubendorff, Nachhaltigkeitsbotschafter / Landrat a.D., übernommen.
 
Ulla Burchardt zeigte sich anschließend nicht nur mit dem Fachtag, sondern auch mit der gesamten FAIR FRIENDS mehr als zufrieden: „Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden: die Messe, auf der sich mit allen Sinnen erfahren lässt, dass gutes Leben und verantwortlicher Umgang mit unseren Ressourcen gut machbar sind. Ganz entspannt in schicken Elektroautos probesitzen, haut- und naturverträgliche Kosmetik oder nützliche Haushaltsutensilien kennenlernen, die Geld und Müll sparen helfen – für Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt. ‚Super, so etwas finden wir sonst nirgendwo‘, war auch der Kommentar der professionellen Einkäufer aus Kommunen und dem kirchlichen Bereich. Erstmalig gab es für sie beim Fachtag ein auf sie zugeschnittenes Angebot."
 
Junge und moderne Formate
Ein weiteres Highlight war das innovative, von sustainable natives eG organisierte „FRIENDS' Impact Camp". Das Barcamp für nachhaltiges Wirken im Ruhrgebiet stellte eine Dialog- Plattform mit offenen Workshop-Sessions dar, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn des Camps selbst entwickelt und gestaltet wurden. Wer in einer Minute überzeugte, brachte das Thema auf das Session-Board. „Als Co- Veranstalter des FRIENDS‘ Impact haben wir uns sehr gefreut, dass wir über die unterschiedlichsten Themen mit den Teilnehmenden in insgesamt acht Sessions diskutieren konnten: vom Thema Social Media für nachhaltige Unternehmen, über das Geschäftsmodell einer Junggründerin für ein Co-Fashion Lab, bis hin zu Visionen für die nachhaltige Städteentwicklung für Dortmund", sagt Marie Linde, Gründungsmitglied bei sustainable natives eG.. „Es war ein interaktiver und kontroverser Raum, der das Thema Wirkung im Ruhrgebiet ins Zentrum des Tages gestellt hat."
 
Die FAIR FRIENDS ist traditionell ein Forum, um junge Menschen in Kontakt mit dem Thema Nachhaltigkeit zu bringen. Dazu trugen 2018 auch wieder zahlreiche Preisverleihungen bei. Auf der Messe wurden zum Beispiel Schulen als Kompetenzpartner des RCE-Ruhr ausgezeichnet (RCE = Regional Center of Expertise on Education for Sustainable Development). Außerdem fanden auf der FAIR FRIENDS die Auszeichnungsfeier „Faire Schulklasse – Klasse des Fairen Handels" und die Preisverleihung des SchülerInnen-Ideenwettbewerb zu der Frage „Wie sieht der Faire Handel 2030 aus?" statt.
 
Auf der FAIR FRIENDS wurden 2018 erstmals 'Nachhaltige Gründerschulen' ausgezeichnet. © Westfalenhallen Dortmund GmbHDie Initiative StartGreen@School fördert die Nachhaltigkeitsausrichtung bestehender Schülerfirmen sowie die Gründung nachhaltiger Schülerfirmen. Auf der FAIR FRIENDS 2018 gab es einen Pitch mit Schülerfirmen mit anschließender Auszeichnung der Sieger. Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün und Leiterin des StartGreen@School- Projektverbundes, erklärt: „Mit dieser Auszeichnung möchten wir das außerordentliche Engagement der Schulen im Bereich Nachhaltigkeit plus Gründungsgeist sichtbar machen. Es ist wichtig, dass sich die Jugendlichen bereits in der Schule mit diesen Themen auseinandersetzen, denn Deutschland hinkt beim Thema Gründungen hinterher und greift auch den Megatrend Nachhaltigkeit zu langsam auf."
 
Geehrt wurden auf der Messe außerdem die Sieger des bundesweiten Wettbewerbs „Kommune bewegt Welt – Der Preis für herausragende kommunale Beispiele zu Migration und Entwicklung", der alle zwei Jahre von der Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt" von Engagement Global durchgeführt wird. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller. Prämiert wird die Zusammenarbeit von Kommunen mit migrantischen Organisationen und anderen Eine-Welt-Akteuren zum Thema Migration und Entwicklung.
 
Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen
Auch immer mehr Unternehmen bekennen sich heute zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Ihr nachhaltiges Engagement erläuterten auf der FAIR FRIENDS unter anderem Unternehmen wie IKEA und tana-Chemie, aber auch die Mitglieder des CSR-Netzwerks Dortmund. Weiterhin stellten sich junge Gründerinnen und Gründer mit ihren innovativen Geschäftsideen vor. Auch die KlimaExpo.NRW beteiligte sich an der FAIR FRIENDS mit drei Nachhaltigkeits-Talks.
 
Zu den wichtigen Themen, die in Talkrunden auf der Messe besprochen wurden, gehörten u.a.: „Klimaschutz in Organisationen / Grün in der Stadt – Best Practice aus der KlimaExpo. NRW", „Klimafreundliche Mobilität in der Stadt" und „Visionen für die Zukunft der Stadt Dortmund". Ein Runder Tisch widmete sich dem kontroversen Thema „Importkohle".
 
Shopping: Von Textilien bis zu ganzen Häusern
Das Forum Fairer Handel unterstützte die gleichnamige Themenwelt „Fairer Handel", in der Besucher einige der wichtigsten Importeure fair gehandelter Produkte trafen, zum Beispiel GEPA, El Puente und EZA. Mit Hilfe von GEPA war in der Weltladenlounge auf der Messe an allen Tagen ein spannendes Programm auf die Beine gestellt worden.
 
Auf der Sonderfläche „Global Community" stellten sich internationale Produzenten von fairen und nachhaltigen Produkten vor. Organisiert wurde diese Präsentation von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mit Unterstützung der Staatskanzlei NRW. Produzenten aus Ländern wie Bolivien, Burkina Faso, Guatemala, Malaysia oder Indien boten Textilien, Accessoires, Spielzeug und Lifestyle-Produkte an.
 
Besonders ungewöhnlich: Auf der FAIR FRIENDS konnten die Besucher auch so genannte Tiny Houses testen und begehen. Dabei handelt es sich um transportable Minihäuser, wie sie selbst die Tchibo-Handelskette bereits vertrieben hat. Ein Wohntrend, der sich auch hierzulande immer weiter verbreitet.
 
Termin 2019
Nach der erfolgreichen Durchführung in diesem Jahr findet die FAIR FRIENDS nun nächstes Mal vom 5. bis 8. September 2019 statt. Für einen erneuten Besuch sprachen sich bereits jetzt 88 Prozent der Besucher aus – und damit noch einmal mehr als im Vorjahr. Deutlich zugenommen hat besonders die Wiederbesuchsabsicht unter den Fachbesuchern.
Kontakt: 
Westfalenhallen Dortmund GmbH | andreas.weber@westfalenhallen.de | www.westfalenhallen.de

Lifestyle | LOHAS & Ethischer Konsum, 05.09.2018

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