Auf geht’s zum nachhaltig gefüllten Kleiderschrank!

Tipps für den Einkauf ecofairer Fashion sowie den ressourcenschonenden Umgang mit Mode

Keine Frage: Die Modebranche bewegt sich in die richtige Richtung. Immer mehr Unternehmen setzen auf eine ökologische und faire Produktion. Nachhaltigkeit sollte jedoch zur Selbstverständlichkeit werden, und dieses Ziel ist bei weitem nicht erreicht. Noch immer werden in so manchem Winkel der Welt giftige Chemikalien eingesetzt und vielen Textilarbeitern und -arbeiterinnen Löhne gezahlt, die kaum zum Überleben reichen. Auch der insgesamt hohe Ressourcenverbrauch kann nicht Maß der Dinge sein. Jeder Konsument hat es in der Hand, Zeichen zu setzen – zum Beispiel, indem er beim Shopping auf die richtigen Zeichen achtet:

Siegel senden Signale
Foto: Axel Hess
Textil-Siegel geben nachhaltige Mode zu erkennen. Die Website www.siegelklarheit.de zum Beispiel, eine Initiative der Bundesregierung, zeigt an, welche Siegel besonders hohe Anforderungen in punkto Nachhaltigkeit und Glaubwürdigkeit erfüllen. Darunter sind die Label „GOTS" (Global Organic Textile Standard) oder „Naturtextil IVN zertifiziert BEST". Im Ledersegment (also auch für Schuhe und Taschen) sichert „Naturleder IVN zertifiziert" die Einhaltung hoher Kriterien zu.

Wer suchet, der findet
Wenn kein Siegel am Produkt ist, ist dies aber noch kein K.-o.-Kriterium. Manche, insbesondere kleine Marken, erfüllen hohe Anforderungen, verzichten jedoch auf die mit Kosten verbundene Zertifizierung. Das bewusste Shoppen macht das natürlich nicht gerade leichter. Hier geht auf Nummer Sicher, wer in spezialisierten Concept Stores beziehungsweise im qualifizierten Fachhandel kauft und sich beraten lässt.
 
Das Angebot an ecofairer Fashion wächst, sowohl, was die Zahl der Produkte, Marken als auch Händler angeht. Listen spezialisierter Läden, sowohl stationär als auch online, sind u.a. unter www.getchanged.net zu finden. Selbst bei Textildiscountern wird immer öfter Aktionsware angeboten, die die o.g. Standards erfüllt. Es sind jedoch die Concept Stores, die ecofaire Mode mit der höchsten Konsequenz umsetzen und ihr gesamtes Sortiment ganzjährig entsprechend ausrichten. Wer im stationären Handel kauft, fördert zugleich den Erhalt lebendiger Innenstädte und vermeidet ressourcenträchtige Online-Retouren.

Langlebige Lieblingsstücke statt Fast Fashion
Auch die Lebensdauer eines Produkts bestimmt seinen ökologischen Fußabdruck. Langlebige Lieblingsstücke sollten daher erste Wahl sein und der Konsumrausch vermieden werden. Jeder Konsument sollte sich die Frage stellen, ob er den Artikel wirklich braucht oder unbedingt haben will. Laut einer Greenpeace-Erhebung werden von den 5,2 Milliarden Kleidungsstücken in unseren Schränken 40 Prozent sehr selten oder nie getragen. Das muss nicht sein. Man benötigt keine 30 T-Shirts und zehn Paar Jeans, auch muss man nicht jeden Trend mitgehen.
 
Ecofair agierende Marken verfolgen meist nicht nur einen hohen Qualitäts-, sondern auch zeitlos modischen Designanspruch. Diese Fashion verdient Fans! Fans, die die Mode zudem schonend pflegen, sie also nur waschen, wenn es wirklich nötig und die Maschine voll ist. Normal verschmutzte Alltagskleidung wird übrigens schon bei 30° C sauber, und Bio-Waschmittel belasten das Abwasser nicht mit Chemikalien.
 
Repair, resuse, recycle
Wegwerfen war einmal. Zum Glück gewinnen alte Tugenden neue Sexyness. Landauf, landab eröffnen Repair-Cafés. Auch immer mehr Händler sowie Marken bieten entsprechende Services an – von Reparatur bis Rücknahme, um aus alter wieder neue Kleidung zu kreieren. Second-Hand-Shops, Kleidertauschbörsen und -flohmärkte florieren und sind ebenfalls gute Wege, das Leben von Textilien möglichst lange zu verlängern.
 
Kontakt: Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e. V. | info@naturtextil.com | www.naturtextil.de


     
        
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