Warum kann ich beim Online-Einkauf nicht nach Nachhaltigkeit sortieren? DU KANNST! Mehr erfahren.
Umwelt | Klima, 23.01.2018

Klimaschutz durch Fruchtfolgen

Neue Ökobilanz-Methode verbessert den Kohlendioxid-Fußabdruck landwirtschaftlicher Produkte

Wenn Raps, Gerste und andere Nutzpflanzen sich auf dem Feld im Laufe der Vegetationsperiode abwechseln, ist das gut für die Böden. Seit Jahrhunderten nutzen Landwirte die sogenannte „Fruchtfolge", um die Fruchtbarkeit zu erhalten. Doch auch die Klimabilanz von Brot, Milch und Biokraftstoffen wird davon beeinflusst. Wissenschaftler der TU Berlin haben Methoden der Ökobilanz weiterentwickelt. Diese ermöglichen es der Landwirtschaft nun erstmals, die CO2-Bilanzen verschiedener Fruchtfolgen zu vergleichen und damit ihre Bewirtschaftungsweise klimatauglich zu optimieren.

© Sabine Schönfeld / Stock.adobe.comUntersucht und bewertet wurden sowohl die Fruchtfolgen als auch die Ernterückstände wie Stroh. „Erstmals können wir nun produktbezogene CO2-Fußabdrücke landwirtschaftlicher Erzeugnisse berechnen, die in Fruchtfolgesystemen angebaut wurden", erklärt Dr. Gerhard Brankatschk, der sich in seiner Dissertation am Institut für Technischen Umweltschutz der TU Berlin, Fachgebiet Sustainable Engineering von Prof. Dr. Matthias Finkbeiner mit neuen Methoden für die Ökobilanz von Agrarprodukten beschäftigt hat. Er weist darauf hin, dass das Berechnungsverfahren auch mit den internationalen Normen für Ökobilanzierung (ISO 14040/14044) harmoniert.

In einer mehrjährigen Studie wurden die Klimabilanzen verschiedener Produkte unter Einbezug der Fruchtfolge beziehungsweise des Nebenprodukts Stroh neu berechnet und mit bisherigen Ergebnissen verglichen. Betrachtet wurden Brot aus Weizen, Milch von Kühen und Biodiesel aus Raps sowie Bioethanol aus Stroh. Ein Anbau in Fruchtfolgen, so stellte sich heraus, verbessert die CO2-Bilanzen von Brot, Milch und Biodiesel um elf Prozent, 22 Prozent beziehungsweise 16 Prozent. Das Nebenprodukt Stroh, relevant für Nutztierhaltung und Bodenfruchtbarkeit, verschlechtere aber, so Brankatschk, die CO2-Bilanz von strohbasierten Biokraftstoffen um 80 Prozent.

Aussagekräftiges Instrument zur Nachhaltigkeitsbewertung
„Wir empfehlen daher Anpassungen der bisherigen Bilanzierungspraxis und einzelner gesetzlicher Vorgaben", erklärt der Wissenschaftler, „darunter die der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union, die derzeit überarbeitet wird." Im Dezember 2017 wurde die Studie in der renommierten Zeitschrift „Agronomy for Sustainable Development" veröffentlicht. „Mit dem international anerkannten Instrument ,Ökobilanzen‘ steht nun nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch der Politik und der  Wirtschaft ein aussagekräftiges und attraktives Instrument zur lebenszyklusbasierten Nachhaltigkeitsbewertung zur Verfügung", so Professor Matthias Finkbeiner, „zum Beispiel auch zur Bewertung der Umweltwirkungen agrartechnischer Optionen wie der Aufnahme von Stickstoff-fixierenden Leguminosen in die Fruchtfolge." Gerhard Brankatschk ergänzt einen weiteren Vorteil: „Unsere Berechnungen berücksichtigen auch die Nährwerte für Nutztiere und beziehen so die beiden anspruchsvollen UN-Nachhaltigkeitsziele Ernährungssicherung und Bekämpfung des Klimawandels mit ein." Der vollständige Artikel in „Agronomy for Sustainable Development".

Kontakt
Dr. Gerhard Brankatschk, TU Berlin, Institut für Technischen Umweltschutz, Sustainable Engineering
Gerhard.Brankatschk@tu-berlin.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Megatrends

Überlegen ist, wer Neues wagt
Christoph Quarch empfiehlt "Anfänge auf Abruf" als Schritt zu mehr gesellschaftlicher Expermentierfreudigkeit
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Transformation braucht Gemeinschaft

We choose to go to the Moon… und was das kostet

BEAM 2026 - Hospitality Gamechanger Summit

Das Ende der Deutungshoheit. Oder ihr Neuanfang.

Ressourcenleicht leben 2045

Nachhaltigkeitskriterien bei Power-to-X

pacemaker.ai wird Smart Freight Centre-Mitglied und erreicht „Book and Claim”-Zertifizierung

gr33nUP: Neues Projekt an der Universität Paderborn fördert nachhaltige Geschäftsmodelle

  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • NOW Partners Foundation
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • circulee GmbH
  • 66 seconds for the future
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Engagement Global gGmbH
  • ZamWirken e.V.
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • WWF Deutschland
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG