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Dem Plastik auf der Spur

BMBF legt umfassendes Forschungsprogramm zu Plastik in der Umwelt auf

Welches Ausmaß hat gegenwärtig die weltweite Plastikverschmutzung, was sind ihre Ursachen und Wirkungen? Diesen Fragen geht der neue Forschungsschwerpunkt Plastik in der Umwelt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) nach. 18 Verbundprojekte mit rund 100 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbände, Kommunen und Praxis wollen ein Gesamtbild zeichnen, wie Kunststoffe produziert, eingesetzt, genutzt, gehandelt und entsorgt werden.
 
BMBF legt umfassendes Forschungsprogramm zu Plastik in der Umwelt auf. © kakuko / pixabay.comInsgesamt stellt das BMBF 35 Millionen Euro zur Verfügung, eines der weltweit größten Forschungsprogramme zum Thema Plastik bisher. Die Projekte laufen bis 2021. Erste Ergebnisse werden im zweiten Halbjahr 2018 erwartet.
 
Trotz weltweiter Studien und Aktivitäten ist das Wissen über Herkunft, Verbreitung und die Auswirkungen von Plastik in der Umwelt an vielen Stellen noch sehr lückenhaft. Über ein besseres Verständnis des gesamten Plaste-Lebenszyklus sollen Maßnahmen entwickelt werden, die zu weniger Plastikmüll in der Umwelt führen. Bildungsmaßnahmen sollen zudem das Bewusstsein der Bevölkerung schärfen und Impulse geben, das Verhalten zu ändern und so die Verschmutzung zu reduzieren.
 
"Mit dem neuen Forschungsschwerpunkt wollen wir die grundlegenden Fragen klären, welche Wege das Plastik von der Produktion bis zur Entsorgung nimmt und wir es in unseren Flüssen wieder finden. Mehr denn je kommt es nicht allein auf technische, sondern auch auf soziale Innovationen an - ein zentraler Baustein für den Übergang zur Green Economy, eine der Leitinitiativen der BMBF-Forschung zur nachhaltigen Entwicklung", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka anlässlich des Auftaktes. "Gleichzeitig kann Deutschland hierbei mit seiner Kompetenz in der Umweltforschung und innovativen Unternehmen der Green Economy international eine wichtige Rolle übernehmen".
 
Insbesondere in Gewässern ist Plastik ein großes Umweltproblem. Plastikabfälle sind dort eine allgegenwärtige Gefahr für Fische, Vögel und Meeressäuger. Zudem gelangt auch Mikroplastik, das heißt Partikel, die kleiner als fünf Millimeter sind, in Binnengewässer und Meere. Dort können die kleinen Teilchen beispielsweise von Muscheln und Garnelen aufgenommen werden und so auch in die menschliche Nahrungskette gelangen. Ob sie schädlich sind, ist bislang nicht nachgewiesen.
 
So beschäftigt sich etwa das von der Technischen Universität Berlin koordinierte Vorhaben "Reifenabrieb in der Umwelt" damit, den Eintrag von Mikroplastik aus Reifenabrieb im Abflusswasser der Straßen mengenmäßig zu erfassen. Allein in Deutschland fallen pro Jahr schätzungsweise 60 000 bis 100 000 Tonnen Abrieb an. Die in der Kautschukmischung des Reifenabriebs enthaltenen Polymere werden als Mikroplastik mit dem Regenwasser in die Kanalisation geschwemmt und können so in die Gewässer gelangen.
 
Ein weiteres Vorhaben zielt darauf ab, die Belastung durch Mikroplastikpartikel zu reduzieren, die Textilien aus Synthesefasern bei der Haushaltswäsche freisetzen. Projektpartner sind acht Organisationen aus Industrie, Forschung und Umweltschutz, darunter der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. als Koordinator, die Hochschule Niederrhein und der WWF Deutschland.
 
Um auf die weltweite Verschmutzung der Weltmeere mit Plastikmüll aufmerksam zu machen, hat das BMBF in Zusammenarbeit mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) seit September auch die Wanderausstellung "Ocean Plastics Lab" auf den Weg gebracht. Sie macht im November Station in Paris.
 
Weitere Informationen:
 
Kontakt: Bundesministerium für Bildung und Forschung | presse@bmbf.bund.dewww.bmbf.de


     
        
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