Für ein neues Zeitalter von Unternehmertum?! - Wege in ein Resonanz-Unternehmertum. 11. bis 13. Juni 2024

Slow Food startet internationale Kampagne zu Klimawandel und Ernährung

Wir müssen das Lebensmittelsystem ändern, um den Klimawandel abzumildern

Vom internationalen Slow-Food-Kongress in China ruft Slow Food sein internationales Netzwerk zum Engagement auf: "Wir müssen das Lebensmittelsystem ändern, um den Klimawandel abzumildern," so Slow-Food-Gründer Carlo Petrini in China vor 400 Delegierten. Im Kontext von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion sind Klimaveränderungen ein längst erkanntes, zentrales Problem. Deshalb stellt Slow Food das Thema ins Zentrum seiner Arbeit und wird sich im Zuge der Kampagne "Menu for Change - mit Genuss und Verantwortung gegen den Klimawandel" über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg verstärkt mit dem Thema Klimawandel und Ernährung auseinandersetzen.
 
"Es geht uns alle an: Der Klimawandel ist eine Krise, die eine gemeinsame Anstrengung der Menschen erfordert - jede unserer Entscheidungen ist wichtig, denn der Motor des Wandels ist die Summe unserer individuellen Handlungen," betont Carlo Petrini in China vor 400 Delegierten in Vertretung des internationalen Slow-Food-Netzwerkes und Terra Madre aus 90 Ländern. "Für Slow Food ist es quasi Pflicht, sich mit dem Klimawandel zu beschäftigen: Es gibt keine Lebensmittelqualität und kein gutes Essen ohne den Schutz der Umwelt, der Ressourcen und der Arbeit," so Petrini.
 
In der ganzen Welt startet Slow Food heute Menu for Change - mit Genuss und Verantwortung gegen den Klimawandel, die erste internationale Kommunikations- und Spendenkampagne der Bewegung, die Klimawandel und Ernährung in Beziehung zueinander setzt. Die landwirtschaftlichen Emissionen aus der Pflanzen- und Tierproduktion gehören zu den Hauptquellen der Treibhausgasemissionen wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffmonoxid (N2O): Alleine der Agrarsektor ist für 21% (FAO, 2015) der globalen Gesamtemissionen verantwortlich. Demgegenüber verursacht die Energiebranche 37%, der Verkehr 14% und die Industrie 11%. Das industrielle Lebensmittelproduktionssystem ist einer der Hauptverursacher für die Erderwärmung, während zu ihren Opfern in erster Linie die bäuerliche Landwirtschaft und die handwerkliche Fischerei zählen. Harvey, Irma, verheerende Trockenperioden, Überschwemmungen, verfrühte Weinlesen, Ernterückgänge und -ausfälle sowie der zunehmende Verlust an Boden, die Versauerung der Meere und die Erhöhung des Meeresspiegels - das sind nur einige Szenarien des Klimawandels, die drohen, in immer mehr Weltregionen zur Normalität zu werden und in immer kürzeren Zeitabständen wiederzukehren. Die Ursachen liegen in unserem menschlichen Tun bzw. Nicht-Tun begründet. 
 
Die Folgen des Klimawandels treffen benachteiligte Weltregionen besonders stark. "Obwohl etwa die afrikanischen Länder zu den geringeren Treibhausgaserzeugern zählen, spüren die Menschen hier die Erderwärmung besonders deutlich. Extrem veränderte Wetterlagen schaden Bauern, Hirten und indigenen Gemeinschaften und gefährden ihre Ernährungssicherheit. Das zwingt Menschen zur Flucht und Migration," erklärt John Kariuki, Vizepräsident der Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt während des Kongresses in China. "Durch die Förderung der Agrarökologie, den Schutz der biologischen Vielfalt sowie die Unterstützung von Erzeugern vor Ort setzt Slow Food sich in Afrika und in aller Welt aktiv dafür ein, Maßnahmen der Kompensation und der Anpassung an den Klimawandel voranzutreiben," so Kariuki.
 
Slow Food möchte mit der Kampagne Menu for Change zeigen, was jeder Verbraucher Tag täglich tun kann und sollte, um ausgehend vom Essen etwas zu bewegen. Angefangen beim Transportmittel, um Lebensmittel aus der Region zu erwerben. Soweit wie möglich sollten Verbraucher das Auto stehen lassen und stattdessen mit dem Fahrrad einkaufen, alternativ öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Der bereits angestoßene Abschied von der Plastikeinkaufstüte sollte weiter unterstützt und die Lebensmittel im Stoffbeutel verstaut werden. Die Menge an Verpackungsmüll, vor allem Plastik, bei Lebensmitteln muss deutlich reduziert werden. Dafür kann lose Ware gekauft werden. Mit der Ressource Wasser gilt es grundsätzlich schonend umzugehen, sei es aus der Flasche oder aus dem Hahn. Und beim Lebensmittel selbst: Hier ist das knubbelige Obst und Gemüse die charmantere und manchmal sogar geschmackvollere Alternative. 
 
Lebensmittelverschwendung sollte gänzlich vermieden werden. Dafür gilt es vor dem Einkauf genau zu überlegen, was in welchen Mengen nötig ist. Das Mindesthaltbarkeitsdatum? Dies ist nur ein Richtwert, oft sind Lebensmittel noch weit darüber hinaus gut und schmackhaft. Verbraucher müssen anfangen in Kreisläufen zu denken: Wie können Ressourcen oder Produkte wieder- und weiterverwertet werden, statt zu früh auf dem Müllberg zu landen? Auch der Kauf saisonaler Erzeugnisse aus der Region sowie aus Bioanbau ist eine Entscheidung für das Klima. Bio-Produkte aus der Region verursachen meist geringere Treibhausgasemissionen als vergleichbare konventionelle Produkte. Der Genuss von tierischen Produkten sollte auf wenige Male pro Woche reduziert werden und Fleisch aus bodengebundener Weidehaltung stammen. Die Vorzüge und die Vielfalt fleischloser Alternativgerichte müssen populärer werden.
 
Während der Zeit der Kampagne berichtet Slow Food über die eigenen Kommunikationskanäle wie die Mitglieder und das eigene Netzwerk eine Lebensmittelproduktion unterstützen, welche mit den natürlichen Ressourcen schonend umgeht und die biologische Vielfalt erhält. Mit bundesweiten Aktionen, Aufklärungs- und Bildungsarbeit sowie dem Einsatz auf politischer Ebene sensibilisiert Slow Food Verbraucher, Erzeuger und Entscheidungsträger dafür national und international. Weitere Informationen zur Kampage finden Sie hier
 
Über Slow Food
Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich für ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystem einsetzt. Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, des traditionellen Lebensmittelhandwerks und der regionalen Arten- und Sortenvielfalt sind für Slow Food ebenso wichtig wie eine faire Entlohnung für zukunftsfähig arbeitende Erzeuger sowie die Wertschätzung und der Genuss von Lebensmitteln.
 
Slow Food Deutschland wurde 1992 gegründet und zählt über 85 lokale Gruppen. Insgesamt ist Slow Food in über 170 Ländern mit diversen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen aktiv. Als Slow-Food-Mitglied ist man Teil einer großen, bunten, internationalen Gemeinschaft, die das Recht jedes Menschen auf gute, saubere und faire Lebensmittel vertritt. www.slowfood.de 
 
Kontakt:
Sarah Niehaus, Slow Food Deutschland | presse@slowfood.dewww.slowfood.de

Lifestyle | Essen & Trinken, 29.09.2017

     
Cover des aktuellen Hefts

Jede Menge gute Nachrichten

forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2024 mit dem Schwerpunkt "Der Weg zum Mehrweg – Transport und Logistik"

  • Circular Cities
  • Kllimagerecht bauen
  • Kreislaufwirtschaft für Batterien
  • ToGo-Mehrwegverpackungen
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
22
MAI
2024
VinylPlus® Sustainability Forum 2024
Together Towards Higher Ambitions
50668 Köln
24
MAI
2024
Lunch & Learn: "Speak like a Speaker"
Wie Sie auf Ihrer eigenen Konferenz überzeugen.
online
30
MAI
2024
Klimacamp München
Mach mit!
80333 München, Königsplatz
Alle Veranstaltungen...
The VinylPlus Sustainability Forum 2024. Together towards higher ambitions

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Klima

Die Stromwende schreitet voran
Im Kreis Cochem-Zell ist ein virtuelles Kraftwerk entstanden
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Rekord IFAT Munich, 13. - 17. Mai 2024

Fahrrad-Leasinganbieter Company Bike gewinnt Giesecke+Devrient als Neukunden und baut damit sein Portfolio an Großunternehmen am Standort München weiter aus.

TK Elevator veröffentlicht dritten Nachhaltigkeitsreport „Moved by What Moves People":

Grüner Kraftwerksgipfel in Berlin am Brandenburger Tor

Sonne gewinnt - Öl ist von gestern!

Wie Seven Senders mit dem End-of-Life-Service von circulee Kosten und Emissionen spart

Die Bedeutung nachhaltiger Verpackungen in der Gesellschaft

Solarstrom für Automobilhersteller: Sunrock setzt Wachstumskurs fort

  • Global Nature Fund (GNF)
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Kärnten Standortmarketing
  • Engagement Global gGmbH
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • circulee GmbH
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG