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Bibione wird ab 2018 vollkommen rauchfrei

Damit soll sowohl eine Schädigung der menschlichen Gesundheit, aber auch der Umwelt durch weggeworfene Zigarettenkippen im Sand und im Wasser vermieden werden.

Nach einem ersten Verbot auf dem vordersten Strandstreifen möchte der Badeort in Venetien seine Gäste nun bitten, das Rauchen auf dem gesamten Strand zu unterlassen. Der Vizebürgermeister Gianni Carrer: „Wir haben nicht die Absicht, jemanden unter Druck zu setzen, sondern wollen nur jedem Urlauber das Recht auf Gesundheit gewährleisten – in den vergangenen Jahren wurde keine einzige Geldbuße verhängt." Auch der italienische Für alle, die nicht auf die Zigarette verzichten möchten, werden besondere Bereiche zur Verfügung gestellt.
 
Bibione wird ab 2018 vollkommen rauchfrei. © Carter&BennettBibione ist unter den Urlaubszielen in Italien einer der meist besuchten Badeorte und möchte nun der erste vollkommen rauchfreie Strand in Italien werden: über seine Gesamtlänge von 8 km und die ganze Breite.
 
Das Projekt heißt „Respira il Mare” (Atme das Meer), und die Experimentierphase begann bereits 2011, während das offizielle Rauchverbot erst drei Jahre später eingeführt wurde und eine No-Smoking-Zone in der ersten Sonnenschirmreihe bis zum Meeresufer vorsah. Nach einer angemessenen Zeit der Bewertung eventueller Organisationsprobleme – hinsichtlich der Vorteile für die Personen und die Umwelt herrschten nie Zweifel – ist nun die Gemeindeverwaltung in Einklang mit den Reiseveranstaltern bereit zu dem endgültigen Schritt, das heißt, die Gäste zu bitten, auf dem Strand überhaupt nicht mehr zu rauchen.
 
„Von Anfang an sollte „Respira il Mare" kein Feldzug gegen die Raucher sein" – erklärte der Vizebürgermeister des Badeorts Gianni Carrer, der diese Initiative unterstützt – sondern das Recht auf Gesundheit für alle garantieren. Unser Vorschlag hat sofort das Interesse des Gesundheitsministeriums geweckt, das die Einzelheiten kennen lernen wollte, um das Modell zur Nachahmung zu empfehlen. Auf diese Weise sind viele Strände unserem Beispiel gefolgt, und wir sind mehr als glücklich, als Vorbild dienen zu können."
 
Wichtig sind auch die Unterstützung und die Aufmerksamkeit von Seiten der WHO (Weltgesundheitsorganisation), des Gesundheitsministeriums, der Region Venetien, ASL 10 und des Nationalen Krebsinstituts. Eine Studie dieser Einrichtung (die 2015 von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dott. Roberto Boffi durchgeführt wurde) hat gezeigt, dass der passive Rauch auch am Strand vorhanden und als Gefahr keinesfalls zu vernachlässigen ist: In einer Entfernung von ungefähr 10 Metern und bei einer mittleren Windgeschwindigkeit von 2,7 m/sec werden Spitzenwerte der Umweltverschmutzung erreicht, die gleichzeitig mit der Geruchswahrnehmung auftreten. Obwohl diese Höchstwerte nur wenige Sekunden vorhanden sind, liegen sie nicht nur um ein oder zwei Punkte höher als die durchschnittlichen Indizes am Strand, sondern auch als die des Kreisverkehrs am Eingang des Ortes mit seinen zahlreichen Fahrzeugen. Der Durchschnittswert des Industrierußes (Indikator für das Vorhandensein von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, die zum Großteil giftig und krebserregend sind) betrug während der gesamten Zeitspanne, in der eine Zigarette geraucht wurde, 7,4 Mikrogramm/mc im Vergleich zu den am oben genannten Kreisverkehr gemessenen 2,1 und zu dem Basiswert 1,8 am Strand.
 
Die Gefahren bestehen in einer Schädigung der menschlichen Gesundheit, aber auch der Umwelt durch weggeworfene Zigarettenkippen im Sand und im Wasser. Vor kurzem hat sich auch Codacons, der italienische Dachverband für den Schutz von Umwelt, Nutzer und Verbrauchern, hinsichtlich der Auswirkungen des Rauchens am Meer besorgt gezeigt und den venetischen Strand als Musterbeispiel dargestellt, das nachgeahmt werden sollte.
 
In Bibione befürchtet man keinen Widerstand der Raucher. „Das Problem existiert nicht, denn schon in der experimentellen Phase konnten wir mit dem größten Entgegenkommen und Verständnis aller Gäste rechnen – seien es Raucher oder nicht, und bis heute wurde nicht einmal eine Geldbuße verhängt. Wir ziehen es vor, von einem Recht auf Gesundheit statt von einem Rauchverbot zu sprechen."
 
Wer eine Zigarettenpause machen möchte, kann dies selbstverständlich in den Raucherbereichen tun, die von der Gemeindeverwaltung zusammen mit den Reiseveranstaltern ermittelt werden.
 
Kontakt:
Francesca Marchesi e Laura Menis, Carter & Bennett


     
        
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