Satte Menschen statt satte Gewinne!

NGOs kritisieren Politik der G20

Die Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland beteiligt sich mit zwei Workshops am „Gipfel für globale Solidarität" in Hamburg, mit dem ein breites Bündnis sozialer Bewegungen und Nichtregierungsorganisationen am 5. und 6. Juli einen Gegenpol zum G20-Gipfel setzen wird. FIAN kritisiert die von den G20-Staaten vertretene Politik des Vorrangs wirtschaftlicher Interessen gegenüber einer wirksamen Menschenrechtspolitik.
 
„Das Menschenrecht auf Nahrung wird zunehmend durch Landgrabbing und Beschränkungen des Zugangs zu Saatgut verletzt. Die G20-Staaten tragen hierzu maßgeblich bei, indem sie einseitig auf Wirtschaftswachstum und die Bevorzugung großer Unternehmen setzen", erläutert FIAN-Referentin Gertrud Falk. FIAN bringt sich deswegen mit Workshops zu den Themen Bodenkonflikte und Saatgut beim „Gipfel für globale Solidarität" ein.
 
17 der 20 in Hamburg vertretenen Staaten haben das Internationale Abkommen zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (UPOV) ratifiziert, das einseitig die Rechte von Züchtern stärkt. „Bauern, die Saatgut jahrtausendelang kultiviert und damit an die jeweils örtlichen Gegebenheiten angepasst haben, kommen in dem Abkommen nicht vor", kritisiert Falk. „Durch die Anwendung von UPOV verlieren Landwirte den freien Zugang zu Saatgut." Darüber hinaus werden Länder des Globalen Südens von den Industriestaaten über Freihandelsabkommen und Entwicklungspolitik dazu gedrängt, dem Abkommen beizutreten. Gelungen ist dies zum Beispiel in Tansania: dort müssen Bauern seitdem mit hohen Strafen rechnen, wenn sie selbst gewonnenes Saatgut verwenden.
 
 
Die einseitig auf höhere Produktion ausgerichtete Landwirtschaftspolitik begünstigt großflächigen Anbau in Monokultur. Die dazu nötigen Flächen suchen sich Agrarkonzerne und Investmentfonds überwiegend im Globalen Süden. „Wir beobachten, dass in den G20 ansässige Konzerne mit Unterstützung der Regierungen Agrarland im Globalen Süden der örtlichen Bevölkerung entziehen und langfristig unter ihre Kontrolle bringen. Gleichzeitig bieten die Rechtssysteme der G20 den Opfern von Landgrabbing kaum Zugang zu Gerichten, um Wiedergutmachung bei Rechtsverletzungen einzuklagen", beschreibt Falk die Schieflage im Kräfteverhältnis zwischen multinationalen Unternehmen und ländlicher Bevölkerung des Globalen Südens.
 
FIAN fordert die G20-Staaten auf, die „Erklärung der Rechte von Kleinbauern und anderen Menschen, die im ländlichen Raum arbeiten" zu unterstützen, die seit 2013 im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen erarbeitet wird.
 
Kontakt: Gertrud Falk, FIAN Deutschland | g.falk@fian.de | www.fian.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Dieser Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
10
JUN
2026
Climate Transformation Summit (#CTS2026)
Making Scope 3 Action Our Business - Ticketrabatt für forum-Leser*innen!
12053 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Pioniere & Visionen

Väterliche Güte - Liebe, Wohlwollen, Vertrauen
Zum Vatertag überlegt Christoph Quarch, was einen guten Vater ausmacht
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.

Jetzt auf forum:

Daher weht der Wind

Neue FMP-Online-Seminarreihe: KI Speed-Dating

Weltbienentag – Machen Sie mit!

Raus aus Öl und Gas, sonst wird’s immer teurer

Einhaltung des Emissionsbudgets bis 2030 nicht bestätigt

Heizungsgesetz: Freiheit zur Dummheit

Forstbasierte Bioökonomie gibt Antworten zu drängenden Herausforderungen

Strom & Regen

  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • ZamWirken e.V.
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • SUSTAYNR GmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • WWF Deutschland
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • circulee GmbH
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • NOW Partners Foundation
  • 66 seconds for the future
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Engagement Global gGmbH