7-Punkte-Plan für weniger Müll im Meer

Sieben Empfehlungen des EPA-Netzwerkes

Plastikmüll ist eine der größten Bedrohungen für die Meeresumwelt. Um dieses Problem an der Wurzel anzugehen, sollte die EU-Plastikstrategie, die in den nächsten Monaten entwickelt wird, auch die Umwelt im Blick haben. Die Europäischen Umweltagenturen haben sieben Vorschläge entwickelt, damit weniger Müll in der Umwelt landet.
 
Besonders Plastikmüll ist in den Meeren ein Problem. © hhach, pixabayDie sieben Vorschläge zur Reduzierung von Plastikmüll stammen aus einem Diskussionspapier der Interest Group Plastics (IG Plastics), die vom Netzwerk der europäischen Umweltagenturen (EPA-Network) gegründet wurde, um den Umgang mit Plastik und Plastikmüll aus der Umweltperspektive zu begleiten.
Das Umweltbundesamt (UBA) hat derzeit den Vorsitz der IG Plastics inne. Maria Krautzberger: Plastikmüll ist eine große Bedrohung für die Meeresumwelt. Damit endlich weniger Müll im Meer landet, müssen wir wissen, wo er her kommt und wir müssen uns Maßnahmen überlegen, wie wir verhindern, dass der Müll in der Umwelt landet. Mit der EU Plastistrategie, die derzeit entwickelt wird, bietet sich uns nun die Möglichkeit, dafür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Wir sollten nun alle zusammen arbeiten, um den Umgang mit Plsatik in der EU so zu verändern, damit Landschaft und Meere sauber bleiben. Dazu gehört, deutlich mehr Plastik zu recyceln und auch das Bewusstsein dafür zu schaffen, sorgfältig mit Plastik umzugehen."
 

 

 

 

 

 

 

 

 
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Karl Kienzl, Stellvertreter des Geschäftsführers des Umweltbundesamtes Österreich, ergänzt: "Wir brauchen nicht nur die besten Lösungen, wenn Plastik zu Abfall wird, sondern wir müssen auch Produkte so konzipieren, dass Materialien und Ressourcen so häufig wie möglich im Kreislauf geführt werden können. Europaweite Regelungen und auch Stakeholder-Dialoge sind dafür entscheidend. Plastik in der Umwelt ist ein globales Problem. Als Europa müssen wir unser Know-how und unsere Vorreiterrolle z.B. in der Abfallwirtschaft und im Recycling nutzen, um global wichtige Impulse zu setzen."
 
Die sieben Empfehlungen des EPA-Netzwerkes lauten:
  1. Müllvermeidung hat oberste Priorität. Die IG Plastics fordert dazu auf, Alternative zu Wegwerfartikeln wie Einmal-Kaffee-Bechern zu entwickeln.
  2. Müll Management: EU-Mitgliedsstaaten sollten sich weitreichende Ziele setzen, die in einem definierten Zeitrahmen erreicht werden.
  3. Öffentliche Vergabe nach Umweltprinzipien: Vorzug für Produkte, die haltbar sind, einfach wiederzuverwenden, reparierbar und recycelbar. Ausschreibungen sollten Produkten den Vorzug geben, die Rezyklate enthalten.
  4. Standardisierung spielt eine wichtige Rolle in der Produktregulierung.
  5. Recycling: Getrenntsammlung verschiedener Müllarten und deren Recycling sollte erhöht werden.
  6. Pfandsysteme: Ausweitung der Pfandsystem auf Plastikflaschen, aber auch auf andere Produkte wie Firschereibedarf (Netze) oder Landwirtschaftsfolien.
  7. Bio-Plastik: Die IG Plastics unterstütz Bioplastik nicht, da sie derzeit nicht als umweltfreundlich gelten können.
Die Entwicklung des EU-Plastikstrategie ist eine der fünf wichtigsten Punkte des EU-Kreislaufwirtschaftspaketes. Sie soll gegen Ende 2017 veröffentlicht werden. Die Roadmap für die EU-Plastikstrategie nennt derzeit drei Kernthemen: Plastikproduktion von der Ölproduktion entkoppeln, Recycling und Wiederverwendung von Plastik erhöhen und Plastikeinträge in die Umwelt verringern. Zudem soll laut Roadmap der an den Stränden gefundene Müll und der Fischereimüll im Meer um 30 Prozent reduziert werden.
 

Umwelt | Wasser & Boden, 07.06.2017
     
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