Naturkosmetik auf dem Prüfstand

Zertifizierungen bieten Orientierung

Das Bewusstsein für natürliche Pflege und Kosmetik hat Aufwind bekommen! In dem Maße, wie in Vergessenheit geraten ist, dass der Mensch aus der Natur kommt, hat sich dieser gegenläufige Trend entwickelt. Nicht ausschließlich LOHAS sind es leid, sich nur als Zielscheibe von profitheischender Werbung und Konsum zu sehen. Inzwischen benutzt rund ein Fünftel der deutschen Haushalte natürliche, fair gehandelte, umweltverträgliche und nachhaltige Kosmetikprodukte.

"Naturkosmetik" - kein einheitlicher Begriff
Ein wesentlicher Unterschied zur 'herkömmlichen' Kosmetik besteht darin, dass Naturkosmetik aus natürlichen Essenzen hergestellt wird, die biologisch abbaubar sind und fair gehandelt werden. © silviarita, pixabay.comObwohl die Naturkosmetik-Branche ständig wächst, gibt es für "Naturkosmetik" noch keine stimmige Definition. Aber, einige Kriterien determinieren, was von naturkosmetischen Produkten erwartet werden kann: Ihre Inhaltsstoffe müssen der Bio-Qualität entsprechen, nur umweltschonender Anbau von Rohstoffen ist zugelassen und es dürfen keine Mineralöl-Derivate sowie andere schädliche Inhaltsstoffe eingesetzt werden. Der gesamte Herstellungsprozess, einschließlich der Packmittel, bis zum Verkauf an die KundInnen sollte von A bis Z ökologisch verträglich und nachhaltig für Mensch und Umwelt sein. Da nicht nur der Begriff "natürliche Inhaltsstoffe" dehnbar ist, wäre eine gesetzlich geschützte Definition für "Naturkosmetik" wünschenswert.

Dem Wesen der Naturkosmetik auf den Grund gegangen
Anders als herkömmliche "chemische" Kosmetik, hat die Naturkosmetik den zukunftsweisenden Anspruch, "natürlich" zu sein. Darunter verstehen die Hersteller nicht nur die Inhaltsstoffe und den völligen Verzicht auf synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe, sondern auch ihre biologische Anbauweise, die schonende und nachhaltige Produktion, die sozial verträglichen Bedingungen für die Produzenten und den fairen Handel. Diese komplexen Anforderungen sind in ihrer Gänze verständlicherweise nicht immer zu erfüllen, deshalb wird von den KundInnen ständig mehr Transparenz gefordert, z. B. sichtbar in folgender Bezeichnung: natürliche Rohstoffe, aus überwiegend kontrolliert biologischem Anbau. Leider gehört dieser wesentliche Aspekt der naturkosmetischen Produkte noch immer zum Kleingedruckten ...

Die Inhaltstoffe und die Herstellung von Naturkosmetika
Die Inhaltsstoffe der Naturkosmetik unterliegen stetiger Kritik, die Hersteller reagieren darauf mit mehr Transparenz und werben um das Vertrauen der emanzipierten KundInnen mit naturbelassenen pflanzlichen Rohstoffen. Da gibt es allerdings unter den Naturkosmetik-Herstellern gewaltige Unterschiede: Für die besten unter ihnen ist der kontrolliert biologische Anbau der natürlichen Rohstoffe, wie z. B. Aprikosenkern- und Mandelöl aus Pakistan, Arganöl aus Marokko oder Avocadoöl aus Kenia, alternativlos. Natürliche Duftmischungen, natürliche Tenside und ätherische Öle werden eingesetzt. Der faire Umgang mit den Rohstofflieferanten und Produzenten, d. h. Sozialverträglichkeit, Business auf Augenhöhe, Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit, sind weitere Qualitätskriterien der Naturkosmetika. Der gesamte Produktionsprozess bis zum Verkauf an die EndverbraucherInnen steht auf dem Prüfstand, z. B. werden vor allem kaltgepresste Pflanzenöle eingesetzt.

Die Versprechungen der Hersteller für die VerbraucherInnen
Den gesundheits- und umweltbewussten KundInnen wird "Natur" leider allzu oft nur vorgegaukelt, da einheitliche Produktstandards fehlen. Es nimmt nicht Wunder, dass unlautere Vertreter der Naturkosmetik-Industrie versuchen, ihre Artikel mit "Blümchenetikett" als "fair - organic - vegan" anzupreisen. Oft wird zusätzlich mit zu Herzen gehenden Spendenkampagnen und sozialen Initiativen für die Fairness der Naturkosmetik geworben.

Die Vorteile der Naturkosmetik im Vergleich
Ein wesentlicher Unterschied zur "herkömmlichen" Kosmetik besteht darin, dass Naturkosmetik aus natürlichen Essenzen hergestellt wird, die biologisch abbaubar sind und fair gehandelt werden. Sie ist weitgehend frei von chemischen und Schadstoffen, wie z. B. Mineralöl-Derivaten, Silikon, Ammoniak, Parabenen, Aluminium, Ethanolaminen, Hormonen, Mikroplastik und Propylenglykolen. Eine genauso große Wertschätzung wie den natürlichen Inhaltsstoffen wird der ökologischen und nachhaltigen Produktionsweise entgegengebracht.

Worauf VerbraucherInnen beim Kauf achten sollten
Die KäuferInnen von Naturkosmetik-Produkten sollten hohen Wert auf die Transparenz der Inhaltsstoffe sowie auf die als nicht vorhanden ausgewiesenen Schadstoffe auf den Verpackungen legen. Es ist von Vorteil, sich schon vor dem Kauf gründlich über die Produktbestandteile, die Herstellerfirma und ihre Produktionsweise zu informieren. Es ist empfehlenswert, sich an den Zertifizierungen zu orientieren, von denen NCS Natural Cosmetics Standard, CSE Certified Sustainable Economics, BDIH, Ecocert und NATRUE nur einige bekannte und bewährte Labels sind.

Weiterführende Informationen

7 gute Gründe für Naturkosmetik
Naturkosmetik aus der Apotheke
Naturkosmetik-Marken im Test


Lifestyle | Mode & Kosmetik, 06.06.2017
     
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