B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen!

Die Ökonomie der Getränkeverpackung

Bund Getränkeverpackungen der Zukunft (BGVZ) beauftragt eine Analyse der ökonomischen Aspekte des Deutschen Pfandsystems.

Aktuelle Fachdebatten um Getränkeverpackungen sowie zum Deutschen Pfandsystem sind geprägt von ökologischen Vor- und Nachteilen der jeweiligen Verpackung. Doch die ökonomischen Zusammenhänge werden hierbei selten berücksichtigt.

Die DIW Econ, eine Tochtergesellschaft des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mit Sitz in Berlin, hat im Auftrag des Bund Getränkeverpackungen der Zukunft (BGVZ) diese Lücke geschlossen und sich auf die Analyse der ökonomischen Aspekte konzentriert.

Laut Herrn Dr. Aigner, Consultant bei der DIW Econ, sind folgende Faktoren für den Erfolg - dem Aufbau eines Wertstoffkreislaufs - aber auch Misserfolg – dem nicht gestoppten Rückgang der Mehrweg Quote - des Pfandsystems ausschlaggebend.

Vor der Pfandeinführung 2003 war der deutsche Getränkemarkt noch von einer Vielfalt von Verpackungsarten im alkoholfreien Segment geprägt. Dies änderte sich in den Jahren nach der Einführung des Einwegpfands und in 2014 dominierte die Einweg-PET-Flasche den alkoholfreien Markt. Die große Ausnahme: Bier. Hier greift der Verbraucher immer noch am häufigsten zur Mehrweg-Glas-Flasche. Doch die Getränkedose erlebt eine Renaissance und nimmt heute wieder einen Anteil von über sechs Prozent bei Bier ein.

„Durch das geringe Gewicht, das Entfallen der Leergutsortierung und durch die massiven Vorteile bei Logistik und Rücktransport", so Herr Dr. Aigner, „hat Einweg gegenüber Mehrweg Kostenvorteile, die sich auch im Preis niederschlagen." Neben unterschiedlichen Kostenstrukturen von Einweg und Mehrweg nennt der Ökonom auch die zunehmende Mobilität als mögliche Erklärung für den steigenden Marktanteil von Einweg. Mehrweg ist traditionell eng mit dem Kastenverkauf verknüpft. Durch die sozioökonomischen Entwicklungen, welche tendenziell die Nachfrage nach kleinen und leichten Gebinden erhöhen, setzt sich der Trend von Einwegverpackungen fort.

Als letzten Aspekt führte Herr Dr. Aigner an, dass das bundeseinheitliche Einwegpfand den Impuls für ein funktionierendes Kreislaufsystem gab. Durch die einheitliche Rückgabe wurde es dem Verbraucher leicht gemacht, die Gebinde dem Wertstoffreislauf zurückzuführen. Diese geordnete Rückgabe wiederum ermöglicht der Industrie ein sortenreines Recycling.

In einem Exkurs „zusätzliche Lenkungsabgabe auf Einwegverpackungen" kommt die Studie der DIW Econ zu dem Ergebnis, dass eine Abgabe in Höhe von 20 Cent pro Verpackung die Verbraucher voraussichtlich im unteren einstelligen Milliarden-Bereich belastet. Da sich auch die Ökobilanzen von Einweg im Vergleich zu Mehrweg deutlich verbessert haben, ist es ungewiss, ob eine Abgabe auf Einweggetränkeverpackungen sinnvoll ist. Herr Dr. Aigner betont: „Den ungesicherten ökologischen Vorteilen einer Abgabe stehen dabei die wirtschaftlichen Nachteile für Verbraucher gegenüber."

Das Pfandsystem hatte zum politischen Ziel, Einweg unattraktiver zu gestalten und somit die Mehrweg Quote zu steigern. Jedoch hat die Einwegpfandpflicht möglicherweise anders gewirkt als beabsichtigt. Statt dem Mehrweg-System zu einer Renaissance zu verhelfen, wirkte die einheitliche Pfand- und Rückgabepflicht als Impuls für ein funktionierendes Kreislaufsystem. Dies kann Herr Burgard, Geschäftsführer des BGVZ, nur bekräftigen und betont: „Die Weiterentwicklung des Wertstoffkreislaufs muss nun unsere Hauptaufgabe sein!".


Über DIW Econ
DIW Econ ist ein Beratungsunternehmen für kundenorientiertes volkswirtschaftliches Consulting, das maßgeschneiderte Projektlösungen auf der Grundlage neuester ökonomischer Erkenntnisse und fundierter empirischer Analysen entwickelt. Statistische Informationen, Datenbanken und die Ergebnisse eigener Umfragen und Fallstudien bilden dabei den Ausgangspunkt der Untersuchungen. Zu den Kunden der DIW Econ gehören deutsche und internationale Unternehmen, aber auch internationale Institutionen und öffentliche Auftraggeber wie Ministerien und Bildungseinrichtungen. Die wissenschaftliche Expertise wird durch die enge Kooperation mit dem Mutterinstitut DIW Berlin ergänzt. Das DIW Berlin gehört zu den größten und renommiertesten Wirtschaftsforschungsinstituten Deutschlands. Seine Kernaufgaben sind anwendungsorientierte Grundlagenforschung, wirtschaftspolitische Beratung und das Bereitstellen von Forschungsinfrastruktur.


Kontakt: Katrin Barz, Bund Getränkeverpackungen der Zukunft GbR | katrin.barz@bgvz.de
www.bgvz.de | www.einweg-zukunft.de


Wirtschaft | Branchen & Verbände, 05.07.2016
     
Cover des aktuellen Hefts

Digitalisierung und Marketing 4 Future

forum 03/2020 ist erschienen

  • Digitalisierung
  • VerANTWORTung
  • Green Money
  • Marketing 4 Future
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
03
DEZ
2020
13. Deutscher Nachhaltigkeitstag
Die Krise als Chance zum ökologischen und sozialen Umbau
online
18
JAN
2021
18. Internationaler Fachkongress für erneuerbare Mobilität
Early Bird bis 30. November 2021 – 24% Nachlass bei Anmeldung!
online
Alle Veranstaltungen...
Tierisch gut gedruckt! Wir drucken VEGAN. premium green by oeding-print.de

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Pioniere & Visionen

Countdown für Planet B. Leila Dreggers Plädoyer für einen Aufbruch ins utopische Denken
3 - Der Systemwechsel der Ernährung heißt Kontakt. "Ich hab dich zum Fressen gern!"
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Die Krise: Chance zum ökologischen und sozialen Umbau

BLG: Erster deutscher Logistiker mit wissenschaftlich anerkannten Klimaschutzzielen

Aus Ziegelsand ohne Brand

Apinima - Ökologische Alternativen: Durch Konsum die Weltmeere retten

Bienenstrom – mit dem Grüner Strom-Label zertifiziert

Mehr als 60 Prozent der Unternehmen suchen eine digitale Arbeitsplatzlösung für ihre gewerblichen Mitarbeitenden

Changemaker in Sachen Nachhaltigkeit

Agentur Bloom ist klimaneutral

  • TourCert gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • PEFC Deutschland e. V.
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig